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TV-Experten diskutieren: Hat Mick Schumacher die IndyCars unterschätzt?

Will Buxton, Townsend Bell und James Hinchcliffe sehen Mick Schumachers Einstellung kritisch - Warum Birmingham zum Scheideweg werden kann

TV-Experten diskutieren: Hat Mick Schumacher die IndyCars unterschätzt?

Mick Schumachers IndyCar-Saison läuft bislang nicht nach Plan

Foto: Penske Entertainment

"Niemand macht mir mehr Druck als ich selbst." - Diese Einstellung bringt Mick Schumacher mit einem gewissen Stolz mit in die IndyCar-Serie und betont das immer wieder. Doch genau hier setzen Experten kritisch an.

Der langjährige Formel-1-Journalist und -Kommentator Will Buxton sowie die beiden Ex-IndyCar-Piloten Townsend Bell und James Hinchcliffe sehen Micks Herangehensweise skeptisch. Hat der Deutsche die US-Topliga im Formelsport vielleicht unterschätzt?

"Gönn dir eine Pause, Mensch!"

Will Buxton hinterfragt während des ersten Freien Trainings in Birmingham vor allem den mentalen Ballast, den sich Schumacher auflädt. "Ich frage mich, wie viel unnötigen Druck er sich selbst macht", so Buxton. Mick kam mit der Ansage in die Saison, nicht wie ein Rookie behandelt werden zu wollen, da er bereits viel Erfahrung im Formelsport mitbringt.

Buxtons Rat ist deutlich: "Gönn dir mal eine Pause, Mensch! Das hier ist anders als alles, was du je zuvor gefahren bist." Er sieht die Gefahr, dass Schumacher sich durch den eigenen Anspruch verbaut, anstatt die Lernphase einer neuen Serie zu akzeptieren.

"Schlag in die Magengrube" in Alabama

Townsend Bell lenkt den Fokus darauf, dass der Barber Motorsports Park (alle Infos zum Rennwochenende!) für Schumacher zum bösen Erwachen werden könnte. Wer aus Europa kommt, denkt beim ersten permanenten Rundkurs der Saison wie Barber automatisch: "Das ist mein Terrain."

Doch Bell warnt: "Genau hier [im Barber Motorsports Park] realisieren Rookies oft: 'Das ist verdammt hart.' In der IndyCar-Serie geht nichts von selbst, nicht einmal ein Platz in den Top 20."

Buxton pflichtet ihm bei und vergleicht das Erlebnis in Birmingham mit einem Schlag in die Magengrube: "Für jeden Fahrer, der aus der Formel 2 oder Formel 1 kommt, ist der erste Besuch in Barber der Tag, an dem der Groschen fällt. Man realisiert: 'Oh Gott, das ist viel schwieriger, als ich dachte.'"

James Hinchcliffe ergänzt, dass die Herausforderung nicht nur auf dem Papier, sondern vor allem im Cockpit stattfindet. Zwar habe Mick durch seine Zeit in der Königsklasse einen Nacken, der jeder Fliehkraft trotzt, doch die wahre Tücke liegt woanders:

"Das Entscheidende ist das Gewicht des Lenkrads. Ohne Servolenkung bekommst du hier erst ein Gefühl dafür, wie physisch dieser Sport wirklich ist", so der Kanadier, der in seiner IndyCar-Karriere sechs Rennen gewann und heute sporadisch in der IMSA SportsCar Championship startet. Das gelte für Schumacher ebenso wie für seine Rookie-Kollegen Dennis Hauger und Caio Collet.

Rennen ohne Zwischenfall muss her

Was die Experten Mick Schumacher für das Rennen in Birmingham mit auf den Weg geben? In erster Linie: Endlich ein Rennen ohne Zwischenfälle zu Ende fahren. (Wie es auch Motorsport-Total.com im YouTube-Video nach Arlington empfohlen hat)

"St. Pete, wo er keine einzige Runde im Rennen gefahren ist, war nicht seine Schuld. In Phoenix hat er einen respektablen Job für sein erstes Ovalrennen gemacht, mit einer unglaublichen Qualifying-Performance. Arlington war ein bisschen eine Achterbahnfahrt mit mehreren Kollisionen und einer Strafe, weil er Lundgaard umgedreht hat", reflektiert Hinchcliffe.

"Er braucht jede einzelne Runde - und zwar sauber. Keine Fehler, kein Abkommen von der Strecke, kein Kontakt. Er muss einfach ein Wochenende ohne Zwischenfall abliefern, um wirklich lernen zu können."

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