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Schnappt sich dieser Ex-F1-Fahrer Mick Schumachers IndyCar-Cockpit 2027?

Mick Schumachers Unfall in Markham könnte ihn teuer zu stehen kommen - Ex-Formel-1-Fahrer schielt auf sein anvisiertes Cockpit bei Meyer Shank Racing 2027

Heiko Stritzke Joey Barnes

Veröffentlicht: 17.08.2026, 19:38

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Schnappt sich dieser Ex-F1-Fahrer Mick Schumachers IndyCar-Cockpit 2027?

Yuki Tsunoda buhlt mit Mick Schumacher um das Cockpit bei Meyer Shank Racing

Foto: circuitpics.de circuitpics.de

Mick Schumacher könnte mit seinem Unfall in Markham seine Chancen auf ein besseres IndyCar-Cockpit für 2027 deutlich verschlechtert haben. Nach Informationen von Motorsport.com USA, einer Schwesteredition von Motorsport-Total.com im Motorsport Network, ist der japanische Ex-Formel-1-Fahrer Yuki Tsunoda in Gesprächen mit Meyer Shank Racing für ein Cockpit 2027.

Für Mick Schumacher sind das schlechte Nachrichten, denn damit hat er einen mehr als hochkaratigen Nebenbuhler auf das Cockpit. Eigentlich schien der Sohn von Formel-1-Legende Michael Schumacher bereits auf bestem Wege, zu Meyer Shank Racing zu wechseln.

Dort ist ein Cockpit durch den Wechsel von Felix Rosenqvist zu McLaren frei geworden. Es geht also immerhin um ein Cockpit im Team des amtierenden Indy-500-Siegers. Dafür kann MSR einiges an Sponsorengeld verlangen.

Kaum heißere Eisen als Schumacher bei den Aktiven

Schumachers größte Chance dabei war bislang, dass auf dem IndyCar-Fahrermarkt die heißesten Eisen bei den aktiven Fahrern für 2027 bereits vergeben sind. Der einzige Hochkaräter ohne Vertrag ist aktuell Christian Lundgaard, doch hier ist die Bekanntgabe bei Chip Ganassi Racing als Nachfolger von Scott Dixon nur noch Formsache.

Rinus "VeeKay" van Kalmthout wird voraussichtlich bei Juncos bleiben, sofern es dort geordnet weitergeht. Es heißt, dass sich die beiden Besitzer Ricardo Juncos und Brad Hollinger seit über einem Jahr in einem geschäftlichen Scheidungsprozess befinden.

Schumacher ist also der einzige aktive IndyCar-Pilot, der einerseits gutes Sponsorengeld mitbringt - die Rede ist von sechs bis acht Millionen US-Dollar - und gleichzeitig fahrerisch zumindest Potenzial besitzt. Seine Leistungen auf Ovalen, vor allem aber auch seine Arbeitsethik eilen ihm mit gutem Ruf voraus.

Gerade wenn die Alternativen Nolan Siegel und Sting Ray Robb heißen, denen zwar zweistellige Millionen-Beträge an Sponsorengeld nachgesagt werden, die aber sportlich ihr Potenzial auf eher niedrigem Niveau bereits ausgeschöpft haben, hält Schumacher plötzlich gute Karten in der Hand. Den anderen Rookies Caio Collet und Dennis Hauger fehlt es an Sponsorengeld, um sich in ein Team wie MSR einzukaufen.

So weit, so gut. Das Einzige, was noch fehlte, um Jim Meyer und Mike Shank zu überzeugen, war ein gutes Resultat Schumachers auf einem Rund- oder Straßenkurs. Markham war die perfekte Gelegenheit, genau das zu liefern, weil RLL erstmals in dieser Saison über alle drei Autos hinweg konkurrenzfähig war. Doch dann kam der Crash in der 14. Runde.

Es war das dritte Mal in der laufenden Saison, dass Mick Schumacher in aussichtsreicher Position die Nerven verloren hat. Die anderen beiden Male waren der Indianapolis Grand Prix, als er Santino Ferrucci umdrehte, und Road America, als er sich bei einem Restart verbremste und den eckig gebremsten Reifen wechseln lassen musste. Böse Zungen mögen noch Detroit hinzufügen, aber hier waren Funkprobleme im Spiel und seine Reifen nicht auf Temperatur.

In allen Fällen verschätzte er sich im Zweikampf und ruinierte sich ein mögliches Topresultat. Diesmal war es ein "unforced error" bei eher gemächlichem Tempo, wie er selbst sagte, in der Anfangsphase eines "Survival"-Rennens.

Wirbelt Tsunoda den Fahrermarkt auf?

Mit Tsunoda kommt nun ein Fahrer ins Spiel, der ihm nicht nur in Sachen Speed das Wasser reichen kann, sondern auch dank seiner langjährigen Verbindung zur Honda Racing Corporation (HRC) voraussichtlich jegliche finanziellen Anforderungen im Handstreich begleichen könnte.

HRC US, der amerikanische Ableger von HRC Global, wird seinen IndyCar-Charter für 2028 an MSR knüpfen. Das Arrangement knüpft direkt an den gemeinsamen Werkseinsatz von Acura und MSR in der IMSA SportsCar Championship, der nach der Saison 2026 pausiert wird.

Tsunoda fuhr bereits im Vorfeld des Großen Preises von Las Vegas 2024 ein IndyCar zu Show-Zwecken. Damals auf ein mögliches Engagement angesprochen, sagte der heute 26-Jährige: "Wenn sich zur richtigen Zeit eine gute Gelegenheit ergeben sollte, würde ich das gerne machen." Die einzige offene Frage wäre bei Tsunoda, wie er sich auf Ovalen schlagen würde.

"Mir gefallen die USA, ich könnte hier also durchaus leben. Für den Moment kann ich mir aber noch nicht vorstellen, für mehr als zwei Stunden auf dem Indianapolis Motor Speedway 350 km/h zu fahren. Das ist wirklich furchteinflößend. Deshalb denke ich derzeit nicht über IndyCar nach, aber warum nicht in Zukunft?"

Tsunoda ist nicht der einzige Gegner um das Cockpit. Callum Ilott wäre ebenfalls ein Kandidat, der durch das abrupte Ende des Prema-Engagements die IndyCar-Serie 2026 vom Seitenrand aus verfolgt. Ihm wird aber nur ein Budget von zwei bis drei Millionen US-Dollar nachgesagt.

Zum anderen wäre da die Nachwuchsserie Indy NXT, deren Meister ein Stipendium in Höhe von 850.000 Dollar für die folgende IndyCar-Saison erhält. Allerdings drängt sich in dieser Saison kein neuer Überflieger in der IndyCar-Nachwuchsliga auf.

Tabellenführer Enzo Fittipaldi gilt nach dreieinhalb Formel-2-Jahren mit einem siebten Tabellenrang als bester Platzierung nicht gerade als der nächste Alex Palou. Er gewann vier der bisher 14 Rennen. Die anderen Siege verteilten sich auf sechs weitere Fahrer, von denen keiner mehr als zwei Saisonsiege auf dem Konto hat. Nicht unbedingt ein Jahrgang, der Champions produziert.

Foster: Habe Zusage von RLL zum Verbleib

Lange Zeit deutete einiges darauf hin, dass RLL und Schumacher womöglich Louis Foster aus seinem langjährigen Vertrag bei Rahal Letterman Lanigan Racing herauskaufen könnten. Denn Schumacher und Rahal bilden eine gute Einheit und bevorzugen die gleichen Set-ups beim Auto, während Foster eigene Wege geht.

Zudem soll Schumacher mit seinem Arbeitseinsatz hinter den Kulissen das Team begeistert haben und damit auch einen Anteil an Rahals Podestplätzen haben. Es würde aus sportlicher Sicht für RLL Sinn machen, Foster eine Abfindung zu zahlen und Schumacher zu behalten.

Doch in Markham bekräftigte Louis Foster plötzlich: "Ich habe einen Vertrag und auch nochmal das Versprechen erhalten [dass es weitergeht]." Prompt legte er ein bärenstarkes Wochenende hin, fuhr auf die Poleposition, verunfallte dann aber im Rennen auf ähnliche Weise wie Schumacher. Wie es aussieht, sind die Würfel bei RLL damit gefallen.

Louis Foster verunfallte in Markham nahezu auf dieselbe Weise wie Mick Schumacher

Louis Foster verunfallte in Markham nahezu auf dieselbe Weise wie Mick Schumacher

Foto: Lumen via Getty Images

Mick Schumacher macht kein Geheimnis daraus, dass er gerne der IndyCar-Serie treu bleiben möchte. "Ich mag diese Autos wirklich sehr und ich bin da, um zu bleiben", sagte er bereits im Juli im Podcast SpeedStreet von Conor Daly - also ausgerechnet jenem Fahrer, der sein Fahrzeug übernehmen wird, das dann unter dem Charter von Dreyer & Reinbold Racing eingesetzt werden wird.

Sollte MSR sich nun gegen Mick Schumacher entscheiden, gäbe es für den Deutschen noch Anlaufstellen bei Juncos, A.J. Foyt Enterprises, wo Santino Ferrucci unter Ergebnisdruck steht, und Dale Coyne Racing. Allerdings sind das Cockpits, die gegenüber RLL keinen Aufstieg bedeuten würden, ganz im Gegensatz zu Meyer Shank Racing.

Mick Schumachers bestes Bewerbungsschreiben wäre nach wie vor ein gutes Ergebnis auf einem Rund- oder Straßenkurs. Die Chancen dafür werden nun rapide weniger, denn es stehen nur noch Washington D.C. am kommenden Wochenende und das Finale auf dem Laguna Seca Raceway auf dem Programm. Die anderen beiden Rennen finden in Milwaukee auf einem Oval statt. (IndyCar-Kalender 2026)

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