Abt-Disqualifikation bei 24h-Rennen? Zweiter Verhandlungstermin steht fest
Nach dem Abbruch des ersten Hearings könnte noch diese Woche die Entscheidung fallen, ob Abt Platz zwei beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring verliert: Die Details
War der Abt-Lamborghini mit der #84 beim 24-Stunden-Rennen zu schnell?
Foto: Abt Sportsline
Entscheidet sich noch diese Woche, ob Abt nach Platz zwei beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring disqualifiziert wird? Nachdem die Sitzung der Sportkommissare am vergangenen Freitag abgebrochen werden musste und das Urteil vertagt wurde, weil es von Seiten des Lamborghini-Teams "technische Nachfragen" gab, "die während des Hearings nicht unmittelbar zu klären waren", gibt es nun einen neuen Termin.
"Die zweite Sitzung der Sportkommissare mit den Vertretern des Teams Abt wird am Freitag, 12. Juni 2026, 10:00 Uhr online stattfinden", kündigt ein Sprecher des 24-Stunden-Rennens mit. Die Entscheidung sollte also gegen Mittag offiziell werden.
Laut Informationen von Motorsport-Total.com haben die Experten des Technikausschusses Abt diese Woche Auskunft über Details zur Nachuntersuchung auf dem Rollenprüfstand in Mechernich und die Umrechnung der Messergebnisse gegeben. Abt verfügt selbst über einen Rollenprüfstand, mit dem die Leistung des Fahrzeugs gemessen werden kann.
Offene Fragen über Bericht des Technikausschusses
Offenbar gab es diesbezüglich bei Abt offene Fragen, was den Bericht des Technikausschusses angeht. Im Bericht wird das Lamborghini-Team damit belastet, dass es bei der Nachuntersuchung Unregelmäßigkeiten beim Huracan GT3 Evo2 im Hinblick auf die erlaubte Motorleistung gab.
Der Lamborghini Huracan GT3 Evo2 im Red-Bull-Design, mit dem Luca Engstler auch die Poleposition-Zeit und Patric Niederhauser die schnellste Rennrunde fuhr, soll rund 20 PS über der Referenzmessung gelegen haben, die 2025 durchgeführt wurde.
Damit läge das Fahrzeug mit der Startnummer 84 deutlich über der zulässigen Toleranz von zwei Prozent. Die Referenzmessung wird dazu genutzt, um die GT3-Fahrzeuge beim 24-Stunden-Rennen auf der Nordschleife mithilfe einer Balance of Performance (BoP) künstlich aneinander anzugleichen. Aus diesem Grund handelt es sich beim Überschreiten der Referenzwerte um einen Regelverstoß.
Schon vor der Untersuchung, bei der fünf weitere Boliden überprüft wurden, waren die Lamborghini-Boliden mit starken Topspeed-Werten und schnellen Rundenzeiten aufgefallen.
Geht das Abt-Team in die Berufung?
Nach dem Urteil in der Sitzung am Freitag-Vormittag, bei der Abt die Möglichkeit hat, zu den Vorwürfen Stellung zu nehmen, hat das Traditionsteam aus Kempten eine Stunde lang Zeit, um eine eventuelle Berufung anzukündigen.
Diese muss dann innerhalb von drei Tagen eingelegt werden. Für die finale Begründung der Berufung hat das Team sieben Tage Zeit. Die Berufungsverhandlung würde dann vor einem nationalen Sportgericht des DMSB (Deutscher Motor Sport Bund) stattfinden.
Wenn Abt hingegen sofort die Disqualifikation akzeptiert, würde ein neues Rennergebnis erscheinen, in dem der Walkenhorst-Aston-Martin mit der Startnummer 34 auf Platz zwei und der Rowe-BMW mit der Nummer 99 auf Platz drei vorrücken. Öffentlich wollte das Team bisher zu den Vorwürfen nicht Stellung beziehen.
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