24h Nürburgring 2026: Aus für Manthey-Porsche "Grello" nach Crash
Kevin Estre dreht sich im Brünnchen und knallt in die Bande - Anschließend fliegt auch noch ein Ford ab - Offenbar Ölspur im Brünnchen
Der Grello ist im Brünnchen wohl auf einer Ölspur abgeflogen
Foto: Leon Leon
Aus der Traum für den Grello: Der Manthey-Porsche #911 (Estre/Preining/Güven/Campbell) ist bei der 54. Auflage der 24 Stunden vom Nürburgring (hier in Liveticker und Livestream!) nach knapp vier Stunden ausgeschieden. Kevin Estre hatte einen Unfall im Streckenabschnitt Brünnchen.
Der Grello war neben dem Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella) das bestimmende Auto der Anfangsphase des Rennens, obschon selbst Ayhancan Güven keine wirkliche Antwort auf den Speed von Max Verstappen hatte. Mehr als 20 Sekunden fuhr der viermalige Formel-1-Weltmeister auf den amtierenden DTM-Champion heraus.
Nach dem Wechsel auf Jules Gounon und Kevin Estre begann die Jagd erneut. Gounon hatte in einer langen Code-120-Zone Pech und blieb hinter dem Dacia Logan hängen, der keinen Geschwindigkeitsbegrenzer hat. Daher verlor er zehn Sekunden auf einen Schlag.
Doch bevor es zu einem erneuten Duell kommen konnte, flog Estre im Brünnchen urplötzlich ab. Er schlug mit dem Heck voraus ein und konnte anschließend nur noch den Porsche 911 GT3 R (992) abstellen, weil die Schäden zu groß waren. Minutenlang saß der Franzose fassungslos im Cockpit.
"Ich war in meinem zweiten Stint in der zweiten Runde im Brünnchen, habe ein anderes Fahrzeug überholt und plötzlich habe ich das Heck wegen Öl auf der Strecke, verloren. Es gab leider keine Flaggen und niemanden vor mir, was mich hätte warnen können", so der Sieger des Rennens von 2021.
"Es tut mir sehr leid für das ganze Team. Sie haben die ganze Woche wie immer einen tollen Job gemacht, daher ist die Situation einfach hart zu akzeptieren. Leider ist Motorsport manchmal so und gerade auf dem Nürburgring kann immer viel passieren."
Wie sich zeigte, verlor der Four-Motors-Porsche #320 ("Smudo"/Bollerslev/van Ramshorst/Lopez Cesaratto) Betriebsmittel. Auf dieser Spur rutschte der Grello dann aus. Die Fahrer haben den seit einigen Jahren verbauten Asphalt schon öfter dafür kritisiert, dass sich Nässe bei Dunkelheit nicht richtig erkennen lässt. Das Brünnchen wurde zuletzt im Winter 2016/17 neuasphaltiert.
Raeder: Da konnte er nichts für
Nicki Raeder, Managing Director bei Manthey Racing, sagt: "Er ist leider auf einer Ölspur ausgerutscht, da konnte er nichts für. Das ist halt der bittere Teil dieses Rennens. Auf dieser Strecke ist das so schwierig zu sehen. Er ist eingeschlagen und dann ist der Motor leider festgegangen, weil ein Riemen abgesprungen ist. Da ist auch nichts mehr zu reparieren."
Er sieht es philosophisch: "Grundsätzlich ist der Motorsport ja sehr charakterbildend und wenn man erfolgreich ist, kann man auch sicher sein, dass relativ schnell auch ein Misserfolg kommt. am Ende macht es aber aus, dass man trotzdem weitermacht." Er stellt dabei in Aussicht, dass Manthey Racing 2027 beim 24-Stunden-Rennen wieder mit zwei Porsche 911 GT3 R antreten könnte.
"Es tut mir wirklich sehr leid und ich meine für uns alle, für mich natürlich auch", so Raeder weiter. "Es ist schade, aber Grello ist ein Versprechen und wenn wir antreten, wollen wir vorne fahren. Und vorne fahren ist natürlich auch nicht frei von Risiko, das muss man auch sagen."
"Wir haben gekämpft, wir waren dabei, es wäre noch zäh geworden, auf jeden Fall, aber ich glaube, wir hätten auch eine gute Show bieten können und es tut mir leid, dass es so früh passiert ist, ich habe trotzdem noch Spaß da draußen."
Der Grello war nicht das einzige Fahrzeug, das sich in der "YouTube-Corner" drehte, die diesen inoffiziellen Namen zahlreicher YouTube-Kanäle verdankt, die dort spektakuläre Szenen vor allem von Touristenfahrten einfangen.
Direkt hinter Estre drehte sich ein kleineres Fahrzeug, schlug aber nicht ein. Als die Stelle gerade geräumt war, hatte Arjun Maini im HRT-Ford #64 (Stippler/Maini/F. Scherer/Schumacher) einen schweren Unfall, als er ebenfalls wegrutschte und durch einen Gegenpendler frontal einschlug.
Sportwarte-Fehler sorgt für Scherer-Aus
Zuvor hatte es noch drei weitere Mitfavoriten auf den Sieg erwischt, die nicht mehr im Rennen sind. Schon in der zweiten Stunde des Rennens flog der Kondo-Ferrari #45 (Perel/Marschall/Vermeulen/Neubauer) im Bereich Hatzenbach ab, weil es ein Missverständnis mit dem Sorg-Cayman #969 (Strube/Stewart/Wagner/Jacobs) gab. (Doppelter Rückschlag für Lamborghini in der Startphase)
Eine kuriose Kollision beendete das Rennen für den KCMG-Mercedes #47 (Fukuzumi/Krohn/Pittard/Gamou) und den Scherer-Phx-Audi #16 (Haase/Sims/B. Green). Ein Fehler beim Aufbau einer Code-60-Zone sorgte dafür, dass Alexander Sims volles Rohr auf Jesse Krohn auffuhr.
Die Sportwarte untersuchten die Situation und kamen zu dem Schluss: "An Posten 172 wurde eine grüne Flagge gezeigt, woraufhin der Fahrer von Fahrzeug #47 beschleunigte, um ein langsameres Fahrzeug zu überholen."
"Am folgenden Streckenposten wurde jedoch ein 'Code 60'-Signal angezeigt, welches den Fahrer von Fahrzeug #47 dazu verpflichtete, die Geschwindigkeit reglementskonform auf 60 km/h zu reduzieren. Infolgedessen kollidierte das nachfolgende Fahrzeug #16 mit Fahrzeug #47, da der Fahrer von Fahrzeug #16 dieses Bremsmanöver nicht vorhersehen konnte."
"In diesem Fall können die Sportkommissare keinem der beteiligten Fahrer die Verantwortung für den Vorfall anlasten. Die Sportkommissare haben den Rennleiter gebeten, den Vorfall zu überprüfen und sicherzustellen, dass ein solcher Kommunikationsfehler innerhalb der Signalkette nicht noch einmal auftritt."
Verstappen mit brillantem Doppelstint
Die Führung wechselt derzeit je nach Boxenstopp zwischen dem Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella) und dem HRT-Ford #67 (Olsen/Mies/Vervisch/Stippler) hin und her. Unter Berücksichtigung der Boxenstopps hat der Verstappen-AMG das Geschehen aber locker im Griff.
Max Verstappen fuhr in einem eindrucksvollen Doppelstint von Platz vier bis an die Spitze. Er war dabei mit hohem Risiko unterwegs, das sich aber auszahlte. So überholte er teilweise mit zwei Rädern im Gras. Seine Zeiten konnte sowohl bei Trockenheit als auch leichtem Regen niemand wirklich mitgehen.
Der schärfste Gegner im Kampf um den Sieg ist nun der eigene Teamkollege, der Winward-Mercedes #80 (Engel/Schiller/Stolz/Martin). Die BMW M4 GT3 Evo scheinen in diesem Rennen nicht den nötigen Speed zu haben, um aus eigener Kraft ganz vorne eingreifen zu können.
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