Mick Schumacher hinterfragt Mid-Ohio-Strategie: Falscher Start-Reifen?
Mick Schumacher sieht nach dem IndyCar-Rennen in Mid-Ohio zwei Faktoren, die zum schwachen Ergebnis beigetragen haben
Mick Schumacher fuhr in den ersten Runden auf weichen Reifen - Fehlentscheidung?
Foto: Lumen Lumen
Mick Schumacher bezweifelt nach dem vorletzten Platz auf dem Mid-Ohio Sports Car Course, dass der Start auf weichen Reifen die richtige Strategie gewesen ist. Außerdem sieht er im Aufwärmverhalten der Reifen auf seinen Outlaps nach dem Boxenstopp ein Problem, das zu seinem schwachen Abschneiden nach vielversprechendem Qualifying beigetragen hat.
Das Honda Indy 200 verlief für den RLL-Piloten (Startplatz 15 nach der Strafversetzung von Sting Ray Robb) extrem zäh, zumal es im gesamten Rennen keine einzige Gelbphase gab. Das größte Problem neben einem verpatzten ersten Boxenstopp war das schwache Aufwärmen der Reifen beim Herausfahren aus der Boxengasse.
"Wir hatten ein paar Probleme im Rennen, eines davon war die Out-Lap. Ich denke, wir haben die Reifen einfach nicht zum Arbeiten bekommen, und das war wahrscheinlich der Hauptgrund, warum es rückwärts ging", analysiert der 27-Jährige.
Schumacher fiel beim verpatzten ersten Stopp vom 18. bis auf den vorletzten Platz zurück. Doch auch bei den anderen Stopps ging es für ihn nur nach hinten. Beim zweiten Stopp kam Santino Ferrucci an ihm vorbei, beim dritten Stopp gelang es Schumacher nicht, Romain Grosjean zu überholen, dessen Team Dale Coyne Racing in diesem Rennen im Nirgendwo war.
Nicht nur das, auch die rote, weichere Reifenmischung (Reds) beim Start erwies sich Schumacher zufolge als Sackgasse. Er verlor zunächst drei Positionen und kam bereits nach acht Runden rein, um die abbauenden Reifen loszuwerden. Teamkollege Graham Rahal startete auf den harten Blacks und nahm die Reds, als das Feld sich entzerrt hatte. So wurde er immerhin Zwölfter.
Strategie für Rennen ohne Caution nachteilig
"Ich schätze, auf den Reds zu starten war vielleicht nicht die beste Option für uns", so der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher. "Ich denke, Graham [Rahal] hat es gut gemacht, indem er sich zu Beginn für die Blacks entschieden hat, um den Stint in die Länge zu ziehen. Wir hätten etwas Ähnliches tun sollen, aber hinterher ist man immer schlauer."
Begünstigt wurde die Strategie, auf Blacks zu starten, vor allem durch das Ausbleiben der Gelbphasen. Mick Schumacher war mit den frühestmöglichen Boxenstopps stets bestens gegen Cautions abgesichert, doch diese kamen diesmal nicht. Dadurch erwies sich Rahals Overcut-Strategie als vorteilhaft.
Durch den verpatzten ersten Stopp steckte der Rookie fortan im Verkehr fest und konnte seine Longrun-Stärken nicht mehr ausspielen: "Leider haben wir es heute nicht ganz geschafft, unsere Stärken zu nutzen - also lange Stints zu fahren, Sprit zu sparen und solche Dinge."
"Ich steckte meistens hinter Autos fest, da versucht man nur, die Reifen zu schonen und dranzubleiben. Aus irgendeinem Grund gab es für mich keine echte Möglichkeit zu überholen." Am Ende blieb nur Rang 24 vor Dennis Hauger.
Positiver Trend im Qualifying
Trotz des Frusts im Rennen nimmt Schumacher ein Erfolgserlebnis aus Lexington mit: Am Samstag holte er mit Startplatz 16 im Zeittraining sein bestes Qualifying-Ergebnis außerhalb von Ovalen. "Das Qualifying war keine schlechte Show", hält er fest.
Physisch steckte der Neuling trotz seiner anhaltenden Verletzung die Berg-und-Talbahn gut weg, die zusammen mit dem Barber Motorsports Park das anstrengendste Rennen der Saison ist: "Es war eigentlich gar nicht so schlimm. Von der Physis her war Barber wahrscheinlich etwas härter. Aber dieses Rennen hat mir definitiv ein paar Blasen eingebracht. Wir werden uns darum kümmern und sind dann hoffentlich besser auf das vorbereitet, was in Zukunft kommt."
In der Gesamtwertung liegt Schumacher mit 108 Punkten weiterhin auf dem geteilten 24. Rang - der Kampf um Platz 22 und den wichtigen Leaders Circle bleibt für RLL und Schumachers neuen Renningenieur Todd Malloy eine harte Aufgabe.
Die nächste Chance auf Wiedergutmachung gibt es am 19. Juli auf dem Nashville Superspeedway. "Jetzt geht es auf ein kurzes Oval in Nashville, was immer Spaß macht. Ich bin gespannt auf die Strecke", blickt Schumacher voraus. Und bislang lief es auf den Ovalen für ihn am besten.
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