Bortolotti sauer auf Mapelli: Kollision mit AMG wegen Frühstart?
Ein aufgebrachter Mirko Bortolotti ist nach den 24 Stunden vom Nürburgring 2026 nicht gut auf Marco Mapelli zu sprechen - Frühstart schuld an Kollision mit AMG?
Marco Mapelli überrumpelte Mirko Bortolotti mit einem Frühstart
Foto: Gruppe C Photography
"Leider hatte das Auto neben mir andere Pläne." - Mirko Bortolotti ist über den Start seines Lamborghini-Werksfahrerkollegen Marco Mapelli richtig aufgebracht. Auf der Pressekonferenz nach den 24 Stunden vom Nürburgring 2026 beschuldigt er den Italiener, ihn erst in die Position gebracht zu haben, in der Dani Juncadella ihm den linken Hinterreifen aufschlitzen konnte.
"Alles ist schiefgelaufen, was schieflaufen konnte", schimpft der DTM-Meister von 2024 und Sieger der 24 Stunden von Spa 2025. "Ich hatte ein gutes Verständnis für die Regeln am Start, was die Abläufe angeht und wo man beschleunigen darf."
"Leider hatte das Auto, das neben mir startete, andere Pläne. Es ist massiv vorzeitig losgefahren. Dadurch kam ich in eine wirklich ungünstige Position in Kurve 1. Das war der Auslöser für alles, was dann in Kurve 2 passierte. Und natürlich ist es nicht ideal, ein 24-Stunden-Rennen wie dieses mit einem Handicap von zwei Minuten und 30 Sekunden zu beginnen."
Neu für 2026: Vorgezogene Startampel
Hintergrund: Die Startampel befand sich bei der 54. Auflage des Eifelmarathons erstmals weiter hinten. Schon in der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) wurde 2026 die Ampel an der vorgezogenen Start- und nicht mehr, wie bis Ende 2025, an der Ziellinie verwendet. Das hat Sicherheitsgründe, da die Fahrzeuge dann weniger schnell am Nadelöhr des Ravenol-S ankommen.
Mapelli gab aber schon Gas, nachdem die beiden Lamborghini die erste Ampel passiert hatten, wo sich die Startlinie bis Ende 2025 befand. Er kam mit großem Vorsprung in Kurve 1 an, während Bortolotti in der ersten Kurve auch noch von Juncadella attackiert wurde. Es kam zu einer Berührung, in deren Folge der linke Hinterreifen bei Bortolotti später auf der Runde in der Veedol-Schikane hochging.
Glück im Unglück: Da der Reifenschaden sich noch auf dem Grand-Prix-Kurs ereignete, konnte Bortolotti mit einer Blitzreaktion über eine "kurze" Runde an die Box fahren. Das rettete im Endeffekt noch den zweiten Platz, obschon damit natürlich zum Zeitpunkt des Boxenstopps niemand mehr gerechnet hatte.
"Wenn man bedenkt, wie das gestern Nachmittag für uns begonnen hat, können wir superstolz darauf sein, heute hier auf Platz zwei des Podiums zu stehen bei einem der wichtigsten Rennen des Jahres", bilanziert Bortolotti.
"Nicht nur auf das Ergebnis, sondern vor allem darauf, dass wir das gesamte Rennen über weiter gepusht haben. Selbst als wir zeitweise acht bis neun Minuten zurücklagen, haben wir gekämpft. Das gesamte Team hat keinen einzigen Fehler gemacht, wir hatten keinen Kratzer am Auto. Am Ende mit der Trophäe nach Hause zu kommen, ist großartig."
"Auch wenn es nun schon das zweite Mal Platz zwei bei diesem Rennen ist. Das ist zwar nicht perfekt und es wird Zeit, endlich den Sieg zu holen, aber blickt man auf den Start zurück, bin ich heute einfach nur stolz."
Engstler: "Da musste man niemanden motivieren"
Luca Engstler erzählt, dass das Team immer an seine Chance geglaubt hat, selbst als der Lamborghini auf Platz 49 wieder aus der Box fuhr, um eine Extrarunde auf dem Grand-Prix-Kurs zu drehen. "Ich glaube, man musste niemanden extra motivieren", so Engstler.
"Am Ende haben wir alle dasselbe Ziel. Wir haben einfach alles gegeben und der Teamgeist war großartig. Es war abgemacht, dass wir volles Risiko gehen. Es gab bei uns keinerlei gegenseitige Schuldzuweisungen - selbst als ich am Ende noch eine Strafe kassiert habe, die komplett auf meine Kappe ging. Ich hatte die volle Unterstützung meiner Teamkollegen, des Teams und der Marke."
Dennoch sind Lamborghini und speziell die Abt-Mannschaft natürlich das große "Was wäre, wenn..." der 24 Stunden vom Nürburgring 2026. "Die hatten das schnellste Auto", zollt auch Rennsieger Maro Engel Respekt.
Luca Engstler zauberte in 8:08.758 Minuten die zweitschnellste Runde der Geschichte in den Asphalt der 25,378 Kilometer langen 24h-Variante. Damit war er nur eine Dreiviertelsekunde langsamer als der Allzeitrekord von Daniel Keilwitz aus dem Jahr 2023 (8:08.006 Minuten).
Somit bleibt das Ergebnis zweischneidig. Patric Niederhauser, der dritte Fahrer auf der Startnummer 84, fasst es zusammen: "Wie Mirko schon sagte: Es ist das zweite Mal, dass wir hier Zweiter werden. Ich bin schon zweimal in Spa Zweiter geworden und nun auch hier. Eines Tages würde ich wirklich gerne mal gewinnen."
"Aber heute überwiegt die Freude und der Stolz, besonders nach der ersten Runde. Wir dachten alle, dass es jetzt extrem hart wird, von ganz hinten wieder nach vorne zu kommen. Aber die Aufholjagd, die wir als Team gezeigt haben, war fantastisch. Ich hatte zwei großartige Teamkollegen, ein tolles Team und ein perfektes Auto."
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