24h Nürburgring 2026: Neues Qualifying-Format und wichtige Änderungen
Drei Qualifying-Abschnitte, neue Startplatzregeln und mehr visuelle Unterstützung: 2026 bringt mehrere Änderungen für das 24h-Rennen
Fahrzeuge des 24h Nürburgring in der Startaufstellung
Foto: Gruppe C Photography
Das einzig Konstante ist die Veränderung: Diese Redewendung trifft auch auf das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu. Für das Jahr 2026 wurde das Reglement durch den ADAC Nordrhein an einigen Stellschrauben angepasst. Hier folgt ein Ausblick auf die wichtigsten Neuerungen - und eine Auffrischung in Sachen Startplatzvergabe.
Top-Qualifying: Drei Abschnitte nach Vorbild der Formel 1
Nachdem das Einzelzeitfahren um die besten Plätze in der ersten Startgruppe in der Vergangenheit zunächst aus einem, zuletzt aus zwei Abschnitten bestand, ist es nun, ähnlich wie in der Formel 1, in drei Abschnitte unterteilt: Top-Q1, Top-Q2 und Top-Q3 als Highlight. "Wir haben uns für das neue Format entschieden, da wir den Ablauf für die Fans nachvollziehbarer und transparenter gestalten wollten", erklärt Rennleiter Walter Hornung.
Dafür sind wie bisher nur die Top-Klassen des Feldes zugelassen: SP9 (FIA-GT3), SP11 (GT2), AT1 und SP-Pro. Und schließlich sind auch Fahrzeuge der SP-X startberechtigt, soweit das Team einen entsprechenden Antrag bei der Rennleitung stellt und eine Motorleistung von mindestens 450 PS vorweisen kann.
Wie bislang ist auch eine vorzeitige Qualifikation für das Einzelzeitfahren möglich. Maximal sechs Fahrzeuge können sich im Vorfeld den Startplatz im abschließenden Top-Q3 sichern. Hierzu werden die Ergebnisse aus den ersten drei Saisonläufen der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) sowie des 24h-Nürburgring-Qualifiers herangezogen.
Bei den NLS-Läufen gibt es einen Startplatz für die Gesamt-Schnellsten aller Qualifyings und zwei Plätze für die Schnellsten der Rennen, wobei jeweils alle Sektorenzeiten, die die in der Ausschreibung aufgeführten Kriterien erfüllen und zur Wertung gekommen sind, zu theoretischen Bestzeit-Runden kumuliert werden.
Im Rahmen der 24h-Qualifiers wird ein Startplatz an das Team mit der schnellsten Rundenzeit aus Qualifying und Top-Qualifying vergeben. Je ein weiterer Startplatz geht an die Teilnehmer mit der theoretisch schnellsten Renn-Rundenzeit in den beiden Rennen des Wochenendes.
Bei den 24h Nürburgring wird es dann am Freitag ernst: Im Top-Q1 treten zunächst einmal alle startberechtigten Fahrzeuge an, die noch nicht für das Top-Q3 gesetzt sind - für bereits vorqualifizierte Fahrzeuge ist die Teilnahme außerhalb der Wertung ebenfalls erlaubt, aber nicht obligatorisch. Die 20 schnellsten Autos aus der ersten Top Q-Session rücken in das Top-Q2 auf.
Diese kämpfen dann um die verbleibenden freien Plätze für das Einzelzeitfahren. Bei dieser Session können die vorqualifizierten Fahrzeuge nicht teilnehmen. Die Top-Q-Sessions 1 und 2 dauern jeweils 35 Minuten. Im finalen Top-Q3 treten dann maximal zwölf Fahrzeuge in einem Einzelzeitfahren im Kampf um die Poleposition gegeneinander an.
Leuchttafeln für bessere Sicht auch tagsüber
Dass bei einsetzender Dunkelheit die Flaggensignale der Sportwarte durch Leuchttafeln ersetzt werden, ist an ausgewählten Positionen inzwischen bewährte Praxis bei den 24h Nürburgring. Doch ab 2026 sollen die Fahrer an diesen Streckenabschnitten auch tagsüber visuell stärker unterstützt werden. Deswegen werden dort zusätzlich zu den Flaggen nun auch Leuchttafeln eingesetzt. Diese geben dabei ausschließlich das Flaggensignal wieder, welches am Streckenposten gezeigt wird.

Sportwart der 24h Nürburgring mit einer roten Flagge
Foto: Gruppe C Photography
Maßgeblich ist immer das Flaggensignal - die Anzeige der Leuchttafeln hat insofern keine sportrechtliche Relevanz, sondern dient alleine der Unterstützung. "Wir haben dieses System beim zweiten NLS-Rennen 2026 ausprobiert", sagt Rennleiter Hornung. "Es kam bei den Fahrern und den Sportwarten vor Ort, die es bedienen müssen, sehr gut an." Geplant ist, 28 Anzeigetafeln an der Nordschleife und acht auf dem Grand-Prix-Kurs einzusetzen.
Nennungen: 150 Teilnehmer gehen maximal ins Rennen
Laut Reglement sind beim 24h Nürburgring maximal 150 Teilnehmer startberechtigt. Während diese Zahl in den vergangenen Jahren nicht ganz erreicht wurde, freuen sich die Organisatoren 2026 über einen wahren Ansturm an interessierten Teams, sodass bereits drei Wochen vor dem Nennungsschluss sicher ist: Die Maximalzahl wird in diesem Jahr ausgeschöpft.
Um den Teams ein gerechtes Verfahren zu bieten, sieht die Ausschreibung vor, dass nach dem Ende der Nennfrist eine Prüfung und Auswahl erfolgt, bei der unter anderem die Ausgewogenheit der Klassen und die technische und sportliche Qualität der Teams und Fahrzeuge relevant sind - schließlich lebt das Rennen auch von der Vielfalt - vom "kleinen" Produktionswagen bis zum bulligen GT3.
Zieht ein vom Veranstalter angenommenes Team seine Nennung zurück, ist ein Nachrückverfahren vorgesehen, bei dem freiwerdende Plätze dann durch zuvor nicht berücksichtigte Teams nachbesetzt werden.
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