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Haupt-Mercedes #2 nach schwerem Unfall vor Comeback bei Top-Qualifying

Das Haupt Racing Team schraubt eifrig am verunfallten Mercedes-AMG GT3 - Yelmer Buurman erklärt, was passiert ist - Falken-Porsche ebenfalls wieder dabei

Haupt-Mercedes #2 nach schwerem Unfall vor Comeback bei Top-Qualifying

Der Haupt-Mercedes #2 (Haupt/Buurman/Bastian/Ellis) steht nach dem heftigen Unfall im Nachttraining beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring 2020 im Liveticker! kurz vor einem Comeback.

Ein Teamsprecher bestätigt gegenüber 'Motorsport.com', dass "wir davon ausgehen, dass die #2 [bis zum Start des Top-Qualifyings um 17:50 Uhr] fertig repariert wird."

Das wäre eine starke Leistung des Teams, das den Mercedes-AMG GT3 einer Rundumerneuerung unterziehen musste, nachdem Yelmer Buurman im zweiten Qualifying bei Nacht im Schwedenkreuz abgeflogen war. Das sorgte für einen vorzeitigen Abbruch des Nachttrainings.

Der Niederländer erklärt, wie das passieren konnte: "Es ist sehr unglücklich gelaufen. Wir hatten schwierige Streckenverhältnisse und wollten abwarten, dass es abtrocknet. Als ich raus bin, sah es schon recht trocken aus. Ich bin vorsichtig gefahren und war am Schwedenkreuz schon 10 Sekunden langsamer. Als ich das Lenkrad bewegt habe, ist das Auto plötzlich ausgebrochen."

 

Ist der dunkle Asphalt schuld?

Buurman beschreibt den Unfall als "surreal". Als er einmal gemerkt hat, dass er abfliegt, habe er noch versucht, in einem möglichst spitzen Winkel einzuschlagen und an der Leitplanke entlang zu gleiten, erklärt er. "Das ist mir nicht gelungen. Ich bin mit einer Ecke angeschlagen." Dadurch wurde das Fahrzeug herumgewirbelt und von allen Seiten beschädigt.

Eine mögliche Erklärung liefert der Asphalt an dieser Stelle. Dieser ist noch recht frisch und deshalb sehr dunkel. Es fällt schwer, bei Nacht zu beurteilen, ob die Strecke trocken oder feucht ist.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Nacht in diesem Jahr dunkler ausfällt als sonst. Zum einen findet das Rennen im Herbst mit längeren Nächsten statt, zum anderen fehlt die Beleuchtung durch die Fans.

"Es ist schwer, den Zustand der Fahrbahn zu lesen. Wir haben zwar gutes Licht [am Mercedes-AMG GT3]. Trotzdem ist es unglaublich schwer, zu sehen [ob es trocken oder nass ist]. Das haben auch meine Teamkollegen gesagt. Es liegt also nicht bloß an meinem Alter", scherzt der 33-Jährige, der froh ist, "an einem Stück zu sein."

Beim Team entschuldigt er sich für die Extra-Schicht: "Es tut mir leid für sie und meine Teamkollegen. Alles ist zusammengekommen. Es gab nichts zu beweisen oder zu holen, deshalb ist das das Letzte, was man will. So ist der Motorsport. Ich mache das nicht jedes Jahr. Seit Jahren komme ich hierher und hatte noch nie einen selbstverschuldeten Unfall."

 

Falken-Porsche schon im 3. Abschlusstraining zurück

Auch der Falken-Porsche #44 (Bachler/S. Müller/Dumbreck/Ragginger) ist nach einer Nachtschicht wieder flott und fuhr bereits im dritten Qualifying. Peter Dumbreck war im Nachttraining in der Linkskurve nach der Fuchsröhre am Eingang Adenauer Forst abgeflogen und kam in der anschließenden Rechtskurve zum Stillstand.

Der erfahrene Brite ist ebenfalls ein Opfer der Bedingungen geworden: "Es war eine dieser Situationen, in denen zunächst alles komplett trocken ist. Ich fuhr hinter einem KCMG-Porsche. Durch Schwedenkreuz und Aremberg hindurch war alles trocken. "

"Plötzlich schlug er quer und bevor ich das realisieren konnte, drehte ich mich schon weg. Ich bin rückwärts abgeflogen und glücklicherweise erst oben eingeschlagen und nicht unten."

Damit meint er, dass er erst auf der linken Seite in der Rechtskurve eingeschlagen ist, als schon viel Geschwindigkeit abgebaut war. So vermied er einen Einschlag im ultraschnellen Linksknick. Glück im Unglück, denn an dieser Stelle können auch Chassis vernichtet werden, wenn man nach rechts einschlägt.

Dumbreck hofft, dass es wenigstens in der Nacht nicht regnen wird: "Es wäre deutlich leichter für jeden, wenn es nachts nicht regnet. Aber es ist dasselbe für alle, wir müssen uns anpassen."

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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