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Mick Schumacher im Indy-Oval: "Muss meinem Hintern vertrauen"

IndyCar-Rookie Mick Schumacher bilanziert seinen ersten Testtag auf dem Indianapolis-Oval: Was er bereits gelernt hat und was er noch kennenlernen muss

Mick Schumacher im Indy-Oval: "Muss meinem Hintern vertrauen"

Mick Schumacher kennt jetzt auch das Oval in Indianapolis aus eigener Erfahrung

Foto: Penske Entertainment

IndyCar-Rookie Mick Schumacher hat am Dienstag seine ersten Runden auf dem Ovalkurs des Indianapolis Motor Speedway erfolgreich hinter sich gebracht. Am ersten der zwei Tage des offiziellen Vortests zur 110. Auflage der 500 Meilen von Indianapolis (24. Mai) musste Schumacher als einer der Neulinge im Feld zunächst das obligatorische Rookie-Programm (ROP) absolvieren. Das ist ihm auf Anhieb gelungen.

In der Rookie-Session lernte Schumacher das berühmte 2,5-Meilen-Oval zunächst weitestgehend ohne Verkehr kennen und hat das dreistufige Rookie-Programm auf Anhieb bestanden. In der letzten Session des Tages, die für alle gemeldeten IndyCar-Piloten ausgeschrieben war, hat Schumacher dann erste Erfahrungen hinsichtlich des Pulkfahrens im Indianapolis-Oval gesammelt. Wie fällt sein Urteil nach dem ersten Tag aus?

"Es war interessant. Das ROP zu Beginn war eine gute Sache, um die Strecke kennenzulernen und um zu verstehen, wie das hier läuft. Nach und nach habe ich mich daran gewöhnt, voll auf dem Gas zu bleiben. Anschließend haben wir dann begonnen, die Flügel flacher zu stellen", so Schumacher.

Mick Schumacher

Derart flache Flügel gibt es in der aktuellen IndyCar-Serie nur noch in Indianapolis

Foto: Penske Entertainment

Auf die Frage, wie viel Freude ihm sein erster Tag auf dem berühmtesten aller Ovale bereitet habe, antwortet der IndyCar- und Indy-500-Rookie aus Deutschland: "Es war natürlich schon interessant. Ich muss aber auch sagen, dass mich ein kurzes Oval noch wesentlich mehr beeindruckt."

Damit spricht Schumacher allen voran auf das Ein-Meilen-Oval in Phoenix an, wo er Anfang März in seinem ersten Oval-Qualifying überhaupt sensationell auf den vierten Startplatz gefahren ist. "Als ich in Phoenix zum ersten Mal durch die Turns 3 und 4 fuhr und ich spürte, wie ich dort richtig reinhalten kann, das war schon sehr beeindruckend. Hier [in Indianapolis] hingegen fährt man viel sanfter durch die Kurven, einfach so sauber wie es geht", so Schumacher.

Hat Schumacher nun am ersten von zwei Tagen des offiziellen Indy-500-Vortests irgendetwas überrascht? "Nein, eigentlich nicht", sagt er und führt aus: "Im Grunde lief alles so wie das zu erwarten war. Ich schätze, das zeigt, welch gute Vorbereitung wir hatten. Jetzt freue ich mich drauf, tiefer in die Daten einzutauchen, um das Fahren für mich noch ein bisschen einfacher zu machen und letztlich auch schneller zu werden."

Mick Schumacher

Mick Schumacher freut sich auf den weiteren Fahrbetrieb in Indianapolis

Foto: Penske Entertainment

Apropos schneller fahren: Im Rahmen des dreistufigen Rookie-Programms, in dem für jede der drei Stufen exakt vorgeschrieben ist, in welchem Speed-Fenster man sich bewegen muss, um die nächste Stufe zu erreichen, da war Schumacher kurzzeitig einmal schneller als verlangt - und somit auch schneller als erlaubt.

"Ich persönlich hätte die ganze Sache ohnehin genau so in Angriff genommen, also langsam meinen Speed zu finden", sagt Schumacher über das Rookie-Programm und merkt an, dass er deshalb "eine spezielle Vorgabe gar nicht gebraucht hätte. Aber als ich versucht habe, die Vorgabe einzuhalten, da war ich einmal einen Tick zu schnell, was bei den Leuten nicht so gut ankam".

Und noch eine Erfahrung hat Schumacher am am Dienstag im Rahmen des dreistufigen Rookie-Programms gemacht: "Es gab da einen Moment, in dem sich das Auto nicht exakt so anfühlte wie es hätte sein sollen. Das Heck war ein wenig unruhig. Also kam ich an die Box und dort wurde in der Tat ein Problem am Auto gefunden. Das wurde behoben und es konnte weitergehen."

In diesem Moment, der sich in der zweiten der drei Phasen des ROP zutrug, beherzigte Schumacher die Tipps, die ihm unter anderem sein Fahrercoach Ryan Briscoe an die Hand gegeben hat. "Einer der wichtigsten Ratschläge, die man mir gleich zu Beginn für das Ovalfahren mit auf den Weg gegeben hat, ist der, dass man immer dann, wenn sich etwas nicht ganz richtig anfühlt, an die Box kommen soll", sagt der IndyCar-Rookie in Diensten von Rahal Letterman Lanigan Racing.

Mick Schumacher

Mick Schumacher im Cockpit seines Honda-getriebenen Rahal-Boliden

Foto: Penske Entertainment

Aber Schumacher verließ sich in besagtem Moment nicht nur auf Ratschläge, sondern auch auf seinen eigenen Instinkt, den er in Rennserien wie Formel 3, Formel 2, Formel 1 und WEC geschärft hat: "Ich bin jemand, der ein Auto nicht einfach blind fährt. Ich versuche immer auf das zu hören, was mir das Auto sagt und welches Gefühl es mir vermittelt. Es geht darum, meinem Hintern zu vertrauen. Und ich glaube, das ist gerade hier, wo die Geschwindigkeiten so viel höher sind, umso wichtiger."

Eine Erfahrung, die Schumacher an seinem ersten Testtag auf dem Superspeedway in Indianapolis zwangsläufig noch nicht hat sammeln können, das sind Runden mit dem erhöhten Ladedruck für das Qualifying. Diese zusätzliche Motorleistung seines Honda-Motors wird er erst am "Fast Friday" (15. Mai), dem letzten Trainingstag vor dem Indy-500-Qualifying erstmals im Rücken haben.

"Mit richtig flachen Flügeln oder mit der Motorleistung für das Qualifying zu fahren, das sind Dinge, die ich noch nicht kenne und die ich erst noch erfahren, spüren und verstehen muss", sagt Schumacher und stellt heraus: "Bislang läuft es für mich ausgesprochen ruhig. Ich baue mir gerade meine Datenbank auf, um gerüstet zu sein für das, was da noch kommt."

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