"Nötige Punkte für IndyCar-Fahrer": Fall Colton Herta treibt Fernando Alonso um

IndyCar-Star Colton Herta ist ein Kandidat für den zweiten F1-Platz bei Alfa Romeo, hat aber nicht genug Superlizenz-Punkte: Fernando Alonso fordert Änderungen

"Nötige Punkte für IndyCar-Fahrer": Fall Colton Herta treibt Fernando Alonso um

US-Youngster Colton Herta ist derzeit eine heiß gehandelte Aktie auf dem Formel-1-Fahrermarkt. Im Zuge des sich anbahnenden Deals zwischen Andretti und Sauber könnte der IndyCar-Pilot bald im Fahrerlager der Königsklasse aufschlagen. Einer hat dort eine hohe Meinung von den Leistungen der Piloten in der US-Formelserie: Fernando Alonso.

"Ich denke, wir haben alle großen Respekt. Oder, wir respektieren alle Fahrer in jeder Kategorie. Ich denke, sie sind die Besten in ihrem Geschäft, in ihrer Disziplin, in ihrer Fahrweise, die in jeder Kategorie anders ist", antwortet der zweifache Formel-1-Weltmeister auf die Frage, ob die IndyCar-Stars in der europäisch geprägten Königsklasse unterschätzt werden.

Fernando Alonso: Colton Herta ist "sehr talentiert"

Der 21-jährige Herta gehört seit seinem IndyCar-Debüt beim Finale 2018 in Sonoma zur jungen Garde, die den etablierten Stars rund um Scott Dixon und Will Power einheizt. In diesem Jahr gewann er die beiden abschließenden Rennen in Laguna Seca und Long Beach. Zudem dominierte er etwa in Nashville, belohnte sich dort allerdings nicht mit dem Sieg.

"Ich denke, er ist ein sehr guter Fahrer. Sehr talentiert, sehr jung", lobt ihn Alonso. "Er hat mit Andretti eine sehr gute Organisation im Rücken. Er wird sicher gut in die Formel 1 passen. Aber jeder von uns hat ändere Pläne mit seiner Karriere. Ich weiß nicht, was Colton im Moment im Kopf hat, denn ich bin sicher, dass er bei den IndyCars glücklich ist."

Stand jetzt würde Herta im kommenden Jahr eine weitere Saison für Andretti Autosport bestreiten. Schon in diesem Jahr war er die Speerspitze des Teams als Gesamtfünfter. Seine Vollzeit-Teamkollegen Alexander Rossi, Ryan Hunter-Reay und James Hinchcliffe beendeten die Saison auf den Gesamtpositionen zehn, 17 und 20.

Alonso könnte es Herta nicht verdenken, würde er weiter in den USA fahren wollen: "Manchmal gibt es nicht nur ein Ziel im Motorsport. Motorsport ist viel mehr als die Formel 1, auch wenn wir hier in dieser Blase ... einige Leute denken, dass dies die absolute Spitze ist. Was sie wahrscheinlich auch ist, aber es gibt trotzdem noch andere Super-Kategorien."

Superlizenz-Punkte verhindern Formel-1-Wechsel

Doch auch ein Wechsel in die Formel 1 ist zum jetzigen Zeitpunkt alles andere, als ausgeschlossen. Es gibt allerdings ein Problem: Herta verfügt nicht über genügend Punkte, um sich für die Superlizenz zu qualifizieren. 40 Zähler müssen innerhalb von drei Jahren gesammelt werden. Herta kommt mit den Gesamträngen sieben, drei und fünf in der IndyCar-Serie allerdings nur auf deren 32.

Hier kommt der Punkteschlüssel zum Tragen: Der Automobil-Weltverband FIA hat die IndyCar-Serie auf eine Stufe mit der Langstrecken-WM WEC und der Formel 3 gesetzt. Der Meister dieser Rennserien erhält genau jene 40 Zähler, die für die Superlizenz ausreichen. Ab Platz zwei in der Gesamtwertung werden Punkte dann nach dem Schlüssel 30-20-10-8-6-4-3-2-1 vergeben.

Alonso zeigt wenig Verständnis dafür, dass die IndyCar-Fahrer nicht mehr Superlizenz-Punkte erhalten: "Ich denke, dass es sicherlich Serien wie die IndyCar gibt, die ein so hohes Niveau haben, dass man die notwendigen Punkte bekommen sollte, so wie es in anderen Kategorien in Europa der Fall ist. Das ist sicher eine gute Debatte."

Aber: "Das ist eher eine Frage für die FIA, oder wer auch immer mit der Lizenzsache zu tun hat." Colton Herta ist neben Guanyu Zhou und Antonio Giovinazzi ein heißer Kandidat auf das zweite Alfa-Romeo-Cockpit in der Formel-1-Saison 2022. Das Team hat bereits einen Fahrer unter Vertrag genommen: Den aktuellen Mercedes-Piloten Valtteri Bottas.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

geteilte inhalte
kommentare
Aston Martin schließt IndyCar-Programm aus, zumindest vorerst ...
Vorheriger Artikel

Aston Martin schließt IndyCar-Programm aus, zumindest vorerst ...

Nächster Artikel

McLaren-Boss: Hülkenberg "ganz oben auf der Liste" für IndyCar-Cockpit

McLaren-Boss: Hülkenberg "ganz oben auf der Liste" für IndyCar-Cockpit
Kommentare laden