Wegen Strafe gegen Mick Schumacher: IndyCar ändert Reglement
Nach den konfusen Ereignissen rund um Mick Schumacher und Scott Dixon auf der Road America hat die IndyCar-Serie mit sofortiger Wirkung ihr Regelwerk angepasst
Zu schnelles Fahren in der Boxengasse nach einem Emergency Service wird nicht mehr doppelt bestraft
Foto: Brian Brian
Es ist die direkte Reaktion auf das vieldiskutierte Strafen-Drama von Elkhart Lake: Die IndyCar-Serie hat pünktlich zum Rennwochenende auf dem Mid-Ohio Sports Car Course eine wichtige Regeländerung erlassen. Die Rennleitung modifiziert den Umgang mit Boxenstopp-Beschränkungen unter Gelb.
Damit wird verhindert, dass Fahrer nach einem unverschuldeten Notstopp (Emergency Service) härter bestraft werden als Piloten, die sich ein echtes sportliches Vergehen auf der Rennstrecke geleistet haben.
Bislang besagte die berüchtigte Regel 9.2.2.7 im IndyCar-Regelbuch: Wer während einer Gelbphase mit einer Rückversetzungsstrafe belegt wird, darf die Boxengasse so lange nicht mehr ansteuern, bis das Rennen wieder freigegeben ist und das Auto die Start-Ziel-Linie unter Grün überquert hat.
Genau diese Konstellation hatte das Rennen von Mick Schumacher und Scott Dixon in Elkhart Lake komplett zerstört. Beide mussten wegen Spritmangels bei geschlossener Boxengasse zum Emergency Service (zwei Sekunden Nachtanken) reinkommen.
Weil Schumacher dabei auch noch zu schnell war, griffen die Regeln unbarmherzig ineinander: Er wurde für Speeding ans Ende des Feldes strafversetzt und war damit für den restlichen Verlauf der Gelbphase komplett für die Box gesperrt. Als er dennoch reinkam, um seine Reifen regulär zu wechseln, fing er sich die nächste Durchfahrtsstrafe ein.
Dixon, der ebenfalls nach hinten versetzt wurde, kam ebenfalls zum "Full Service" an die Box und wurde entsprechend mit einer Durchfahrtsstrafe belegt. Allerdings war der Zeitverlust für beide damit immer noch geringer als wenn sie den "Full Service" erst nach dem Restart absolviert hätten.
Was sich ab sofort ändert
Das neue Update fügt eine entscheidende Ausnahme für den Emergency Service (Regel 7.1.3.3.4.4) hinzu. Der neue Absatz 9.2.2.7 lautet nun folgendermaßen:
"Während eines Rennens darf ein Fahrzeug, gegen das eine Strafe in Form einer schwarzen Flagge verhängt oder das gemäß Regel 9.2.2.4 ans Ende des Feldes versetzt wurde, [...] erst dann wieder an die Box fahren, wenn es nach Eintreten einer "Green"-Phase die Start-/Ziellinie überquert hat, es sei denn, dies wurde von IndyCar genehmigt. [...] Diese Regel gilt nicht für Fahrzeuge, die ausschließlich aufgrund der Regel 7.1.3.3.4.4 bestraft wurden."
Was das bedeutet
Konkret kann ein Fahrzeug, das sich eine Strafe aufgrund eines Emergency Service eingefangen hat, nun so oft an die Box kommen, wie es möchte. Damit hätten weder Dixon noch Schumacher in Elkhart Lake eine Strafe erhalten.
Wer sich hingegen ein Vergehen außerhalb des Emergency Service leistet und dafür unter Gelb rückversetzt wird, für den bleibt die Boxengasse nach der Rückversetzung weiterhin strikt tabu. Diese Fahrer dürfen erst nach dem Restart wieder stoppen.
Laut offiziellen Angaben der IndyCar-Verantwortlichen wurde die Regel angepasst, um dem ursprünglichen Geist des Reglements wieder gerecht zu werden. Eine unglücklich getimte Gelbphase soll ein Team in einem taktischen Notfall nicht mehr komplett um alle Chancen bringen.
Für Mick Schumacher und Scott Dixon kommt diese Einsicht zwar ein Rennen zu spät, für das bevorstehende Wochenende in Mid-Ohio schafft es aber dringend benötigte Klarheit.
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