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15 Jahre Anlauf: Maxime Martin tut es endlich seinem Vater gleich

Spa hatte er schon in der Tasche, doch mit dem Sieg bei den 24 Stunden vom Nürburgring hat Maxime Martin nun endgültig mit seinem Vater gleichgezogen

15 Jahre Anlauf: Maxime Martin tut es endlich seinem Vater gleich

Maxime Martin (links) hat endlich mit seinem Vater am Nürburgring gleichgezogen

Foto: Gruppe C Photography

Das Warten hat ein Ende: Nach 15 Jahren, drei schmerzhaften zweiten Plätzen und unzähligen Anläufen mit den verschiedensten Herstellern hat Maxime Martin die 24 Stunden vom Nürburgring gewonnen. Gemeinsam mit Maro Engel, Fabian Schiller und Luca Stolz vollendete Maxime Martin ein Stück Familiengeschichte.

Für den Belgier ist der Triumph bei der 54. Auflage des Eifelklassikers weit mehr als nur ein sportlicher Meilenstein. 34 Jahre nach seinem Vater Jean-Michel Martin, der 1992 auf einem BMW M3 E30 des Teams Warthofer zusammen mit Johnny Cecotto, Christian Danner und Marc Duez siegte, steht nun auch der Name Maxime Martin in den geschichtsträchtigen Siegerlisten des Nürburgrings.

"Es hat einige verdammt Jahre gedauert", bilanziert ein sichtlich stolzer Maxime Martin im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Zwei Generationen, die dasselbe Rennen gewinnen - dieses ganz spezielle Rennen und dazu Spa -, das ist etwas, worauf wir als Familie extrem stolz sein können."

Bei den 24 Stunden von Spa, die Jean-Michel Martin 1979, 1980, 1987 und ebenfalls 1992 gewann, hat Maxime bereits im Jahr 2016 beim Sieg mit Rowe Racing den Sieg in zweiter Generation sichergestellt.

Der Nürburgring schien für ihn jedoch mit einem Fluch belegt zu sein: Zweiter Platz 2013, als er im Regen herausragend fuhr, Abflug als Topfavorit in der Startphase 2014, zweiter Platz 2015, zweiter Platz 2023 - alles mit BMW. Erst jetzt mit Mercedes-AMG gelang ihm im Alter von 40 Jahren der ersehnte Triumph.

Das Spiel mit dem Rennglück

Lange Zeit sah es so aus, als müsste sich Martin bei der 54. Auflage erneut mit dem undankbaren zweiten Platz abfinden. Das Schwesterauto, Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella), war nach den harten Kämpfen in der Nacht auserkoren, das Rennen zu gewinnen.

Am Sonntagmorgen wurden die Positionen eingefroren, um das teaminterne Duell zu entschärfen. Doch das berüchtigte Nordschleifen-Glück, das Martin in der Vergangenheit so oft verwehrt geblieben war, wendete sich drei Stunden und 20 Minuten vor dem Ende, als die #3 mit einem Antriebswellenschaden an die Box kommen musste.

"Ich war in meiner Karriere schon so oft auf der anderen Seite", gesteht der Belgier ehrlich. "Um ein 24-Stunden-Rennen zu gewinnen, brauchst du an irgendeinem Punkt einfach das nötige Quäntchen Glück. Wir hatten es dieses Mal. Natürlich ist man im ersten Moment enttäuscht für das Team, weil Winward und Mercedes-AMG einen sicheren Doppelsieg vor Augen hatten."

"Aber man darf auch nicht lügen: Ich war in gewisser Weise glücklich, dass sich uns diese Chance bot. Wir mussten das Rennen zwar immer noch nach Hause bringen, aber die Chance war plötzlich riesig. Ich nehme dieses Gefühl des Sieges jetzt dankend mit."

Den vorangegangenen, knallharten Rad-an-Rad-Kampf in der Nacht zwischen Maro Engel und Max Verstappen verteidigt Martin als "großartigen Rennsport": "Wir sind hier, um Rennen zu fahren. Natürlich sind wir ein Team und arbeiten alle für Mercedes-AMG. Aber am Ende fährt jeder sein eigenes Rennen."

"Das Red-Bull-Auto wollte gewinnen, das Ravenol-Auto wollte gewinnen. Mit diesen Autos ist das Überholen hier extrem schwierig, also riskiert man manchmal etwas mehr. Am Ende ist nichts schiefgegangen, und das gehört zum Racing dazu."

"Drying Wet" am Samstagabend als Schlüssel

Dass das Quartett überhaupt zum Verstappen-Auto aufschließen konnte, war einem strategischen Geniestreich am Samstagabend zu verdanken. Als der Regen einsetzte, setzte die #80 auf Risiko: Statt der regulären Regenreifen zog man einen profilierten Pneu auf, der für abtrocknende Bedingungen ausgelegt war, der sogenannte "Drying Wet".

"Da haben wir den entscheidenden Unterschied gemacht", erinnert sich Martin. "Alle anderen sind auf normale Regenreifen gegangen, aber kurz darauf hörte es schon wieder auf zu regnen. Wir konnten einen kompletten Stint durchfahren. Das hat uns strategisch nach vorne gespült und uns im Endeffekt sogar einen Boxenstopp eingespart."

Mit diesem geschichtsträchtigen Triumph im Gepäck, nach den 12 Stunden von Spa schon der zweite der Saison, kann Martin nun entspannt nach Le Mans blicken, wo er in den LMGT3-Klasse auf einem Mercedes-AMG von Iron Lynx an den Start geht. In Le Mans blieb sein Vater sieglos - es besteht also die Chance, die Familiengeschichte noch auszubauen.

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