Glickenhaus auf Kurs: Erste Tests mit SCG004 im Januar

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Glickenhaus auf Kurs: Erste Tests mit SCG004 im Januar
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18.11.2019, 15:50

Die Scuderia Cameron Glickenhaus wird im Januar 2020 erstmals mit dem SCG 004C ausrücken - Der Bolide wird ein Luxusproblem des 003c lösen

Nordschleifen-Fans können sich mit dem SCG004C auf ein komplett neues Fahrzeug beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2020 freuen. Die Scuderia Cameron Glickenhaus ist in die Phase des Aufbaus der Fahrzeuge übergegangen und will im Januar 2020 erstmals zum Test ausrücken, wie 'Motorsport.com' erfahren hat.

Glickenhaus wird vom 004 eine GT3- und eine GTE-Version ableiten, die jeweils 004C heißen werden (für Competition). Zuerst wird die GT3-Version laufen, mit der SCG auch am Nürburgring antreten wird. Allerdings vorerst weiter in der Klasse SPX und nicht der SP9. Um eine echte GT3-Homologation zu erhalten, müssen nämlich 250 Straßenfahrzeuge verkauft werden.

Problem beim 003c: Aerodynamisch zu gut

Ein Problem soll das neue Fahrzeug nicht mehr haben: Beim Vorgänger SCG003c hatte Glickenhaus bei den bisherigen Nordschleifeneinsätzen immer das Problem, dass das Auto aerodynamisch zu effizient war. Das bedeutete Nachteile bei der Balance of Performance (BoP).

"Das Fahrzeug hatte einen so geringen Luftwiderstand, dass wir auf den langen Geraden am Nürburgring - vor allem natürlich auf der Döttinger Höhe - auch mit weniger Leistung einen wesentlich höheren Topspeed erzielen konnten", sagt Thomas Mutsch - einer der SCG-Fahrer - im Gespräch mit 'Motorsport.com'.

Das Problem war, dass die BoP-Macher auf der Döttinger Höhe Ausgeglichenheit schaffen wollten, damit jedes Fahrzeug jedes andere überholen kann. Dummerweise bedeutete dies, dass der SCG so viel Leistung verlor, dass er in anderen Abschnitten, auf denen es mehr auf Leistung und weniger auf Luftwiderstand ankam, nicht mehr konkurrenzfähig war. Das galt vor allem für das Rausbeschleunigen aus engeren Kurven heraus.

James Glickenhaus, Jim Glickenhaus

James "Jim" Glickenhaus wird am "Ring" erneut die Werksteams herausfordern

Foto: Porsche

"Das war immer ein Zwiespalt und hat Kompromisslösungen erfordert", erklärt der 40-Jährige, der dem BoP-Team rund um Norbert Kreyer einen "sehr guten Job" bescheinigt. Zuletzt ging es so weit, dass der SCG mit einem geringeren Ladedruck im sechsten Gang versehen wurde. So wurde das Problem annähernd gelöst.

Größere Stirnfläche beim 004 durch neues Konzept

Das neue Fahrzeug wird einen höheren Luftwiderstand aufweisen. Allerdings ist mitnichten absichtlich ein schlechtes Auto gebaut worden, um der BoP gerecht zu werden. Anders als der 003, der zwei Sitze hatte, wird die Serienversion des 004 ein Dreisitzer werden.

Die Sitzanordnung ist an die des McLaren F1 aus den 1990er-Jahren angelehnt: Der Fahrer sitzt mittig, die beiden Beifahrer dahinter seitlich versetzt. Dadurch wachsen die Cockpitkanzel und somit auch die Stirnfläche des Fahrzeugs.

‘¿’"Wir haben die Kanzel nicht bewusst und unnötigerweise vergrößert. Es muss beim neuen Fahrzeug bauartbedingt so sein", versichert Mutsch. Das Positive: "Ich habe schon im Auto Platz genommen. Es ist ein tolles Erlebnis, in der Mitte zu sitzen, und die Rundumsicht ist hervorragend."

Die Fahrzeuge werden in Turin bei Podium Advanced Technologies (kurz: Podium Tech) aufgebaut, wo bereits der 003c produziert wurde. Das große Ziel ist das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2020. Zuvor wird es Vorbereitungseinsätze geben. Das kompetitive Debüt wird beim ersten oder zweiten VLN-Lauf 2020 erfolgen.

Mit Bildmaterial von Glickenhaus/Twitter.

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Rennserie Langstrecke , VLN
Urheber Heiko Stritzke