"Einige gute Kniffe gefunden": Warum mit dem M3 Touring zu rechnen ist
Der BMW M3 Touring 24h mischt im Top-Qualifying gut mit und konkurriert mit der GT3-Konkurrenz: Ugo de Wilde verrät, wie der Kombi konkurrenzfähiger geworden ist
Der BMW M3 Touring 24h könnte im Rennen ein Top-10-Ergebnis holen
Foto: Gruppe C Photography
Der BMW M3 Touring 24h avancierte im Qualifying zum 24-Stunden-Rennen am Nürburgring zu einer der großen Überraschungen: Jens Klingmann katapultierte den ungewöhnlichen Kombi im ersten Top-Qualifying mit einer Rundenzeit von 8:16.662 Minuten auf den elften Gesamtrang - und damit souverän unter die Top 20.
Im anschließenden Top-Qualifying 2 landete Teamkollegen Connor de Philippi zwar nur noch auf dem 17. Rang, was am Ende dem 22. Startplatz entspricht, doch die zentrale Erkenntnis bleibt bestehen: Der Touring-BMW #81 (Klingmann/de Phillippi/Verhagen/de Wilde) ist durchaus in der Lage, mit der etablierten GT3-Konkurrenz mitzuhalten.
"Jetzt hoffen wir, das Rennen in den Top 10 beenden zu können", sagt Werksfahrer Ugo de Wilde im Gespräch mit Motorsport-Total.com. Eine Hoffnung, die alles andere als unrealistisch erscheint: "Wenn wir ein sauberes Rennen haben, also ohne Strafen oder Unfall, dann wäre das ein tolles Ergebnis."
Der Belgier verrät auch, dass sich der Kombi im Vergleich zum Debüt beim zweiten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie (NLS) mittlerweile in einem "definitiv besseren Fenster" bewegt, denn "wir haben viele verschiedene Dinge ausprobiert, besonders bei der Aerodynamik und den Reifen."
"Wir arbeiten mit Yokohama zusammen, das ist eine langfristige Partnerschaft, und wir haben mit vielen unterschiedlichen Reifendrücken und Arten des Reifenaufwärmens gearbeitet." Dabei habe man "einige gute Kniffe gefunden", verrät der BMW-Werksfahrer.
BMW hat Touring noch einmal "deutlich verbessert"
Der Schubert-Mannschaft, die den Renneinsatz des Touring verantwortet, ist es offenbar gelungen, das Potenzial der Reifen effizienter auszuschöpfen. "Auch aerodynamisch haben wir einige Tricks gefunden, was die Reifen und den Heckflügel angeht."
"Ich denke, wir bewegen uns insgesamt einfach in einem besseren Arbeitsfenster und haben eine bessere Balance zwischen Vorder- und Hinterachse gefunden", erklärt der Belgier zufrieden und ergänzt: "Ach ja, die Dämpfung, die haben wir auch noch ein wenig angepasst."
Gerade dort hatte der Touring bei den ersten NLS-Einsätzen noch seine Schwächen offenbart, denn beim aggressiven Überfahren der Randsteine neigte das Fahrzeug zu starkem Hüpfen. "Aber da haben wir jetzt eine Lösung gefunden, um das deutlich zu verbessern", sagt der Belgier. "Das Überfahren der Randsteine funktioniert jetzt besser."
"Gerade in den schnellen Abschnitten, wie Hatzenbach oder Wippermann und all diesen Stellen, ist es enorm wichtig, ein gutes Vertrauen ins Auto zu haben; besonders in dem Moment, wenn man von einem Randstein wieder auf die Strecke zurückkommt. Und genau in diesem Bereich bewegt sich das Auto jetzt in einem viel besseren Fenster."
"Das vermittelt viel mehr Vertrauen als noch in der NLS", verrät de Wilde, dass er sich über diesen Punkt besonders intensiv beschwert hatte, aber "das Auto lässt sich jetzt wirklich sehr angenehm fahren. Es gibt kaum noch etwas zu beanstanden."
Ugo de Wilde gibt zu: Man will den Touring nicht Schrott fahren
"Das Wichtigste, was man hier hervorheben sollte, ist die Tatsache, dass sich das Auto von Anfang an in einem wirklich soliden Arbeitsfenster bewegt hat", lobt der 23-Jährige. "Natürlich mussten wir verschiedene Optionen durchspielen. Aber sobald wir den Gurney-Flap am Heck angepasst hatten, lag das Auto wirklich gut."

BMW hat noch "einige gute Kniffe" mit dem M3 Touring gefunden
Foto: Gruppe C Photography
"Und natürlich haben wir es seither noch weiter verbessert." Auch in der Nacht zum Samstag wird das Schubert-Quartett nicht untätig bleiben: "Ich denke, wir werden noch ein paar kleinere Anpassungen vornehmen - einfach, um sicherzustellen, dass wir noch etwas mehr Vertrauen ins Auto haben, insbesondere für die Longruns."
"Außerdem müssen wir den Reifendruck und die Reifentemperatur für die längeren Stints anpassen", erklärt der BMW-Werksfahrer. "Wir haben auch verschiedene Reifenmischungen zur Auswahl; da müssen wir sicherstellen, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen. Aber ich denke, jetzt sind wir startklar und bereit für das Rennen."
Dass der M3 Touring 24h ein absolutes Einzelstück ist, macht die Aufgabe allerdings nicht einfacher. "Letztendlich steht man immer unter dem Druck, keinen Unfall zu bauen", betont der Belgier, aber "natürlich möchte man diesen Touring nicht zu Schrott fahren, und dessen sind wir uns alle bewusst."
"Gleichzeitig wollen wir aber auch ans Limit gehen, um zu zeigen, dass das Auto schnell sein kann", sagt de Wilde, der dem Rennen dennoch optimistisch entgegensieht: "Ich vertraue mir selbst und habe ein gutes Team um mich herum; wir werden also unser Bestes geben."
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