24h Nürburgring 2026 Q1: Beinahe-Katastrophe bei Unfall
Um ein Haar wäre Alex Hardt von einem anderen Fahrzeug erfasst worden, doch die Sache geht glimpflich aus - Lionspeed-Porsche verunfallt, Verstappen schadlos
Einer der Unfallbeteiligten: Der "Girls only"-Porsche #146 wird fieberhaft repariert
Foto: smg/Stritzke smg/Stritzke
Die 54. Auflage des 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring (hier in Liveticker und Livestream!) hätte im ersten Qualifying beinahe ganz hässliche Bilder produziert. Schon in den ersten Minuten kam es nämlich zu einem Unfall, bei dem vor laufender Kamera ein Fahrer hätte überfahren werden können. Glücklicherweise blieb es bei einem - für die Teams dennoch natürlich mehr als ärgerlichen - Blechschaden.
Alexander Hardt blieb mit seinem Black-Falcon-Porsche offenbar mit einem Motorschaden direkt hinter dem Michael-Schumacher-S liegen. Statt sich in Sicherheit zu begeben, blieb er in der Nähe seines brennenden Autos, um Marshals mit Feuerlöschern herbei zu winken.
Dabei bewegte er sich gerade in Richtung seines Autos zurück, als Janina Schall im WS-Porsche #146 (Schreiner/Schall/Halder/Wohlwend) aus dem "Girls only"-Projekt dem gestrandeten Porsche nicht mehr ausweichen konnte. Glücklicherweise unternahm sie keinen Ausweichversuch nach links, sonst hätte sie Hardt womöglich vor laufenden Kameras mit rund 180 km/h überfahren.
Beim Blechschaden blieb es auch bei einem fast gleichzeitig stattfindenden Unfall des Lionspeed-Porsche #24 (Heinrich/L. Vanthoor/Feller). Ricardo Feller testete gleich auf seiner ersten Runde den Reifenstapel im Bereich Metzgesfeld aus und beschädigte den Vorderwagen. Der Bolide musste abtransportiert werden.
Erstes Qualifying als Survival-Aufgabe
Zuvor hatte bereits der Konrad-Lamborghini #7 (Paul/Lefterow/Stalidzane/Engelhart) seinen Treffer am Pechrad erzielt: Der Lamborghini Huracan GT3 Evo2 kokelte an der Box, konnte aber gelöscht werden und nahm das Training später auf.
Für einen weiteren Defekt sorgte Christopher Mies, der mit dem HRT-Ford #67 (Olsen/Mies/Vervisch/Stippler) im Bereich Flugplatz auf einen Porsche Cayman auffuhr und sich dabei den Kühler beschädigte. Weitere Fahrzeuge aus kleineren Klassen verteilten ebenfalls reichlich Betriebsmittel auf der Fahrbahn, sodass kein wirklich Rhythmus aufkommen wollte.
Teambesitzer Henry Walkenhorst kritisiert das Feld hart: "Das Wetter war toll, aber wir hatten dreimal Code 60. Das muss doch in der ersten Runde nicht sein. Die waren alle etwas zu mutig und es gab noch ein paar feuchte Stellen.
Nach diesem turbulenten Auftakt ins Rennwochenende stabilisierte sich die Lage in den folgenden Minuten. Aufgrund der Code-60-Zonen durch die Unfälle konnten lange Zeit keine aussagekräftigen Zeiten gesetzt werden.
AMG-Bestzeit nach viel Blechschaden
In der zweiten Hälfte gab es dann eine kurze Phase mit trockener Strecke und ohne Code-60-Zonen, in der Fabian Schiller im Winward-Mercedes #80 (Engel/Schiller/Stolz/Martin) die Bestzeit in 8:14.957 Minuten fuhr. 15 Minuten vor Schluss setzte dann Hagel im Bereich der Grand-Prix-Strecke ein, was die Zeitenjagd beendete.
Auf Platz zwei kam der Vorjahressieger, der Rowe-BMW #1 (Farfus/Marciello/Pepper/K. van der Linde), gefolgt vom Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella) rund um Max Verstappen. Der Formel-1-Superstar eröffnete die Session und spulte ein problemloses Programm ab. Die richtige Zeit für spektakuläre Zeiten ist momentan noch nicht.
Das Training war ohnehin mehr eine Survival-Aufgabe. Jeder Fahrer muss zwei Pflichtrunden in den drei Qualifyings (nicht Top-Qualifying) absolvieren, um am Rennen teilnehmen zu dürfen. Davon möglichst viel zu erfüllen, war die primäre Aufgabe der Sitzung, die noch auf teils feuchter Strecke begann.
Für die Topklassen sind die regulären Qualifyings ohnehin nur Freies Training; festgelegt werden hier nur die Plätze in den kleineren Klassen.
Christopher Haase aus dem Scherer-Phx-Audi #16 (Haase/Sims/B. Green) fasste es während der Session zusammen: "Mit diesen Bedingungen willst du das Wochenende eigentlich genau nicht beginnen. Wir sind herausgefahren, als es noch ein paar nasse Stellen gab. Das macht es irrsinnig schwer."
"Wir sind in einem Temperaturbereich, in dem die Reifen länger brauchen, bis sie zum Arbeiten kommen. Wir haben uns da erstmal rangetastet. Ich habe gesehen, dass es jetzt gerade keinen Sinn macht, hier groß zu pushen."
Die erste Strafe des Wochenendes hat es auch schon gegeben: Marco Holzer aus dem Manthey-Porsche #992 (B. Griesemann/G. Greisemann/Adorf/Holzer) hat das E-Learning nicht rechtzeitig absolviert und muss daher 100 Euro Strafe zahlen. Der Porsche war mit Björn Griesemann am Steuer ebenfalls in einen heiklen 540-Grad-Dreher im Falken-Bogen involviert, schlug dabei aber nicht ein.
Das zweite Qualifying beginnt am Donnerstagabend um 20 Uhr.
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