24h Nürburgring 2022 letztes Rennen für die White-Angel-Viper

Die weiße Dodge Viper #13 wird beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2022 ihr letztes Rennen auf der Nordschleife bestreiten

24h Nürburgring 2022 letztes Rennen für die White-Angel-Viper
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Das Ende einer Legende steht bevor: Das Dodge Viper Competition Coupe, das seit Jahren fixer Bestandteil des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring ist, wird bei der 50. Ausgabe des Rennens seinen letzten Einsatz absolvieren. Grund dafür ist die schwierige Ersatzteilversorgung.

Teamchef Bernd Albrecht verkündet im Livestream der 24h Qualifiers: "Wir kämpfen Jahr für Jahr, also von 24-Stunden-Rennen zu 24-Stunden-Rennen, dass wir die Viper perfekt vorbereiten können. Das bedeutet ein Jahr harte Arbeit. Irgendwann ist das nicht mehr machbar."

Grund dafür ist weniger die derzeitige Lage auf dem Weltmarkt mit unterbrochenen Versorgungsketten durch die Doppelbelastung aus COVID-19-Pandemie und Ukraine-Krieg. Vielmehr ist das generelle Alter des Fahrzeugs ein Problem. Hinzu kommt noch die Herausforderung, dass der Bolide mit klimaschonendem E20-Kraftstoff fährt.

"Wir warten zwei Jahre auf ein Steuergerät oder ein Jahr auf ein Getriebeteil. Denn die Teile kann man nicht einfach selber bauen", nennt Albrecht eines von vielen Beispielen, die den Einsatz des exotischen Muscle Cars immer weiter erschweren.

"Wenn wir Dichtungen im Briefumschlag aus Australien kommen lassen, oder eine Heckscheibe als Einzelanfertigung aufwändig besorgen müssen, haben wir unsere Grenzen des Machbaren erreicht. Wir waren uns gemeinsam einig, dass es an der Zeit ist, die Viper in Rente zu schicken. Das Jubiläumsrennen wird dafür die würdige Kulisse bieten.", fügte der Teamchef hinzu.

Albrecht, der selbst als Fahrer auf der Viper ins Lenkrad greift, geht die Sache nach dem Motto "ganz oder gar nicht" an: "Bei uns fährt ein Profi wie Sebastian Asch auf dem Auto. Dem wollen wir natürlich auch ein tolles Auto hinstellen, wo alles neu gemacht ist, wo alles gut gemacht ist." Die weiteren Fahrer in diesem Jahr sind Andreas Sczepansky und Kurt Ecke.

"Das ist einfach nicht mehr gewährleistet. Darum habe ich leider mit einem großen, weinenden Auge entschieden, dass das 50. 24-Stunden-Rennen auch das letzte Rennen der White-Angel-Viper sein wird."

Das Team sammelt Spenden für die Fly-and-Help-Stiftung von Reiner Meutsch, die seit 13 Jahren in verschiedenen Ländern der Welt Schulen baut. Aktuell ist man in 54 Staaten auf drei Kontinenten aktiv. Erst im November 2021 hat die Stiftung ihre 500. Schule eröffnet - Tendenz weiter steigend.

Nachfolgeprojekt fest eingeplant

Manfred Sattler, der Besitzer des Fahrzeugs, spricht allen Beteiligten an dem Projekt einen großen Dank aus: "Ohne eure Hilfe wären unsere Charity-Projekte nicht möglich gewesen. Ihr habt geholfen, dass Kinder auf der ganzen Welt Zugang zu Bildung bekommen."

"Jede helfende Hand im Fahrerlager, bei den Vorbereitungen, dem Catering oder bei der Pressearbeit hat einen wertvollen Beitrag zum Gelingen beigetragen. Zahllose Stunden hat sich jeder mit ganzem Herzen eingebracht und sich mit dem Projekt identifiziert. Spender aus der Industrie, dem Mittelstand aber auch private Unterstützer standen uns treu zur Seite, um uns mit Sach- und Geldspenden oder mit ihrer Arbeitskraft zu helfen. Danke!"

Die Viper mag ins Museum rollen, das Projekt für den guten Zweck mit einem Einsatzteam bei 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring wird aber weitergehen. Albrecht lässt noch nicht durchblicken, welches Fahrzeug zum Einsatz kommt, spricht aber von einem "echten Hingucker".

‘¿’"Wir werden zurückkommen. Allein durch das diesjährige 24-Stunden-Rennen und die ehrenamtliche Arbeit von einem Jahr haben wir schon zwei Schulen vor dem 24h-Rennen zusammen - ein Gymnasium und eine Grundschule."

"[Das Einsatzfahrzeug] steht noch nicht ganz fest. Es wird auf alle Fälle ein Auto sein, das man schon lange nicht mehr gesehen hat, und auch wieder ein Auto, das es nur ein Mal gibt. Es ist eine Sucht von mir, Gutes zu tun und im Kreis zu fahren, schon seit Jahren."

Wer das Team unterstützen will, kann beispielsweise beim 24-Stunden-Rennen einen Hubschrauberflug buchen. Den Erlös spendet die Anbieterfirma Nimex dann an Fly & Help.

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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