Manthey versichert: Kevin Estre trifft keine Schuld am Grello-Crash
Der Grello scheidet bei den 24 Stunden vom Nürburgring aus - Teamkollegen und Teamchef nehmen Kevin Estre nach dem Brünnchen-Unfall in Schutz
Der Grello sah bei den 24h Nürburgring 2026 nicht einmal die Nacht
Foto: Gruppe C Photography
Nach dem dramatischen Aus des legendären "Grello"-Porsche bei den 24 Stunden vom Nürburgring 2026 (hier in Liveticker und Livestream!) stellt sich Manthey Racing voll und ganz hinter Kevin Estre. Die Teamführung bestätigt, dass der Franzose auf einer massiven Ölspur schlichtweg Passagier war und den Unfall in keiner Weise verhindern konnte.
"Kevin hat das Auto aufgrund von Öl auf der Strecke verloren und ist eingeschlagen. Das hätte er auf keine Weise verhindern können", stellt Patrick Arkenau, Geschäftsbereichsleiter Racing bei Manthey, klar.
"Bis dorthin lief das Rennen für uns sehr gut. Wir haben vorne mitgekämpft und waren in einer sehr guten Position. Das Ergebnis schmerzt uns sehr und tut uns auch einfach leid für alle Fans, die Fahrer und natürlich das ganze Team."
Geschäftsführer Nicolas Raeder schlägt in dieselbe Kerbe und unterstreicht die unbarmherzige, oft unvorhersehbare Realität der Nordschleife: "Er trägt keinerlei Schuld. Wer um die Spitze kämpft, bewegt sich zwangsläufig immer am Limit und damit auch im Bereich höchster Risiken. Nach dem Einschlag konnte das Fahrzeug zwar zunächst noch weiterfahren, allerdings hat sich dabei ein Riemen gelöst, wodurch der Motor irreparabel beschädigt wurde und sofort abgestellt werden musste."
"Wir haben gekämpft und waren voll dabei. Das Rennen wäre sicherlich noch hart geworden, aber ich glaube, wir hätten eine starke Show liefern können. Umso bedauerlicher ist es, dass unser Rennen so früh zu Ende ging. Davon lassen wir uns aber nicht unterkriegen."
Für Estre selbst kam die Ölspur völlig unerwartet. "Ich war in meinem zweiten Stint, habe im Brünnchen ein anderes Fahrzeug überholt und plötzlich komplett das Heck verloren. Es gab leider keine Flaggen und niemanden vor mir, was mich hätte warnen können", erklärt der Franzose.
Während Estre wegrutschte, sah der führende Jules Gounon im Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella) die Ölspur und fuhr drum herum. Estre war aber doppelt abgelenkt: Erstens überholte er ein anderes Auto, zweitens war seine Sicht durch einen BMW geblockt, der sich zwischen Gounon und Estre befand.
Der amtierende DTM-Meister Ayhancan Güven hadert: "Ein Zwischenfall durch Öl auf der Strecke hat uns aus dem Wettbewerb gerissen. Die Bedingungen waren über die gesamte Distanz hinweg anspruchsvoll - immer wieder leichter Regen und Öl auf einzelnen Streckenabschnitten. Gerade auf der Nordschleife und bei einem so großen Teilnehmerfeld kommt es leider immer wieder zu solchen unberechenbaren Situationen."
Güvens Vorvorgänger als DTM-Meister Thomas Preining nimmt Estre ebenfalls in Schutz: "Bei Öl auf der Strecke ist man als Fahrer praktisch machtlos und leider hat uns dieses Thema schon über die gesamte Saison hinweg immer wieder begleitet."
Ein schwacher Trost bleibt dem Team an diesem Wochenende: Die gemeinsam mit der Griesemann Gruppe eingesetzte Schwester-Startnummer 992 aus der SP-Pro befindet sich weiterhin im Rennen und hält die Manthey-Fahnen in der "Grünen Hölle" mit einer ansehnlichen Performance hoch.
Auf den achten Gesamtsieg wird die Manthey-Mannschaft, die zuletzt im Jahr 2021 erfolgreich war, aber weiter warten müssen.
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