"Bin da stolz drauf": Volker Strycek jagt Rekord bei 24h Nürburgring 2026
Urgestein Volker Strycek kämpft 2026 seinen 16. Klassensieg bei den 24h Nürburgring und könnte damit Geschichte schreiben: Warum das aber gar nicht sein Hauptziel ist
Volker Strycek jagt 2026 seinen 16. Klassensieg bei den 24h Nürburgring
Foto: Dörr Motorsport
Motorsport-Legende Volker Strycek jagt den ewigen Rekord: Nachdem der 68-Jährige im vergangenen Jahr seinen 15. Klassensieg bei den 24h Nürburgring feiern durfte, könnte er in dieser Saison den 16. Klassensieg holen und mit dem aktuellen Rekordhalter Heinz-Josef Bermes gleichziehen.
Doch der ewige Rekord ist Strycek offenbar vollkommen egal. "Das glaubt mir ja keiner so richtig", sagt der frühere Opel-Motorsportchef im Gespräch mit Motorsport-Total.com und lacht: "Natürlich wäre es schön, wenn es so ist. Ich habe im Moment auch die Rekordsiege in der Langstrecken-Serie."
Dort holte der gebürtige Essener im Laufe seiner Karriere insgesamt 135 Klassensiege und damit nur einen Erfolg mehr als Urgestein Johannes Scheid. "Ich bin da stolz drauf, keine Frage", gibt Strycek zu. "Jeder Sieg ist etwas Besonderes gewesen. Aber ich fahre nicht nur, weil ich noch einen weiteren ... nein, ich möchte wirklich gewinnen."
Für Strycek spielt es deshalb keine große Rolle, ob er in diesem Jahr wirklich mit Bermes gleichziehen wird. "Langstreckenrennen sind von vielen andere Faktoren abhängig", erinnert der DTM-Champion von 1984. "Du brauchst nur einen Reifenschaden zu haben."
"Dann gewinnst du beim 24-Stunden-Rennen heutzutage schon nicht mehr, weil der Speed so hoch ist, weil der Druck so hoch ist, weil du in Wirklichkeit ein Sprintrennen über 24 Stunden fährst. Und deswegen sind das so Themen, wo ich mich gar nicht mit beschäftige."
Volker Strycek möchte "das Unerwartete" schaffen
Für den erfahrenen Motorsportler zählt vor allem, die Zielflagge zu sehen und dabei vielleicht sogar für eine kleine Überraschung zu sorgen. So wie im Vorjahr: Damals startete der 68-Jährige im McLaren Artura Trophy Evo von Dörr Motorsport, ein Projekt, das sich ganz kurzfristig ergeben hatte.

Strycek feierte im Vorjahr seinen 15. Klassensieg beim 24h-Rennen
Foto: Patrick Funk
"Viele haben gesagt, das kann nicht funktionieren", erinnert sich Strycek. "Der McLaren Artura, der war noch nie auf der Nordschleife, der hat noch nie ein 24-Stunden-Rennen gemacht. Ihr werdet das Ziel nicht sehen. Und am Ende haben wir es geschafft."
"Das sind genau die Dinge, die uns immer wieder einen zusätzlichen Schub geben: einfach zu sagen, 'do the unexpected'. Alles, was andere für unmöglich halten, packst du an und gehst es trotzdem an. Und wenn dann am Ende so ein großer Erfolg dabei herauskommt, ist das natürlich umso schöner."
Strycek "möchte immer noch erfolgreich sein"
Auch in diesem Jahr startet Strycek beim 24h-Rennen wieder mit zwei Außenseitern, nämlich dem BMW Z4 GT3 von Peter Posavac und dem Bitter Corsa in der SP2T-Klasse. "Es gibt immer noch Ziele, die man hat", gibt der 68-Jährige trotz seiner langen und erfolgreichen Vergangenheit im Motorsport zu.
Das eine ist es, die beiden Teams mit der eigenen Erfahrung beim Renneinsatz zu unterstützen. "Auf der anderen Seite natürlich auch logischerweise der eigene Spirit, der immer noch da ist", ergänzt der 15-fache Klassensieger. "Wenn ich fahre, dann möchte ich auch immer noch erfolgreich sein."
"Und solange ich das körperlich kann und auch die Einstellung dazu habe, möchte ich es gerne noch weitermachen", betont Strycek, dass er aktuell noch nicht darüber nachdenkt, seinen Helm an den berühmten Nagel zu hängen. "Deswegen freue ich mich auf das 24-Stunden-Rennen 2026."
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