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24h Nürburgring: Gelingt dem Grello die Revanche nach Strafe im Vorjahr?

Kevin Estre über die Chancen des Manthey-Porsche "Grello" bei den 24 Stunden vom Nürburgring 2026 - Wenig Vorbereitung und kleinerer Restriktor

Wenig Vorbereitung: Kann der Grello Max Verstappen trotzdem besiegen?

Der Grello hat nach dem Vorjahr noch eine Rechnung offen, war aber bislang noch nicht ganz top in 2026

Foto: Patrick Patrick

Nach der bitteren Strafe im Vorjahr, die Manthey Racing um den Sieg brachte, sinnt der Grello in diesem Jahr auf Rache. Allerdings ergibt sich ein Problem: Aufgrund von Terminkollisionen und dem abgesagten ersten NLS-Lauf haben Ayhancan Güven und Thomas Preining erst ein, Kevin Estre noch gar kein Rennen auf der Nordschleife in diesem Jahr bestritten.

Auch war die Performance bislang noch nicht überragend. Bei NLS3 fuhren sich Güven und Matt Campbell zwar vom 16. auf den zweiten Gesamtrang vor, hatten aber lange Zeit nicht die Pace des KCMG-Mercedes, der bis zur Strafe klar auf Siegkurs gelegen hat.

Beim einzigen gewerteten Rennen der 24h-Qualifiers fingen sich Campbell und Preining 46,8 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Scherer-Audi ein. Bei der schnellsten Rennrunde fehlten fast fünf Sekunden auf die schnellsten Umläufe.

Nicht unbedingt Leistungen, die man vom Grello gewohnt ist, der normalerweise ganz vorne anzutreffen ist. Der Porsche 911 GT3 R hat für die Saison 2026 ein Update erhalten. Damit wurde aber auch einer der beiden Luftmengenbegrenzer von 36 auf 35 Millimeter verringert. Damit verliert der Boxer-Motor knapp drei Prozent seiner effektiven Ansaugfläche. (BoP 24h Nürburgring 2026)

Zwar ist der Porsche schon vor dem Evo-Paket mit dieser Konfiguration bei einigen NLS-Läufen gefahren, beim 24-Stunden-Rennen standen bisher aber immer zwei volle 36er-Restriktoren zur Verfügung. Außerdem ist der Evo-Porsche mit 1.345 Kilogramm 20 Kilo schwerer als das Vorgängermodell im Jahr 2025, 15 Kilo schwerer als 2024 und 25 Kilo schwerer als 2023.

Estre macht Grello-Fans im Gespräch mit Motorsport-Total.com aber Mut: "Wir haben ein sehr starkes Paket, wie jedes Jahr eigentlich, also müssen wir um den Sieg kämpfen. Der Wettbewerb ist sehr stark dieses Jahr und es gab anders als in anderen Jahren bei den Vorbereitungsrennen sehr viele starke Fahrzeuge.

Der Franzose glaubt allerdings nicht, dass das Evo-Paket den Nachteil des kleineren Restriktors ausbügeln kann: "Da hat sich nicht viel geändert, weil wir auf dem Nürburgring das Paket bereits im vergangenen Jahr genutzt haben. Das war damals quasi schon auf dem Niveau des jetzigen Evo-Modells."

Dazu zählen unter anderem die Radhausentlüftungen auf der Oberseite des Kotflügels, die sogenannten Louvres. Diese sind auf der Nordschleife aus Sicherheitsgründen aufgrund der Erfahrungen des tragischen Unterluft-Unfalls von Jann Mardenborough im Jahr 2015 vorgeschrieben, um den Auftrieb am Vorderwagen zu verringern. Die reguläre GT3-R-Version hat diese erst jetzt beim Update erhalten.

Die Aufgabe ist für den Grello also nicht leichter geworden, aber den Top-Porsche schlechthin am Ring im Vorhinein abzuschreiben wäre fatal. Doch auch Estre bleibt vorsichtig: "Gerade der Verstappen-Mercedes hat eine sehr gute Vorbereitung gehabt, besser als wir."

"Dass Max dabei ist, ist für uns alle ein Gewinn. Für die Fans, den Veranstalter und letztlich auch für uns Fahrer. Denn wenn wir mit ihm mithalten können, wäre das der Beweis, dass wir keine Pappnasen sind."

"Manthey ist sehr stark. Mit der Erfahrung aus DTM und WEC kann diese Mannschaft immer bei den Kleinigkeiten den Unterschied machen, auf die es ankommt. Und die Entwicklung des Grips auf der Strecke ist immer etwas anders als bei den vierstündigen Rennen, da müssen wir das Set-up gut hinbekommen."

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