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Porsche 911 Cup 992.2 (2026): Neuer Name, ABS, leicht höherer Preis

Porsche stellt den 911 Cup 992.2 vor, der ab 2026 in den Porsche-Cups und auf der Langstrecke zum Einsatz kommt - Warum das Kürzel "GT3" wegfällt

Porsche 911 Cup 992.2 (2026): Neuer Name, ABS, leicht höherer Preis

Der neue Porsche 911 Cup 992.2 (2026)

Foto: Porsche Porsche

Bei der Präsentation des neuen Cup-Modells (alle Bilder!) verkündet Porsche eine kleine Überraschung beim Namen. Das neue Fahrzeug des Porsche-Supercups, der nationalen Porsche-Carrera-Cups und diverser Langstreckenserien heißt nur noch "Porsche 911 Cup". Der bisherige Zusatz "GT3" verschwindet. (Hier die technischen Daten des Neufahrzeugs einsehen!)

Hintergrund ist eine neue Philosophie in der Namensgebung, die der Sportwagen-Hersteller aus Stuttgart als "Vereinfachung und Vereinheitlichung" bezeichnet. Das Kürzel "GT" bekommen ab sofort nur noch Fahrzeuge, die sich einem Markenwettbewerb stellen - also vor allem der GT3 R, der ebenfalls am heutigen Freitag präsentiert wurde.

Damit verschwindet die letzte mögliche Verwechslung mit der GT3-Klasse. Mit dieser Ambiguität hatte Porsche schon seit Einführung der GT3-Kategorie im Jahr 2006 zu kämpfen, weil man das Kürzel selbst bei den eigenen Fahrzeugen bereits seit 1999 verwendet.

So kam es lange vor, dass etwa ein Porsche 997 GT3 RSR jahrelang in der GT2-Klasse fuhr. Porsche eliminierte das GT3-Kürzel in jenem Fall ab der Generation 991. Der GT3 Cup blieb lange unangetastet, da er direkt auf dem GT3-Serienmodell basiert - ein deutlicher Unterschied etwa zum GT3 R, der eine Eigenentwicklung ist. Nun hat sich Porsche auch beim Cup dazu durchgerungen, das Kürzel zu streichen.

Der neue Sportler soll die Erfolgsgeschichte weiterschreiben, die seit 1990 ununterbrochen läuft. 5.381 Cup-Porsche wurden seitdem produziert, davon allein 1.130 Exemplare der Vorgängergeneration 992.1. Diese markierte 2021 einen großen Schritt gegenüber der 991er-Generation. Da der Cup-Elfter nicht zu nah an den GT3 R heranrücken darf, bleibt es diesmal bei geringen Änderungen.

Die Größte davon ist, dass nun auch im Cup mit ABS gebremst wird. Das war zuletzt 2004 im letzten Jahr der 996er-Generation der Fall. Ab 2005, als auf die Generation 997 gewechselt wurde, wurde das ABS entfernt, dafür gab es statt einer H-Schaltung ein neues sequenzielles Getriebe. Nun gibt es Wippschaltung und ABS. Letzteres kam bisher im Langstreckenpaket vor, nicht aber in den Cups.

Der 4,0-Liter-Sechszylinder-Boxer ohne Aufladung leistet nun 520 PS, also zehn PS mehr als der Vorgänger. Der Verkaufspreis liegt mit 269.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer über dem Preis des alten Modells, das 2021 für 225.000 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer angeboten wurde.

Allerdings sind aufgrund der hohen Inflation in den vergangenen Jahren die Preise auch hier gestiegen. Auf dem Gebrauchtmarkt werden Modelle teils für 245.000 Euro plus Mehrwertsteuer angeboten. Insofern ist die Preissteigerung recht moderat.

Was die Teams bekommen

Dafür bekommen Teams ein wartungsfreundlicheres Auto, bei dem beispielsweise nach Berührungen, wie sie in den Cups immer wieder vorkommen, nicht mehr die ganze Stoßstange getauscht werden muss. Porsche spricht von einer "Sicherstellung adäquater Einsatzkosten" als großem Ziel nebst leicht verbesserter Performance und vereinfachtem Handling.

"Der neue 911 Cup ist wie seine erfolgreichen Vorgänger ein Grenzgänger. Hier verschmelzen Serienbauteile unserer GT-Sportwagen mit reinrassiger Rennsport-Technologie zu einem schlüssigen und sehr performanten Gesamtkonzept", betont Thomas Laudenbach, Leiter Porsche Motorsport.

"Der Cup-Elfer gilt seit jeher als Aufgabe, als Herausforderung für diejenigen hinter dem Steuer. Und so soll es auch bleiben. Denn er ist auch die Ausbildungsplattform für unsere Porsche-Junioren. Und der Erfolg dieses Konzeptes lässt sich an den zahllosen Renn- und Meisterschaftssiegen ablesen."

Michael Dreiser, Leiter Vertrieb Porsche Motorsport, ergänzt: "Der Cup-Rennwagen auf Basis des 911 zählt zu den meistverkauften Rennwagen weltweit. Er bildet zusammen mit dem 718 GT4 RS Clubsport die anspruchsvolle Basis unserer Motorsport-Pyramide und wird weltweit in unseren Markenpokalen eingesetzt."

"Aber eben nicht nur dort: Das Geheimnis seines Erfolges liegt in seiner Vielseitigkeit. So findet man die Cup-Autos regelmäßig auf guten Platzierungen des Gesamtklassements im Langstreckensport, im offenen GT-Sport oder bei anderen Rennaktivitäten."

Karosserie: angepasstes Design, verbesserte Aerodynamik

Optisch setzt sich der 911 Cup erkennbar von seinem Vorgänger ab - etwa durch das Bugteil, das nun das Design des 911 GT3 der Generation 992.2 aufgreift. Die Frontspoiler-Lippe besteht fortan aus drei Teilen.

So müssen nach Fremdkontakten nur noch die beschädigten Elemente ersetzt werden, dies senkt auch beim Ersatzteilversand die Verpackungs- und Transportkosten. Dem gleichen Zweck dient der Entfall des Tagfahrlichts: Damit kann es bei einer Kollision weder die dahinter liegenden Kühler beschädigen, noch muss es anschließend ersetzt werden.

Die Kotflügel erhalten integrierte Louvres-Öffnungen. Sie sorgen für die Entlüftung der Radhäuser und verbessern hierdurch den aerodynamischen Abtrieb an der Vorderachse. Das gleiche gilt für den aerodynamisch optimierten Unterboden, der in Anlehnung zur Serie die Fahreigenschaften positiv beeinflusst.

Auch die sogenannten Turning Vanes hinter den vorderen Radhäusern wirken sich vorteilhaft auf die Luftführung entlang der Frontpartie aus. Das Zusammenspiel dieser Komponenten ermöglicht speziell bei hohen Geschwindigkeiten ein noch schärferes Ansprechen der Vorderachse und erleichtert es dem Fahrer, den Rennwagen vor der nächsten Kurve zielgenau zu positionieren.

Das aggressiver gestaltete Heckteil des neuen 911 Cup stellt eine komplette Neuentwicklung dar. Der Schwanenhals-Heckflügel erhält eine modifizierte Anbindung zu den Flügelstützen. Dies vereinfacht die Positionseinstellung und das Handling. Die Motorraumabdeckung bekommt ein grundsätzlich modifiziertes Design.

Ebenso wie nahezu alle Karosserie-Anbauteile inklusive der Türen bestehen sie aus einem recycelten Karbonfaser-Vlies in Kombination mit einem biobasierten Epoxydharz. Hierbei wird beispielsweise Verschnitt aus anderen Fertigungsprozessen zur Herstellung des Vlies verwendet - eine Maßnahme, die unter anderem die Ersatzteil-Preisstabilität positiv beeinflusst.

Antrieb: Rennmotor mit größerer Nähe zum 911 GT3-Serienaggregat

Der wassergekühlte Hochdrehzahl-Sechszylinder setzt weiterhin auf das Saugerprinzip. Der emotional klingende 4,0-Liter-Boxer fußt wie gehabt auf dem Aggregat des Porsche 911 GT3. In seiner jüngsten Rennversion mit nunmehr 382 kW (520 PS) übernimmt er zusätzliche Komponenten des Serienmotors wie etwa die strömungsoptimierten Einzeldrosselklappen und Nockenwellen mit längeren Ventilöffnungszeiten.

So entfällt die zentral positionierte Drosselklappe. Dies erlaubt fortan auch den Einbau eines Luftmengen-Restriktors - eine Voraussetzung bei der Zweitnutzung des Rennwagens in externen Meisterschaften.

Trotz der um zehn PS gestiegenen Motorleistung bleibt die Betriebsdauer des 911 Cup-Motors unverändert: Eine Revision fällt erst nach 100 Rundstrecken-Stunden an. Je nach Rennserie, Reglement und Strecke stehen auch weiterhin drei verschiedene Abgasanlagen zur jeweiligen Einhaltung der Geräuschemissionsgrenzwerte zur Wahl.

Für die Kraftübertragung auf das sequenzielle Sechsgang-Klauengetriebe zeichnet fortan eine nochmals robustere Vierscheiben-Sintermetall-Rennsportkupplung verantwortlich. Mit ihr kann die bislang bei einem stehenden Start auf 6.500 U/min begrenzte Motordrehzahl ansteigen.

Dazu gibt es jetzt eine automatische Motor-Neustartfunktion. Sie greift ein, sobald der Fahrer nach einem unbeabsichtigten "Abwürgen" das Kupplungspedal durchtritt. Eine Stroboskop-Funktion der Bremslichter warnt derweil die nachfolgenden Teilnehmer, beispielsweise während einer Startphase. Zuvor hatte der Warnblinker diese Sicherheitsfunktion übernommen.

Bremsen: verbesserte Wirkung, verlängerte Einsatzzeit

Das Bremssystem erhielt eine umfassende Aufwertung. An der Vorderachse kommen nun 380-Millimeter-Scheiben mit einem von 32 auf 35 Millimeter erweiterten Querschnitt zum Einsatz. Dies ermöglicht größer dimensionierte Kühlkanäle zur Eigenventilation und verbessert auf diese Weise die Wärmeabführung.

Hintergrund: Die Versetzung des mittleren Wasserkühlers nach hinten in den "Kofferraum" ermöglicht einen Kühllufteinlass zu den Bremsen durch das mittlere Bugteil. Zugunsten einer größeren Reibfläche zwischen Bremsscheibe und -belag wurde der Bremsscheibentopf im Außendurchmesser verkleinert.

Effekt: eine effizientere Verzögerungsleistung dank breiterer Bremsbeläge in Kombination mit einer verbesserten Standfestigkeit für Langstreckenrennen und einer deutlich verlängerten Lebensdauer der einzelnen Komponenten.

Das Renn-ABS Bosch M5 kommt fortan in allen 911 Cup serienmäßig zum Einsatz. Es besitzt eine optimierte Bedatung, um die Informationen des neuen Beschleunigungssensors mit zusätzlicher Signalerfassung verarbeiten zu können. Die weiterentwickelte Software kann zudem den Fahrer warnen, falls in einem der beiden Bremskreisläufe eine Leckage auftritt. Der Bremsflüssigkeitsbehälter erhält ein größeres Volumen, mit dem er sich auch für Langstreckenrennen eignet.

Angepasste Lenkanschläge ermöglichen der elektrisch unterstützten Servolenkung kleinere Kurvenradien. Dies erleichtert zum Beispiel das Befahren enger Stadtkurse, Angepasste Lenkanschläge ermöglichen der elektrisch unterstützten Servolenkung kleinere Kurvenradien. Dies erleichtert zum Beispiel das Befahren enger Stadtkurse, während die Fahrer dank des größeren Lenkeinschlags wirksamer ein Übersteuern des Elfers parieren können.

Cockpit: vereinfachte Bedienung im Renneinsatz und an der Box

Apropos Lenkung: Das umgestaltete, nun hochwertigere Multifunktionslenkrad vereint eine optisch ansehnlichere Gestaltung mit praktischen Vorteilen - zum Beispiel zentralen Drehreglern zur Einstellung der ABS-Eingriffe und der Traktionskontrolle. Das neue Design der farbig beleuchteten Bedienknöpfe verbessert die Lesbarkeit der jeweiligen Kennzeichnung.

Das zentrale Schaltpult neben dem Sitz bleibt für den Fahrer auch während des Rennens gut erreich- und bedienbar. Es weist fortan acht statt zehn reale Schalter auf. Der Knopf unten rechts führt auf eine weitere Menüseite des Displays, die zahlreiche Detaileinstellungen aus dem Auto heraus ermöglicht - von der Boxengassen-Geschwindigkeit über das Abgasanlagen-Mapping bis hin zum Reset des Lenkwinkels.

Dies erübrigt das Anschließen eines Laptops und vereinfacht die Arbeit der Teams. Eine zusätzliche Schaumstoffverkleidung auf der Innenseite des Türkreuzes schützt die Arme, Beine und Füße des Fahrers.

Matthias Scholz, Gesamtprojektleiter GT-Rennfahrzeuge, erklärt: "Der neue 911 Cup besticht durch die umfangreiche Detailarbeit, die hier geleistet wurde. Er zeigt sich stärker, schneller, aber auch vernünftiger."

"So bleiben Bauteil-Laufzeiten trotz Performance-Steigerung gleich oder werden sogar verlängert. Materialien werden da, wo es Sinn macht, durch Komponenten mit einem hohen Anteil an recycelten Inhaltsstoffen ersetzt. Die Handhabung im Cockpit ist optimiert und viele zusätzliche Elektronikbausteine ermöglichen breite Einsatzfelder."

Elektronik: praktische Zusatzfunktionen

Die aufgewertete Elektronik des neuen 911 Cup erleichtert die Handhabung des Rennwagens ebenfalls. So zeigt das Reifendruck-Überwachungssystem TPMS (Tire Pressure Monitoring System) fortan auch die Reifenlufttemperaturen auf dem zentralen Display der Armaturentafel an. Eine besonders leistungsfähige GPS-Antenne tritt an die Stelle des bisherigen Infrarotsystems und übernimmt die Rundenzeiten- und Positionserfassung.

Bewährte Funktionen aus dem großen Bruder 911 GT3 R wie die Zeitmessung für die Boxengasse-Durchfahrt und die "Pre-Kill"-Funktion, die den Motor bei Boxenstopps nach Stillstand automatisch abschaltet, kommen hinzu. Die neue elektronische Überwachung der Feuerlöscher-Auslöseeinheit kontrolliert auch den Ladestand der autarken Neun-Volt-Batterie.

Bei der Entwicklung des 911 Cup hat Porsche Motorsport wieder mit seinem Partner Michelin zusammengearbeitet, um eine neue Reifen-Generation für das Markenpokal-Fahrzeug zu entwickeln.

Reale Testfahrten fanden auf dem italienischen Grand-Prix-Kurs in Monza, auf dem Lausitzring in Brandenburg und auf der hauseigenen Strecke des Entwicklungszentrums Weissach statt. Am Steuer wechselten sich drei ehemalige Porsche-Junioren ab: Bastian Buus, Laurin Heinrich und Klaus Bachler. Hinzu kam Routinier Marco Seefried.

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