Keine Abt-Disqualifikation nach 24h-Rennen: Warum das Urteil vertagt wird
Nach der Anhörung des Abt-Teams bleibt das Urteil beim 24h-Rennen am Nürburgring offen: Technische Fragen verhindern eine Entscheidung - wie es jetzt weitergeht
Hängepartie um eine mögliche Disqualifikation des Abt-Lamborghinis
Foto: Abt Sportsline
Verliert der Abt-Lamborghini mit der Startnummer 84 nach den bei der technischen Nachuntersuchung aufgetretenen Unregelmäßigkeiten Platz zwei beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring und wird disqualifiziert? Diese Frage konnte am Freitag bei der Sitzung der Sportkommissare, bei der sich das Abt-Team erklären durfte, nicht beantwortet werden.
"Eine erste Anhörung zu den Unregelmäßigkeiten bei der Nachuntersuchung am Lamborghini Huracan GT3 Evo2 des Teams Abt (#84) hat am Freitagmorgen (5. Juni) stattgefunden. Das Team konnte zu den Ergebnissen der Leistungsmessung auf dem Rollenprüfstand, die die Technischen Kommissare durchgeführt hatten, Stellung nehmen", erklärt ein Sprecher des 24-Stunden-Rennens gegenüber Motorsport-Total.com.
"Dabei ergaben sich technische Nachfragen, die während des Hearings nicht unmittelbar zu klären waren. Daher wurde die Entscheidung der Sportkommissare vertagt." Aber worum geht es im Detail?
Wie die Sitzung der Sportkommissare ablief
Bei der virtuell durchgeführten Sitzung, die am Freitag um neun Uhr begann, waren der Vorsitzende der Sportkommissare Achim Loth sowie seine beiden Kollegen Yasin Özer und Harry Stüber anwesend. Abt war mit Geschäftsführer Thomas Biermaier und Martin Tomczyk vertreten, der den 24h-Einsatz vor seinem Abschied noch einmal als Sportdirektor leitete.
Zunächst wurde das Lamborghini-Team aus Kempten mit dem Bericht des Technikausschusses zur Überprüfung auf dem Rollenprüfstand konfrontiert.
Laut Informationen von Motorsport-Total.com lag der Bolide 20 PS über dem bei einer Referenzmessung im Jahr 2025 festgelegten Leistungswert, der als Grundlage für die Balance of Performance (BoP) dient. Auch die Toleranz von zwei Prozent, die bei einer Schätzung von 500 PS Motorleistung zehn PS betragen würde, wurde damit überschritten.
Um welche technischen Nachfragen geht es bei Abt?
Laut Informationen von Motorsport-Total.com gibt es Teile des Untersuchungsberichts, die das Abt-Team jedoch nicht nachvollziehen kann. Das Traditionsteam aus Kempten verfügt selbst über einen Rollenprüfstand. Offenbar gibt es technische Unterschiede zwischen der für das 24-Stunden-Rennen genutzten Anlage des Tuners McChip in Mechernich und dem Rollenprüfstand von Abt.
Dabei könnten die Umrechnung der Messwerte, die Temperatur sowie Veränderungen des Rollwiderstands im Verlauf mehrerer Prüfungen eine Rolle spielen. Um Abt die Messergebnisse im Detail erläutern zu können, wird das Know-how der Techniker benötigt. Mit ihrer Hilfe sollen die offenen Fragen bis zur nächsten Sitzung geklärt werden, ehe die Verhandlung voraussichtlich in der kommenden Woche fortgesetzt wird.
"Kein Kommentar" von Abt
"Ein neuer Termin wird in Kürze bekanntgegeben. Bis dahin bleibt das Rennergebnis vorläufig", bestätigt der Sprecher des 24-Stunden-Rennens.
"Wir möchten zu diesem Thema weiterhin kein Kommentar abgeben", sagt ein Abt-Sprecher auf Nachfrage von Motorsport-Total.com. Klar ist allerdings, dass die Abt-Messung im Hinblick auf eine Disqualifikation nicht relevant ist, da bereits die Referenzmessung bei McChip in Mechernich stattgefunden hatte, wo nun auch die sechs Fahrzeuge nach dem 24-Stunden-Rennen untersucht wurden. Bis auf den Abt-Lamborghini wurden alle für legal befunden.
Die Angelegenheit entwickelt sich jetzt zu einer Hängepartie, da das 24-Stunden-Rennen am 17. Mai zu Ende ging und es fast einen Monat später noch immer kein offizielles Ergebnis gibt.
Abt-Nachuntersuchung wird zur Hängepartie
Es ist nicht die erste Verzögerung in der Angelegenheit: Während fünf andere Boliden am Dienstag nach dem 24-Stunden-Rennen auf dem Rollenprüfstand des Tuningunternehmens McChip in Mechernich überprüft wurden, musste die Messung beim Red-Bull-Lamborghini des Abt-Teams um eine Woche verschoben werden. Grund war eine defekte Kupplung.
Diese wurde dann von Abt-Mechanikern vergangene Woche am Montag unter Aufsicht getauscht, wodurch man am Dienstag bereit war für die Überprüfung, bei der das Fahrzeug die Vorgaben nicht erfüllte. Als der Technikausschuss am Mittwoch bei kühleren Bedingungen erneut messen wollte, trat ein weiteres technisches Problem am Fahrzeug auf, weshalb die Untersuchung abgebrochen werden musste.
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