Flutkatastrophe: Motorsportteams aus der Eifel packen an

Das Racing tritt in den Hintergrund: Die zahlreichen Motorsportteams aus der Eifel stellen ihr Equipment und teilweise auch Mitarbeiter zur Verfügung

Flutkatastrophe: Motorsportteams aus der Eifel packen an

Die Flutkatastrophe in der Eifel hat bei zahlreichen rund um den Nürburgring ansässige Teams das Racing für einige Zeit in den Hintergrund rücken lassen. Mehrere Teams aus der Eifel und von außerhalb helfen bei den Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser mit. Der Nürburgring ist noch bis mindestens zum 8. August Logistikzentrum für Helfer. Sämtliche Rennaktivitäten sind bis dahin abgesagt.

Die Teams, die vor allem in Meuspath direkt am Nürburgring, aber auch in der gesamten Region ansässig sind, sind vergleichsweise gut durch die Katastrophe gekommen. Das gilt auch für Zakspeed, die an einem kleinen Bach sitzen, der aber nicht so heftig angeschwollen ist wie die Ahr.

Natürlich hat die Flutkatastrophe eine Welle der Solidarität ausgelöst. In nahezu allen Rennteams sind Mitarbeiter betroffen, die geringe bis schwere Schäden an ihrem Hab und Gut oder gar Verluste von Angehörigen zu beklagen haben. "Wie im Kriegsgebiet", heißt es von jedem, der die Katastrophenregion mit eigenen Augen gesehen hat.

Die Teams haben ihre Mitarbeiter zu einem Großteil freigestellt, um bei den Aufräumarbeiten mitzuhelfen. "Unsere Pflicht ist es den Menschen die bestmögliche Hilfe und Unterstützung zu garantieren", sagt Phoenix-Teamchef Ernst Moser gegenüber 'Motorsport.com Deutschland'.

 

Teams stellen zur Verfügung, was sie haben

Auch helfen die Teams mit Gerät aus, beispielsweise Notstromaggregaten, die sonst im Fahrerlager benutzt werden. So geschehen beim Team Zakspeed, das auch Wasser- und Dieseltanks zur Verfügung stellt, und dem Haupt Racing Team.

Mehrere Teams stellen ihre Lagerhallen für Hilfsgüter zur Verfügung. Allein in der Tuninghalle des VLN/NLS-Teams mcchip-dkr lagern aktuell Hunderte, wenn nicht Tausende Liter Trinkwasser. "Ruft uns an oder kontaktiert und über Instagram, wenn ihr etwas braucht", so die Message von Inhaber Danny Kubasik. "Ihr könnt auch gerne bei uns duschen kommen."

Das Team Callaway Competition, das auf seiner Corvette C7 GT3-R bereits im ADAC GT Masters unentgeltlich auf eine Spendenaktion des Fernsehsenders RTL aufmerksam macht, leistet logistische Hilfe in Form von Fahrten für Helfer, zu denen auch Teammitglieder gehören. Das Landgraf-Team aus Bad Kreuznach nutzt seine LKW-Flotte zum Transport von Hilfsgütern in die Krisenregion.

VLN und RCN engagieren sich

Auch Rennserien machen mit. Die Nürburgring-Langstrecken-Serie hat Helfer abgestellt. "Ich habe unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern freigestellt, anstelle ihrer regulären Arbeit in der Region tatkräftig mit anzupacken", sagt Christian Stephani, Geschäftsführer der Vermarktungsgesellschaft VLN VV.

 

Die Veranstalterclubs der Rundstrecken-Challenge-Nürburgring (RCN) haben Geld gespendet, das geschädigten Sportwarten und Helfern, die in ihrer Freizeit am Nürburgring engagiert im Einsatz sind, zu Gute kommen wird.

"Unter den Betroffenen sind viele, die im Motorsport, zum Beispiel als Sportwarte, involviert sind. Ihnen fühlen wir uns besonders verbunden. In der aktuellen Situation geht es um Zusammenhalt, Menschlichkeit und Solidarität! Da wollen wir mit gutem Beispiel vorangehen", sagt RCN-Vorstand Hans-Werner Hilger.

Zahlreiche Teams, Rennserien und Fahrer schließen sich außerdem dem Spendenaufruf #WirfuerdieEifel an. Es kann weiterhin auf folgendes Konto gespendet werden:

Kreissparkasse Ahrweiler
IBAN DE18 5775 1310 0000 1000 24
SWIFT MALADE51Ahr
Verwendungszweck: "Hochwasserhilfe WirfuerdieEifel"

Das Team Land-Motorsport versteigert auf seiner Facebook-Präsenz einen Rennanzug seines Werksfahrers Christopher Mies. Der Erlös wird den Flutopfern zukommen.

Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. Zwischenzeitlich wurden zahlreihe Straßen wieder freigeräumt, sodass Hilfskräfte wieder mobiler sind. Die gröbsten Trümmer werden abtransportiert und erster Schlamm entfernt. Natürlich ist es noch ein weiter Weg zurück zur Normalität, der Monate bis Jahre dauern wird. Nach wie vor gilt: Bitte nicht eigenmächtig ins Katastrophengebiet reisen, auch mit guten Absichten.

Mit Bildmaterial von ADAC Nordrhein.

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