"Extrem schwer gemacht": BMW-Frust über BoP bei 24h Nürburgring 2026
Nach dem vierten Platz beim diesjährigen 24h-Rennen auf dem Nürburgring übt BMW deutliche Kritik an der BoP: Es fehle eine "datenbasierte, transparente Bewertung"
BMW ist unzufrieden mit der Balance of Performance (BoP) am Nürburgring
Foto: Gruppe C Photography
BMW sorgt
beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring
mit dem M3 Touring zwar für Aufsehen
, doch im Kampf um den Gesamtsieg waren die Münchener chancenlos: Der Rowe-BMW #99 (Harper/Hesse/S. van der Linde/D. Vanthoor) landet auf dem vierten Gesamtrang, allerdings nur 17,3 Sekunden hinter dem Podium.
"Das war unter den Voraussetzungen ein extrem anspruchsvolles Rennen für uns", zieht Rowe-Teamchef Hans-Peter Naundorf nach dem Rennen eine deutliche Bilanz. "Trotzdem hat das gesamte Team über die komplette Woche hinweg einen starken Job gemacht und bis zum Ende um das Podium gekämpft."
"Dass uns am Ende nur wenige Sekunden gefehlt haben, zeigt, wie viel wir aus der Situation herausgeholt haben." Zur Erinnerung: Der Rowe-BMW #99 war nach einem Dreher in der ersten Runde des Rennens bis an das Ende des Feldes zurückgefallen, und hat sich im Verlauf der 24 Stunden wieder in Reichweite der Podestplätze nach vorne gekämpft.
Doch zufrieden ist Naundorf damit offenbar nicht. "Die aktuelle Fahrzeugeinstufung hat es uns unter diesen Bedingungen extrem schwer gemacht", findet der Rowe-Teamchef ein paar deutliche Worte und übt damit klare Kritik an der Balance of Performance, kurz BoP.
"Wir würden uns wünschen, dass dieses Thema künftig deutlich datenbasierter und transparenter bewertet wird - so wie es andere internationale Spitzenserien bereits erfolgreich vormachen. Ein Rennen wie die 24h Nürburgring verdient maximale sportliche Fairness und Chancengleichheit für alle Hersteller."
"Nicht den Speed gehabt, um ganz vorne mitzukämpfen"
Der Blick auf die Rundenzeiten zeigt: Der Rowe-BMW #99 drehte seine schnellste Runde in 8:15.405 Minuten. Der siegreiche Winward-Mercedes #80 (Engel/Schiller/Stolz/Martin) war mehr als zwei Sekunden schneller, der zweitplatzierte Abt-Lamborghini #84 (Engstler/Bortolotti/Niederhauser) sogar fast sieben Sekunden.
"Uns war relativ schnell klar, dass wir dieses Jahr leider nicht den Speed haben, um ganz vorne mitkämpfen zu können", ergänzt BMW-Motorsportchef Andreas Roos. "Umso versöhnlicher ist das Ergebnis: Von vier Autos sind drei in den Top 10 angekommen."
Die größte Überraschung: Der M3 Touring 24H war über weite Teile des Rennens schneller als der etablierte M4 GT3 Evo und fuhr schlussendlich sogar die schnellste Rundenzeit aller BMW-Fahrzeuge. Doch "mit dem BMW M4 GT3 Evo hätten wir uns ein bisschen mehr erhofft", gibt Schubert-Teamchef Torsten Schubert zu.
Der Schubert-BMW #77 (Weerts/Wittmann/Eng/Frijns) landete schlussendlich auf dem neunten Gesamtrang, lag allerdings lange Zeit außerhalb der Top 10 und profitierte in der Schlussphase vor allem von den Ausfällen der Konkurrenz. "Da müssen wir verstehen, warum das Auto in vier Stints nicht ging, obwohl wir nichts anders gemacht haben."
"Das müssen wir nochmal analysieren und uns die Daten genau anschauen, weil wir bis zum Schluss gerne ums Podium mitgekämpft hätten", gibt Schubert zu. "Mit dem Wetter hatten wir eigentlich auch Glück: Es gab nur einen kurzen Regenschauer."
Problem beim Tanken: Vorzeitiger Ausfall für die Titelverteidiger
Doch genau dieser Regenschauer könnte für den Schubert-BMW der entscheidende Nachteil gewesen sein: "Wir haben leider am Anfang bei den Mischbedingungen relativ viel Zeit verloren und waren zweimal zum falschen Zeitpunkt auf den falschen Reifen", verrät Schubert-Pilot Philipp Eng.
"Danach war das Paket wirklich sehr schnell. Speziell mit dem Yokohama-Reifen hat das unglaublich viel Spaß gemacht", ergänzt der Österreicher. "In der Nacht bin ich zwei Stints gefahren und bin dann jetzt noch einmal mit beiden Slick-Compounds ins Ziel gekommen. Da haben wir wirklich einen starken Partner an unserer Seite und sehr viel Potenzial im gesamten Paket."
Nur für den Rowe-BMW #1 (Farfus/Marciello/Pepper/K. van der Linde) war das Rennen vorzeitig beendet: Die Titelverteidiger schieden am Samstagabend gegen 23:00 Uhr mit einem technischen Defekt am Tanksystem aus. "Das ist sehr schade für die Crew, die den Titel nicht verteidigen konnte", sagt Naundorf.
"Ich glaube, wir bei BMW M Motorsport können mit zwei Autos in den Top-5 alle zufrieden sein. Das war unter den Voraussetzungen, die wir hatten, eine sehr gute Leistung", meint der Rowe-Teamchef, während BMW-Motorsportchef Roos ergänzt: "Nächstes Jahr greifen wir wieder an, um uns den 22. Gesamtsieg zu holen."
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