GT3-Boss enthüllt: Das begeistert Max Verstappen an der Klasse
GT3-Gründer Stephane Ratel erklärt, warum Max Verstappen die Serie reizt - und weshalb Fahrer dort mehr Einfluss haben als in der Formel 1
Max Verstappen geht erstmals beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring an den Start
Foto: Patrick Patrick
Der wahre Grund für das Interesse von Formel-1-Star Max Verstappen am GT3-Sport liegt in der Chancengleichheit der Kategorie. Dieser Ansicht ist zumindest Stephane Ratel, der die Klasse einst geschaffen hat und der mit seinem Unternehmen SRO weltweit verschiedene GT3-Rennserien ausrichtet.
Während in der Formel 1 ein konkurrenzfähiges Auto eine Grundvoraussetzung für sportliche Erfolge sei, spiel im GT3-Sport stärker die fahrerische Klasse eine Rolle. "Es sind Wettkämpfer bis in ihre tiefste DNA. Sie schätzen eine Kategorie, in der sie sicher sein können, dass sie den Unterschied machen können", so Ratel gegenüber der englischsprachigen Ausgabe von Motorsport.com über Piloten wie Verstappen oder MotoGP-Legende Valentino Rossi.
"Es ist ein Paradoxon, denn das eine ist eine Fahrerweltmeisterschaft, während Sportwagenrennen im Allgemeinen eher als Herstellerweltmeisterschaft wahrgenommen wurden. Aber am Ende können die Fahrer im heutigen GT-Sport wirklich den Unterschied ausmachen", ist Ratel überzeugt.
Fahrer spielt im GT3-Sport eine größere Rolle
Während das technische Reglement der Formel 1 oft lange Phasen der Dominanz begünstigt - Verstappen selbst blieb von 2021 bis 2024 in der Fahrerweltmeisterschaft ungeschlagen - setzt der GT3-Sport auf die "Balance of Performance" (BoP). Dieses System gleicht die Leistung der Fahrzeuge an und reduziert externe Variablen. Ratel ist überzeugt, dass dieser Fokus auf Parität die Verantwortung zurück in die Hände der Piloten legt, was genau den Reiz für Elite-Rennfahrer wie Verstappen ausmacht.
Zwar steht in der Formel 1 der Fahrer deutlich mehr im Mittelpunkt, "aber wir alle wissen um die Bedeutung des Autos und der Ingenieure", so Ratel. "Man kann der beste Fahrer der Welt sein. Aber wenn man eine Saison lang nicht im besten Auto sitzt, wird man es schwer haben, denn die Formel 1 ist in erster Linie eine Ingenieursleistung."
Anders ist es in der GT3, in der konstante Anpassungen der BoP dafür sorgen, dass kein Automodell den anderen auf Dauer überlegen sei. "Niemand kann behaupten, dass irgendetwas perfekt ist, aber über die Jahre haben wir eine extrem genaue Balance of Performance entwickelt", ist Ratel überzeugt. "Und es ist eine Kategorie, in der wirklich die Fahrer den Unterschied ausmachen. Es geht um die Fahrer, weil die Autos selbst sehr ausgeglichen sind, und das ist eine Arena, in der Piloten etwas bewegen können."
Stars wie Verstappen und Rossi wichtig für die GT3
Genau das, so vermutet der GT3-Gründer, sei die Hauptmotivation hinter dem Start von Verstappen, der sich zudem in letzter Zeit mehrfach äußerst kritisch über das seit dieser Saison gültige technische Reglement der Formel 1 geäußert und seine Zukunft in der Königsklasse infrage gestellt hatte.
Die Einsätze von Verstappen im GT3 haben nach Überzeugung von Ratel das Profil der vor 20 Jahren gegründeten Kategorie geschärft. "Max ist großartig. Er hat einen sehr positiven Beitrag zu dieser Klasse geleistet", so Ratel. Er sei jedoch nicht der einzige Star, der die Massen mobilisiere.
"In der Geschichte der GT3 hatten wir eine Reihe von Schlüsselelementen, die dazu beigetragen haben, sie einem breiteren Publikum bekannt zu machen. Der erste war Alex Zanardi, den wir leider am vergangenen Wochenende verloren haben", so Ratel. "Dann hatten wir auch Valentino Rossi, der enorm wichtig war. Wir sahen einen erheblichen Anstieg der Zuschauerzahlen durch Valentino-Fans. Sie kamen zum GT-Rennen, liebten es und blieben."
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