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Analyse: So stark war Max Verstappen bei den 24h Nürburgring 2026

Max Verstappen hinterließ subjektiv einen starken Eindruck in der "Grünen Hölle" - Was die objektiven Zahlen über seine Performance im Winward-Mercedes sagen

Analyse: So stark war Max Verstappen bei den 24h Nürburgring 2026

Max Verstappen zeigte eine eindrucksvolle Performance im Vergleich zu seinen Teamkollegen

Foto: Gruppe C Photography

Der subjektive Eindruck war grandios: Was Max Verstappen beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2026 gezeigt hat, hat jeden beeindruckt und seinen Ruf gefestigt, dass er wahrscheinlich der derzeit schnellste Autofahrer der Welt ist. Doch wie sehen die nackten Zahlen aus? Manifestiert sich Verstappens Dominanz auch hier?

Den besten Vergleich bieten natürlich seine Teamkollegen Daniel Juncadella, Jules Gounon und Lucas Auer auf demselben Auto. Hier muss allerdings eingeschränkt werden, dass sie nicht zum selben Zeitpunkt auf der Strecke wie Verstappen waren und sich die Bedingungen und Anzahl der Code-60-Zonen in einem Rennen ständig ändern.

Außerdem gab es mit dem siegreichen Schwesterfahrzeug #80 von Maro Engel, Luca Stolz, Fabian Schiller und Maxime Martin einen weiteren Vergleichspunkt. Zwar war das zweite Winward-AMG mit einem anderen Fahrwerk ausgerüstet, was jedoch bei der Performance nicht wirklich einen Unterschied gemacht hat.

Schauen wir also zunächst auf die schnellste Runde aller acht Fahrer insgesamt:

1. Max Verstappen #3 - 8:12.818

2. Maro Engel #80 - 8:13.213

3. Dani Juncadella #3 - 8:13.718

4. Fabian Schiller #80 - 8:14.646

5. Luca Stolz #80 - 8:14.687

6. Lucas Auer #3 - 8:16.355

7. Maxime Martin #80 - 8:17.416

8. Jules Gounon #3 - 8:18.993

Der erste Punkt geht also an den viermaligen Formel-1-Weltmeister. Natürlich muss eingeschränkt werden, dass manche Fahrer mehr freie Runden als andere hatten und Verstappen gerade in seinem Vormittagsstint günstige Streckenbedingungen vorfand. Dennoch sei festgehalten, dass er minimal schneller war als gestandene AMG-Werksfahrer, die jede Woche in diesem Fahrzeug bei irgendeinem Rennen auf der Welt sitzen.

Stint-Analyse: Verstappen jedes Mal schneller

Ein genaueres Bild kann uns der 1:1-Vergleich mit dem jeweiligen Teamkollegen auf dem Schwesterfahrzeug #80 eröffnen, da in diesem Fall ja beide Fahrer zum selben Zeitpunkt unterwegs gewesen sind und oft eng beieinander lagen. Zudem hatten beide Autos denselben Boxenstopp-Rhythmus. Dabei ergibt sich folgendes Bild:

1. Verstappen-Stint (Runde 8-15)

#3: Max Verstappen - 1:11:44,018 Stunden

#80: Maro Engel - 1:11:50,069 Stunden

Ergebnis: Verstappen 6,051 Sekunden schneller

Die Fahrzeuge lagen zu diesem Zeitpunkt noch ein wenig auseinander, weil die #80 sich erst von Startplatz 25 nach vorn fahren musste. Verstappen hing in diesem Stint im Verkehr in der Spitzengruppe fest.

2. Verstappen-Stint (Runde 16-23)

#3: Max Verstappen - 1:19:04,361 Stunden

#80: Maxime Martin: 1:19:41,616 Stunden

Ergebnis: Verstappen 37,255 Sekunden schneller

Fairerweise müssen wir hier bei Maxime Martin eine Code 60 abziehen, durch die Verstappen kurz zuvor noch "durchgehuscht" ist, weil die Fahrzeuge noch immer räumlich getrennt waren. Martin verlor dadurch 18,453 Sekunden auf einen Schlag. Rechnen wir diese raus, war Verstappen immer noch 18,802 Sekunden schneller. Insgesamt war es sein langsamster Stint, weil es viel Code 60 gab.,

3. Verstappen-Stint (Runde 67-74):

#3: Max Verstappen - 1:17:50,033 Stunden

#80: Maro Engel: 1:17:57,103 Stunden

Ergebnis: Verstappen 7,070 Sekunden schneller

Dies war der Nachtstint des ultimativen Aufeinandertreffens inklusive der Berührung. Verstappen bezwang Engel im direkten Duell mit Berührung. Entsprechend war der Niederländer über den Stint gesehen schneller. Es gab zu diesem Zeitpunkt zwei dicke Code-60-Zonen, deshalb sind die Zeiten insgesamt ziemlich langsam.

4. Verstappen-Stint (Runde 75-82)

#3: Max Verstappen - 1:11:45,466 Stunden

#80: Maxime Martin: 1:12:11,925 Stunden

Ergebnis: Verstappen 26,459 Sekunden schneller

Nach dem direkten Duell nahm Verstappen Martin im zweiten Teil seines Doppelstints fast eine halbe Minute ab. Es gab hier keine Runde, in der es einen großen Batzen gegeben hätte wie im ersten Stint, Verstappen war einfach fast jede Runde schneller als der Belgier. Mittlerweile gab es nur noch eine Code-60, die Zeiten waren entsprechend etwas schneller.

5. Verstappen-Stint (Runde 115-122)

#3: Max Verstappen - 1:10:06,621 Stunden

#80: Luca Stolz - 1:10:14,786 Stunden

Ergebnis: Verstappen 8,165 Sekunden schneller

Ein einziges Mal traf Verstappen auf Luca Stolz, ebenfalls ein hochkarätiger und langjähriger AMG-Performancefahrer. Die Zeiten waren am Sonntagvormittag richtig schnell, aber Verstappen war wieder minimal schneller. Auch hier wurde der Abstand graduell ausgebaut.

6. Verstappen-Stint (Runde 123-130):

#3: Max Verstappen - 1:09:57,580 Stunden

#80: Maro Engel - 1:10:32,680 Stunden

Ergebnis: Verstappen 35,100 Sekunden schneller

Zu Ehrenrettung Engels müssen wir hier die Outlap abziehen, denn ab diesem Zeitpunkt begannen die mysteriösen längeren Boxenstopps bei Winward Racing bei der #80. Wie es heißt, wollte das Team nach den Szenen in der Nacht dafür sorgen, dass die Autos nicht mehr direkt aufeinandertreffen. Die Positionen waren zu diesem Zeitpunkt also eingefroren.

Rechnen wir die Outlap, auf der Engel 11,724 Sekunden verlor, heraus, war Verstappen immer noch 23,376 Sekunden schneller. Auf der Inlap verlor Engel weitere 13,849 Sekunden, da muss also eine Code 60 im Spiel gewesen sein. Rechnen wir auch die Inlap heraus, bleibt Verstappen noch immer 9,527 Sekunden schneller. Es war der schnellste AMG-Stint im ganzen Rennen.

Fazit

Max Verstappen war auf jedem seiner Stints schneller als der jeweilige Teamkollege in der #80. Zudem war er in 35 seiner 48 gefahrenen Runden schneller, nur 13-mal war der jeweilige Teamkollege schneller.

In dieser Häufung ist das kein Zufall mehr. Verstappen fuhr allein in seinen sechs Stints einen Vorsprung von zwei Minuten heraus (genau 2:00.100 Minuten) auf die #80 heraus. Selbst um Code 60 und kürzere Boxenstopps bereinigt war Verstappen 1:16.074 Minuten schneller.

Das ist ein unglaubliches Pfund - gerade, weil wir immer wieder betonen, dass es aus eigener Kraft bei den 24 Stunden vom Nürburgring fast unmöglich geworden ist, aus eigener Kraft eine Lücke von zwei Minuten zu schließen.

Schauen wir die auf die 20 Prozent schnellsten Runden des Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella), dann zeichnet sich Max Verstappen allein für zwölf der 27 betrachteten Runden verantwortlich. Also fast die Hälfte aller betrachteten Runden bei einem Fahrzeug mit vier Fahrern.

Insofern hat Max Verstappen hier wirklich eine Visitenkarte seines Talents abgegeben. Gerade, wenn man bedenkt, welches Kaliber von Fahrern seine Teamkollegen gewesen sind. Seinen Ruf als derzeit wahrscheinlich bester Rundstrecken-Automobilsportler der Welt hat er damit gefestigt.

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