Mick Schumacher lernt aus Oval-Drama in Phoenix: Lektion für das Indy 500?
Vom Short-Track zum Brickyard: Mick Schumacher analysiert sein Debüt in Phoenix und erklärt die harten Unterschiede zum großen Highlight - dem Indy 500
Mick Schumacher vergleicht das Phoenix-Rennen mit dem Indy 500
Foto: Penske Entertainment
Das erste Oval-Rennen der Karriere vergisst ein Rennfahrer nie. Für Mick Schumacher war der Phoenix Raceway die Feuertaufe auf einem kurzen Oval, und auch wenn das nackte Ergebnis die Lernkurve nicht vollständig widerspiegelt, blickt der Deutsche optimistisch auf das große IndyCar-Highlight im Mai 2026: das Indianapolis 500.
Die Erwartungen waren hoch, als Schumacher in der Wüste von Arizona in sein erstes IndyCar-Wochenende auf einem Oval startete. Vor allem im Qualifying blitzte das Potenzial des 25-Jährigen auf, der sich im Einzelzeitfahren behauptete. Mit einer konstanten Performance sicherte er sich Startplatz vier, was für einen Rookie auf diesem speziellen Terrain keineswegs selbstverständlich war.
Doch die Dynamik eines Oval-Rennens ist unberechenbar, wie Schumacher schmerzlich erfahren musste. "Das Qualifying lief ziemlich gut. Ich denke, damit sind wir ziemlich zufrieden. Als Team haben wir es geschafft, uns in eine gute Position zu bringen", resümiert Schumacher seine ersten Meter in den Linkskurven. Im Rennen wendete sich das Blatt jedoch schnell gegen ihn und sein Team.
Viel Pech in Phoenix
"Leider war es im Rennen ziemlich hektisch, in vielerlei Hinsicht überraschend", beschreibt er die Startphase. "Leider waren die Boxenstopps nicht ideal, sodass wir am Ende eine oder sogar zwei Runden zurücklagen und kaum Möglichkeiten hatten, wieder nach vorne zu kommen." Das Pech blieb ihm treu: "Jedes Mal, wenn wir unter Grün an die Box fuhren, kam direkt danach die Gelbphase, was nicht ideal war."

Mick Schumacher in Phoenix: Das konnte der Deutsche im Oval lernen
Foto: Kevin Abele / Icon Sportswire via Getty Images
Trotz der Rückschläge war das Rennen für Schumacher eine unverzichtbare Erfahrung. Ein Short-Oval wie Phoenix ist eine physische und mentale Herausforderung: Auf nur 1,609 Kilometern (eine Meile) Länge mit einer Kurvenüberhöhung von neun Grad in den Kurven 1 und 2 sowie elf Grad in den Kurven 3 und 4 bleibt kaum Zeit zum Atmen.
Im Vergleich dazu ist der Indianapolis Motor Speedway eine ganz andere Welt. Der "Brickyard" ist mit 4,023 Kilometern (2,5 Meilen) deutlich länger, verfügt aber über eine etwas flachere Überhöhung von exakt 9,2 Grad in allen vier Kurven. Während Phoenix durch aggressive Manöver und ständiges Lenken geprägt ist, dominiert in Indianapolis die aerodynamische Effizienz.
Gigantisches Oval: Indianapolis und seine Tücken
Die Dynamik unterscheidet sich grundlegend: In Phoenix kämpfen die Fahrer oft mit der Dirty-Air und Reifenmanagement auf engstem Raum. In Indianapolis hingegen entwickeln sich bei Geschwindigkeiten von über 370 Kilometer pro Stunde gewaltige Windschatten-Schlachten, bei denen das Timing des Überholmanövers über Sieg oder Niederlage entscheidet. Schumacher ist sich bewusst, dass Phoenix nur das Aufwärmprogramm war.
"Es war eine Erfahrung. Ich denke, wir haben viel gelernt, und jetzt geht es darum, das Erlebte zu verarbeiten und zu verstehen, was wir aus diesem Event mitgenommen haben, um es beim nächsten Mal besser zu machen", gibt er sich kämpferisch. Auf die Frage, was er für den Monat Mai mitnehmen kann, antwortet er: "Viel. Ich meine, offensichtlich wird es einfach größer sein, und die Autos werden auf den Geraden natürlich ein Stück schneller sein als das, was wir in Phoenix hatten."
Dennoch sieht er die Parallelen, die ihm im Mai helfen werden: "Nichtsdestotrotz denke ich, dass die gesamten Abläufe und einige der Herangehensweisen, wie wir die Kurven angehen mussten, ähnlich sind. Glücklicherweise werden wir beim Indy 500 vorab eine ganze Reihe von Tagen zum Fahren haben." Für Schumacher war Phoenix die Theorie - Indianapolis wird die Meisterprüfung.
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