Was geht für Mick in Mid-Ohio? Wenig Vorbereitung, vierter Renningenieur
Erneut ein neuer Renningenieur für Mick Schumacher: Vor dem Mid-Ohio Sports Car Course rotiert Rahal Latterman Lanigan durch - Vorbereitung begrenzt
Mick Schumacher erhält erneut einen neuen Renningenieur
Foto: Penske Entertainment
Für Mick Schumacher steht am kommenden Wochenende auf dem Mid-Ohio Sports Car Course das elfte Rennwochenende seiner IndyCar-Premierensaison auf dem Programm. (Alle Infos zum Rennen) Die Vorzeichen für den RLL-Piloten könnten vor dem Honda Indy 200 allerdings kaum unruhiger sein.
Neben einer extrem minimalistischen Vorbereitung muss sich der Deutsche auf dem anspruchsvollen Rundkurs auf die Arbeitsweise seines bereits vierten Renningenieurs in elf Rennen einstellen.
Rahal Letterman Lanigan Racing zieht vollzieht am Kommandostand der #47 einen personellen Reset. Todd Malloy, eigentlich der leitende Chef-Ingenieur des gesamten RLL-Rennstalls, übernimmt ab sofort und für den Rest der Saison den Posten des leitenden Renningenieurs für Schumacher.
Damit setzt sich ein bemerkenswertes Rotationskarussell fort, das Schumachers Rookie-Jahr von Beginn an begleitet. Die Chronologie der Ingenieurs-Wechsel am Funk des 26-Jährigen:
1. Mike Pawlowski: Begann die Saison mit Schumacher, wurde jedoch nach einem schwierigen Saisonstart abgelöst.
2. Eddie Jones: Kam extra aus dem Ruhestand zurück, musste vereinbarungsgemäß jedoch im Mai weichen, da er beim Indy 500 fest für das Zusatzauto von Takuma Sato eingeplant war. Er kehrte von Detroit bis Elkhart Lake zurück.
3. Andy Brown: Wurde exklusiv für das Indianapolis 500 für Schumacher verpflichtet, weil Jones Sato betreute.
4. Todd Malloy: Übernimmt nun permanent ab Mid-Ohio, während Eddie Jones dem Team zumindest im Hintergrund aus der Ferne erhalten bleibt, um den Übergang zu unterstützen.
Malloy bringt reichlich Erfahrung und namhafte Erfolge mit in die Boxengasse: 2003 feierte er mit Paul Tracy den Champ-Car-Titel, 2011 führte er Dan Wheldon als Renningenieur zum dramatischen Sieg beim Indianapolis 500.
Auch Schumacher blickt der engeren Zusammenarbeit positiv entgegen: "Road America war gar nicht so schlecht, hoffentlich können wir den Schwung jetzt mit Todd als Renningenieur mitnehmen. Er ist in Mid-Ohio extrem erfahren, das ist eine gute Ergänzung für das Team. Ich arbeite zwar schon das ganze Jahr über mit ihm, aber eben in einer anderen Funktion. Es ist gut, ihn jetzt direkt an Bord zu haben."
Vorbereitung nur am Privat-Simulator
Für das Team ist das Rennen in Lexington, Ohio, ein echtes Heimspiel - die Wurzeln der Familie Rahal liegen in der Region. "Es ist großartig, nach Mid-Ohio zu fahren, in vielerlei Hinsicht die Heimstrecke von RLL", freut sich Schumacher. "Ich bin gespannt, welche verborgenen Schätze Graham und Bobby uns abseits der Strecke zeigen oder erzählen können."
Die sportliche Herausforderung auf der Berg-und-Talbahn schätzt der Rookie jedoch als hoch ein - vor allem, weil echtes Testen im Vorfeld nicht möglich war. Schumacher war bei einem Vortest in Elkhart Lake dabei, für Mid-Ohio hatte Rahal Letterman Lanigan dann kein Kontingent an Testtagen. Andretti, Dale Coyne, ECR, Juncos, Meyer Shank und Penske testeten in Lexington.
"Es ist eine dieser flüssigen, sehr welligen Achterbahn-Strecken. Es wird mein erstes Mal dort sein. Da die Vorbereitung ziemlich minimal war - ich bin nur zu Hause auf meinem eigenen Simulator gefahren -, hoffen wir einfach, das Beste aus dem zu machen, was wir vorfinden", sagt der 27-Jährige.
Neben dem Kurs dürfte auch das Wetter eine Rolle spielen. Angesichts der erwarteten Sommerhitze hofft Schumacher scherzhaft auf funktionierende Technik im Cockpit: "Ein heißes Rennen ist immer hart, aber zum Glück haben wir die Kühlweste, der uns das ganze Wochenende über schön kühl halten sollte"
"Wir müssen nur darauf achten, dass sie funktioniert. In Detroit schien sie etwas zu kämpfen zu haben. Aber Spaß beiseite: Es wird wichtig sein, einen kühlen Kopf zu bewahren und Schritt für Schritt voranzugehen."
Nach den vielversprechenden Trainingsansätzen und dem turbulenten Verlauf in Elkhart Lake, der letztlich in Platz 17 endete, peilt Schumacher auf der Traditionsstrecke in Ohio endlich eine konstante Steigerung auch im Resultat an.
Sein bisher bestes Saisonergebnis steht bei Platz 16, erzielt auf dem World Wide Technology Raceway in St. Louis. In der Gesamtwertung belegt er vor dem elften Saisonlauf mit 102 Punkten den 24. Rang. Ziel muss hier sein, bis zum Ende der Saison den 22. Platz zu erreichen, weil es nur bis zu diesem finanzielle Zuwendungen durch IndyCar gibt.
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