Wildes Nachspiel zwischen Mick Schumacher und Grosjean, dann Versöhnung
Wildes Nachspiel nach dem Milwaukee-Nachholrennen - Mick Schumacher geigt Romain Grosjean die Meinung, bevor sich die Gemüter beruhigen
Mick Schumacher hatte schnellen Gesprächsbedarf mit Romain Grosjean
Foto: Penske Penske
Wilde Szenen nach dem Nachholrennen der IndyCar-Serie auf der Milwaukee Mile: Ein sichtlich aufgebrachter Mick Schumacher rennt nach dem Abstellen der Fahrzeuge noch mit dem Helm auf dem Kopf direkt zum Fahrzeug von Romain Grosjean und geigt ihm die Meinung, noch bevor der Doppelstaatsbürger überhaupt aus seinem Auto steigen kann.
Ein lediglich zweisekündiger Clip auf dem X-Kanal von Christopher DeHarde zeigt, wie der wütende Schumacher sich über das Cockpit von Grosjean beugt. Dieser versucht gerade, aus dem Auto zu klettern, und man hört lediglich ein knappes "Sorry". Schumacher stapft mit Kopfschütteln ab.
Wenig später haben sich die Emotionen gelegt und die beiden sprechen erneut miteinander - diesmal wesentlich freundlicher. Es dauert nicht lange, bis die Sache mit einem Handshake und einer Umarmung endet. Viel ist von dem Gespräch nicht zu hören, nur einmal sagt Grosjean: "Ich wollte zwischen euch beiden durch." Damit meint er Schumacher und dessen Teamkollegen Louis Foster.
Auf die Frage, ob nun alles wieder gut sei, zollt Grosjean Schumacher Respekt: "Der ist echt gut auf Ovalen!" In der Tat hat Mick Schumacher seine überzeugendsten Leistungen in der IndyCar-Saison 2026 auf Ovalen erbracht, wo man es am wenigsten erwartet hatte.
Schumacher: "Noch nie so geschnitten worden"
Dennoch saß der Frust bei Schumacher im ersten Moment tief. Gegenüber Frontstretch Open Wheel fand der Deutsche, bevor die finale Aussprache stattfand, deutliche Worte für die Aktion: "Dieser Kontakt war verrückt. Ich bin in meinem ganzen Leben noch nie von jemanden so geschnitten worden."
Auch brachte er in dem Interview die Reputation Grsojeans aus der Formel 1, in der er sogar schon für Unfälle von Rennen ausgeschlossen wurde, ins Spiel: "Er hat damit in der Vergangenheit schon Erfahrungen gemacht, und man sollte eigentlich meinen, dass jemand daraus lernt."
Besonders auf einem Oval fehlt Schumacher das Verständnis: "Ich finde nicht, dass das echtes Racing ist. Ich bin danach mit viel Frust gefahren, weil das einfach unnötig war. Zum Glück haben wir das Auto von der Mauer ferngehalten. An einem Punkt dachte ich ehrlich gesagt, ich krache in die Mauer an der Boxeneinfahrt."
Immerhin versöhnte der zwölfte Platz im Ziel den RLL-Piloten mit dem Rennergebnis, auch wenn man das Gefühl nicht los wird, dass weitaus mehr drin war. Während Schumacher während des Rennens noch am Funk über die Taktik schimpfte, lobt er das Team im Nachhinein für die Entscheidung, lange draußen zu bleiben:
"Das Team hat definitiv die richtige Wahl getroffen. Ich war eher für den Undercut. Umso beeindruckender, dass die Gelbphase im richtigen Moment kam und wir uns die Runde zurückholen konnten."
Grosjean wiegelt ab und nimmt Foster in die Pflicht
Grosjean schaute sich die Wiederholung des Zwischenfalls nach dem Rennen noch einmal an und sah die Schuld keineswegs allein bei sich. Der Coyne-Pilot nimmt Schumachers Teamkollegen Louis Foster in die Pflicht, der direkt vor dem Duo fuhr.
"Es ist nie gut, Kontakt zu haben. Ich glaube, wir hatten beide Glück", sagt Grosjean. "Ich hatte das Gefühl, dass die #45 von Louis Foster mir einfach direkt vors Auto gezogen ist. Ich musste nach links ausweichen, sonst wäre ich mit meinem Überschuss voll in ihn reingefahren. Leider war Mick dort."
Ganz frei von Schuld spricht sich der Franzose aber nicht frei: "Vielleicht hatte ich Untersteuern, vielleicht habe ich die Linie geschnitten, ja. Ich habe einfach nur versucht, nicht in Louis zu krachen."
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