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Langstrecke 24h Nürburgring

Permit bei Kreutzpointner weg, Freispruch für Feller: Zweierlei Maß?

Die unterschiedliche Handhabung der Szenen zwischen Alesia Kreutzpointner und Ricard Feller wirft Fragen auf - Die Begründung wird sie nur halb beantworten

Permit bei Kreutzpointner weg, Freispruch für Feller: Zweierlei Maß?

Alesia Kreutzpointer trifft die ganze Härte des Sportrechts, Ricardo Feller kommt in einer ähnlichen Situation ungeschoren davon. Die unterschiedliche Bestrafung von verschiedenen, aber doch ähnlichen Situationen im Rahmen des 24-Stunden-Rennens am Nürburgring 2024 wirft bei den Fans Fragen auf.

Zu den Strafen: Alesia Kreutzpointer, die den Unfall mit dem Rowe-BMW #99 (Frijns/D. Vanthoor/S. van der Linde/Farfus) und dem WS-Racing-1er-BMW #507 (Möller/Pirrone/Ullrich/R. Klingmann) auslöste, wurde von den Sportkommissaren zu einer Geldstrafe von 1.500 Euro verurteilt und muss ihr DMSB-Nordschleifen-Permit (DPN), den sogenannten "Nordschleifen-Führerschein", abgeben.

In der Urteilsbegründung heißt es: "Nach Auswertung aller Beweismittel sehen es die Sportkommissare als erwiesen an, dass die Fahrerin [des Porsche Cayman #420] hauptsächlich die Schuld für die Kollision trägt."

 

"Es wurde ebenfalls festgestellt, dass die Entscheidung, zu überholen, auf einer Fehleinschätzung der Position von Fahrzeug #99 basierte, das sein Überholmanöver in dieser Situation beinahe abgeschlossen hatte."

Teamchef: DPN-Entzug schlechter Präzedenzfall

In der haarsträubenden Szene auf der Döttinger Höhe, als Ricardo Feller bei vier GT3-Fahrzeugen nebeneinander indirekt über Fabian Schiller den abenteuerlichen Dreher von Vincent Kolb auslöste, erschien lediglich die Meldung "no further action" auf dem Rennleitungsmonitor. Feller bestätigte später im Gespräch mit Motorsport-Total.com, dass er den Mercedes-AMG übersehen hatte.

Das sorgt für Diskussionen. "Ich kann die Entscheidung, dass es ein Rennunfall ist, überhaupt nicht verstehen. Feller übersieht den Mercedes und zieht eine Lücke zu, die nicht mehr da ist. Dadurch kommt es zu einem Crash. Bei dem Unfall mit dem führenden BMW werden sogar ganze Lizenzen entzogen und hier passiert nichts", schreibt ein Leser.

Auch ein Teamchef meldete sich nach dem Rennen bei Motorsport-Total.com. "Ganz kritisch sehe ich die Bestrafung von Alesia Kreuzpointner; wenn das Schule macht, sollte sich jeder 'kleine' Amateurfahrer gut überlegen, ob er da noch mitfährt. Ganz klar hat sie einen Fehler gemacht, aber das gehört eben auch dazu. DPN weg und 1500 Euro, ist nur der Anfang."

 

"Was wäre denn im Umkehrfall passiert, also wenn Sheldon van der Linde den Unfall verursacht hätte? Es gibt jede Menge Onboard-Videos von den Top-GT3, die mehr als aggressiv überholen und nachweislich sind schon genügend Unfälle dadurch passiert, aber da kommt keine Reaktion von den Stewards."

4-Wide landete gar nicht bei Sportkommissaren

Warum also kam Feller ungeschoren davon? Die Antwort ist einfach: Die Rennleitung entschied auf eigene Faust, dass es sich um einen Rennunfall handelte. Der Vorfall wurde gar nicht an die Sportkommissare weitergeleitet. Deshalb gibt es auch kein offizielles Dokument.

Natürlich wird diese Antwort diejenigen kaum beruhigen, die den Vorwurf erheben, es werde mit zweierlei Maß gemessen. Sicherlich wird eine Rolle gespielt haben, dass der Dreher von Vincent Kolb sehr glimpflich ausgegangen ist. Bei der Dreier-Kollision im Bereich Fuchsröhe/Adenauer Forst kam es dagegen zu einem fürchterlichen Unfall des 1er-BMW samt Fassrolle in der Luft.

Es liegt in der Natur des Strafrechts, dass bei schwerem Ausgang höhere Strafen verhängt werden, so sieht das Strafrecht für einen gelungenen Mord eine höhere Strafe vor als für einen gescheiterten Mordversuch.

 

Ein weiterer Unterschied bestand darin, dass im Fall Kreutzpointner das Überholmanöver van der Lindes schon fast abgeschlossen war, während Schillers Angriff gerade erst begonnen hatte. Dass Feller dennoch völlig straffrei davonkam, wurde von vielen Beobachtern kritisiert. Es sei noch angemerkt, dass Feller hier nicht im siegreichen Auto saß, er absolvierte einen Doppelstart auf beiden Scherer-Audis.

Härtere Strafe wäre möglich gewesen

Im Fall Kreutzpointner sagt ein DMSB-Sprecher gegenüber Motorsport-Total.com, dass die Strafe gegen Kreutzpointner gar nicht die härteste sei. Sie muss ein Rennen aussetzen (NLS3 am 22. Juni) und kann dann einen Antrag auf Wiedererteilung der DPN für das 6-Stunden-Rennen (NLS4) der Nürburgring-Langstrecken-Serie stellen.

Härtere Strafen wären der Entzug des DPN für drei Rennen und eine Meldung an das DMSB-Sportgericht in Frankfurt, was bis zum Lizenzentzug führen könnte.

 

Dass das Geschlecht eine Rolle gespielt hätte, kann jedenfalls ausgeschlossen werden, denn mit Stefanie Kleiber war eine weibliche Sportkommissarin in die Entscheidung involviert. Kreutzpointner wurde in der Folge in den sozialen Medien angegriffen, was Rowe Racing zu einer Stellungnahme veranlasste, in der sie verteidigt wurde.

Kreutzpointner, zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Jacqueline Teil der "Racing Twins" und Tochter von Ex-DTM-Pilot Fritz Kreutzpointner, verhielt sich während der gesamten Befragung durch die Sportkommissare nach Veranstalterangaben sehr professionell.

Mit Bildmaterial von Merkle.

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