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Langstrecke 24h Nürburgring

Hätte Rowe die 24h Nürburgring bei einem Neustart wirklich gewonnen?

Rowe Racing argumentiert, man hätte die 24h Nürburgring bei einem Neustart mit dem Boxenstopp gewonnen - So sicher ist das aber gar nicht

Hätte Rowe die 24h Nürburgring bei einem Neustart wirklich gewonnen?

Der Verhandlungstermin steht fest - am 10. Juli wissen wir, wer das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2024 gewonnen hat. Rowe Racing wird versuchen, den Sieg vor dem Berufungsgericht des Deutschen Motor Sport Bundes (DMSB) zu erstreiten.

Teamchef Hans-Peter "HP" Naundorf argumentierte am Abend des Rennens, dass der BMW M4 GT3 von Raffaele Marciello, Maxime Martin, Marco Wittmann und Augusto Farfus gewonnen hätte, wenn das Rennen neu gestartet worden wäre. Der Grund: Die Konkurrenz hätte noch einmal an die Box kommen müssen.

Doch so einfach ist die Sache nicht. Ein anonymer Ingenieur eines Rennstalls meldete sich nach dem Rennen bei Motorsport-Total.com. Er schreibt: "Ich war als Ingenieur direkt in das 24-Stunden-Rennen am Nürburgring involviert. Auch wir waren in der Schlussphase mit Podiumschancen in der Zwickmühle, unter SC zu stoppen oder nicht."

 

"Die Kolumne 'Die Eifel lässt sich nicht in Sportgesetze packen' beschreibt die ganze Situation sehr gut und ist wirklich treffend geschrieben. Was aber nicht berücksichtigt wurde, ist die Tatsache, dass einige Autos (unter anderem auch wir) bei einem Neustart nach fünf SC-Runden höchstwahrscheinlich nicht mehr gestoppt hätten, weil der Verbrauch hinter dem SC so gering war."

Wäre das Rennen nach fünf Safety-Car-Runden neu gestartet worden, hätte es wahrscheinlich noch sieben Rennrunden gegeben. Die GT3-Autos schaffen normalerweise acht. Während die Tankgrößen der SP9-Fahrzeuge auf acht Runden ausgelegt sind, sieht es bei Mischbedingungen und Safety-Car natürlich anders aus.

Dann machen kleinste Unterschiede in der Tankgröße einen großen Unterschied - und natürlich auch die Tatsache, welches Fahrzeug hinter dem Safety-Car wie viel Sprit verbraucht. "Diese sieben Rennrunden hätten wir auch ohne Boxenstopp schaffen können", schreibt der Ingenieur.

"Grello" hätte es packen können

Motorsport-Total.com fragte bei anderen Beteiligten nach. Aus dem Manthey-Lager hieß es: "Nach fünf Runden hinter dem Safety-Car wäre es für den 'Grello' zwar eng geworden, aber durchaus möglich gewesen, das Rennen ohne Nachtanken zu beenden."

"Ab einem Restart nach sechs Runden hinter dem Safety-Car hätte der Porsche 911 GT3 R mit der Startnummer 911 die restliche Renndistanz problemlos ohne weiteren Tankstopp absolvieren können."

Ähnlich sieht es Axel Randolph, Teamchef des siegreichen Scherer-Teams: "Wenn wir noch eine Runde, also eine sechste, hinter dem Safety-Car gefahren wären, hätten die Führenden nicht mehr stoppen müssen."

Ulrich Fritz, Teamchef von HRT, will sich nicht festlegen. HRT holte zwei Mercedes-AMG an die Box, ließ aber die #4 (Stolz/Juncadella/Maini/Götz) draußen. "Es hätte von der Länge der Safety-Car-Phase und den verbleibenden Runden abgehangen."

"Es gibt zu viele Variablen, um genau sagen zu können, ab wann es geklappt hätte. Es geht nicht nur um die Anzahl der Safety-Car-Runden, sondern auch um deren Dauer und dann um die Entwicklung des Rennens mit den Variablen Pace, [Anzahl der] Code 60 und so weiter. Wir haben die beiden anderen Autos nicht ohne Grund gestoppt."

Marciello: Ein Sieg ist ein Sieg

Bei der Berufungsverhandlung am 10. Juli geht es um die Frage, ob die Ablehnung des Protestes nach dem Rennen gegen den vorzeitigen Rennabbruch rechtens war. Die Rennleitung beruft sich dabei auf Artikel 22 des DMSB-Rennstreckenreglements.

Raffaele Marciello, den wir im Vorfeld der 24 Stunden von Le Mans zu diesem Thema befragt haben, sagt: "Ich vertraue da meinem Team. Sie sind der Meinung, dass es einen klaren Regelverstoß durch den Renndirektor oder wen auch immer gegeben hat."

"Es ist nicht so, dass ich jeden Tag dafür bete. Wenn es passieren sollte, wäre es sicherlich eine seltsame Art und Weise [meinen ersten Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu holen]. Aber Sieg ist Sieg. Wer wird sich in zehn Jahren noch daran erinnern, ob es einen Protest gab oder nicht?"

"Genauso könnte man die heutigen Sieger fragen, ob es ihnen gefällt, nach sieben Stunden gewonnen zu haben. Ich bin sicher, dass sie nein sagen werden. Aber am Ende ist ein Sieg ein Sieg."

Marciello schilderte auch noch einmal kurz das Rennen der #98: "Marco ist mit den falschen Reifen gestartet und musste an die Box. Ich bin dann ins Auto gesprungen und konnte mich wieder nach vorne kämpfen. Leider haben wir dann wieder einen Fehler bei der Reifenwahl gemacht und sind zurückgefallen. Dann kam die Rote Flagge."

"Ich denke, es war nicht so schlimm wie [bei der langen Unterbrechung] 2021. Damals war es aus meiner Sicht deutlich schlechter. Wenn das Rennen wieder freigegeben worden wäre, wäre das eine große Sache für uns gewesen, weil wir die Ersten waren, die schon gestoppt hatten. Aber dann wollten sie das Rennen nicht mehr neu starten."

Mit Bildmaterial von Gruppe C Photography.

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