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Finanzierung steht nicht: 24h Nürburgring 2021 in Gefahr

Baldige Absage des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring 2021? - Verschiebung nicht möglich - Ohne Zuschauer ist das Rennen von externen Geldern abhängig

Finanzierung steht nicht: 24h Nürburgring 2021 in Gefahr

Hinter der Durchführung des 24-Stunden-Rennens auf dem Nürburgring 2021 steht ein dickes Fragezeichen. Informationen von 'Motorsport.com' zufolge weist die Finanzierung des Rennens derzeit einen Fehlbetrag auf, der durch externe Geldgeber gedeckt werden muss. Denn man rechnet erneut mit einem Rennen ohne Zuschauer. Eine Entscheidung soll noch diese Woche fallen.

Die gute Nachricht: Noch ist das Kind nicht in den Brunnen gefallen. "Ich möchte nicht über eine Absage des 24h-Rennens spekulieren, dafür ist es noch zu früh. Aber es wird immer offensichtlicher, dass Zuschauer an der Strecke wohl wie im Vorjahr nur sehr eingeschränkt möglich sein werden", sagt ein Sprecher des Rennens gegenüber 'Motorsport.com'.

In einer langen Sitzung wurde die Lage des Rennens mit Stakeholdern am Montagabend diskutiert. Das Rennen zu verschieben ist nicht möglich. Daher wird es voraussichtlich keine, maximal wenige, Zuschauer geben. Das bedeutet jedoch, dass eine Finanzierung auf die Beine gestellt werden muss.

"Wenn diese Haupteinnahmequelle [zahlende Zuschauer] wegfällt, müssen alle, die ein Interesse an der Durchführung des Rennens haben, zusammenstehen", heißt es seitens des Sprechers. "Zum Glück haben sich einige Partner des Rennens - allen voran der Nürburgring - wieder bereit erklärt, einen finanziellen Beitrag zu leisten. Ob das reicht, wird sich vermutlich schon in den nächsten Tagen zeigen."

Der ADAC Nordrhein wird unseren Informationen zufolge bis Ende der Woche entscheiden, ob er selbst Geld in das Rennen investieren möchte und wie viel. Aus dem Jahr 2020 ist bekannt, dass ein Rennen mit kaum Zuschauern zu einem Verlust in Millionenhöhe führt. Diesen wird der ADAC Nordrhein natürlich nicht alleine ausgleichen können, geschweige denn wollen.

Pokerspiel hinter den Kulissen

2020 haben die vier großen Hersteller mit jeweils sechsstelligen Beträgen zur Finanzierung des Rennens beigetragen - plus ein kleiner Obolus von Glickenhaus für die Sportwarte (im Volksmund: Streckenposten). Das ließ sich damals noch relativ problemlos bewerkstelligen, da die Budgets der Hersteller für das Rennen schon lange vor Ausbruch der COVID-19-Pandemie feststanden.

Da keine Zuschauer und Gäste zum Rennen kommen konnten, konnten die Gelder für VIP-Bewirtschaftung und Zuschauerevents relativ problemlos umgeleitet werden, um das Rennen stattfinden zu lassen. Doch die durch die Pandemie bedingte Wirtschaftskrise hat die Hersteller dazu gezwungen, das Korsett enger zu schnallen.

Patric Niederhauser, Mike David Ortmann, Langzeitbeleuchtung 24h Nürburgring 2020

Auch 2021 wird das Flair an der Nürburgring-Nordschleife wohl fehlen

Foto: Gruppe C

Auch haben Partner auf sonst gesicherte Einnahmen verzichtet und das Rennen somit indirekt gesponsert. Natürlich sinkt auch hier die Bereitschaft, erneut ein Minusgeschäft zu machen. Es wird momentan gepokert - einer wartet auf den anderen. Doch die Parteien können nicht mehr zu lange warten, sonst ist das Rennen für 2021 verloren.

Warum eine Verschiebung nicht möglich ist

Eine erneute Verschiebung des Rennens erweist sich in diesem Jahr als nicht durchführbar. Die Verschiebung in den September 2020 war nur unter großen Kompromissen möglich. Terminkollisionen wollen die Hersteller aber vermeiden.

Eine Verschiebung des Rennens würde den kompletten internationalen GT3-Kalender durcheinanderwirbeln, der haargenau aufeinander abgestimmt ist. Hinzu kommt auch noch, dass die DTM neuerdings mit GT3-Boliden fährt, womit noch mehr Wochenenden "geblockt" sind.

Überhaupt sind nur fünf bis sechs mögliche Wochenenden in die engere Auswahl gekommen. Doch jeder Hersteller hat andere Prioritäten, sodass man sich letztlich darauf geeinigt hat, das Rennen nur am vorgesehenen Termin stattfinden zu lassen, den 3. bis 6. Juni 2021 - oder gar nicht.

Ob es ein Rennen geben wird, werden die nächsten Tage zeigen. In seiner mehr als 50-jährigen Geschichte ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring nur dreimal abgesagt worden: 1974 und 1975 aufgrund der Ölkrise und 1983 wegen des Baus der Grand-Prix-Strecke.

Mit Bildmaterial von Gruppe C.

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Urheber Heiko Stritzke