Timo Glock über Disqualifikation: "Habe ich mir selbst eingebrockt"
Timo Glock nimmt die Disqualifikation wegen zu vielen Code-60-Vergehen bei den 24 Stunden vom Nürburgring auf die eigene Kappe - Zu früh hochbeschleunigt
Timo Glock durfte den Retro-McLaren nur in der ersten Rennhälfte bewegen
Foto: Gruppe C Photography
Für Timo Glock endete das Abenteuer bei den 24 Stunden vom Nürburgring 2026 vorzeitig und auf unrühmliche Weise. Weil er sich im Verlauf des Rennens seinen dritten Strafpunkt einhandelte, wurde der ehemalige Formel-1-Pilot genau bei Halbzeit um 3 Uhr disqualifiziert. Ben Dörr, Timo Scheider und Marvin Kirchhöfer mussten das Rennen zu Dritt beenden.
Das Reglement an der Nordschleife ist in diesem Punkt unbarmherzig, denn drei Strafpunkte bedeuten den automatischen Entzug des DMSB-Permit-Nordschleife (DPN), dem berüchtigten "Nordschleifen-Führerschein". Glock kann diesen neu beantragen, muss dazu aber das notwendige Programm inklusive E-Learning erneut absolvieren.
Der ehemalige Formel-1- und aktuelle DTM-Pilot gibt sich nach dem Urteil der Sportkommissare extrem selbstkritisch. "Das habe ich mir selbst zuzuschreiben", nimmt Glock kein Blatt vor den Mund.
"Ich bin ja mit 26 Jahren Rundstrecken-Erfahrung trotzdem in Anführungszeichen irgendwie ein Rookie hier. Vor zwei Jahren bin ich erstmals ein 24-Stunden-Rennen gefahren, und das war ja auch nur neun Stunden lang, bis der große Nebel kam und abgebrochen wurde." (Glock über Retro-McLaren: Es sollte ein Mercedes werden)
Vorgeschichte von den Qualifiers
Das Unheil nahm für Glock bereits vier Wochen vor dem Rennen beim Qualifiers-Wochenende seinen Lauf. Als einer der Ersten kam der 44-Jährige an einer Unfallstelle im Bereich Metzgesfeld vorbei. In der Folgerunde verlängerten die Sportwarte der Streckensicherung die Code-60-Zone um einen Posten nach vorne.
"Ich habe aufs Ohr bekommen: Alles ist gleich, gleiche Situation, Code-60 Metzgesfeld", erklärt Glock die damalige Situation. "Ich habe mich darauf konzentriert und wusste schlichtweg nicht, dass dieser Posten da oben rechts im Wald steht."
"Ich bin dann mit dem 120er-Limit durch diese ersten 100 bis 150 Meter gefahren und habe dafür zwei Strafpunkte kassiert." Schon damals warnten ihn die Kommissare, dass es ein harter Ritt werden würde, da er beim Hauptrennen straffrei bleiben musste.
Im Rennen am Samstag folgte dann im nächtlichen Doppelstint der entscheidende Fauxpas. "Der Fehler war, dass ich, sagen wir mal, 100 Meter zu früh den Code-60-Limiter gelöst habe. Und das hat mich einen weiteren Punkt gekostet", so Glock. Es waren sogar zwei, wie der offiziellen Strafe zu entnehmen ist.
Glock akzeptiert Strafe
Trotz des unrühmlichen Ausscheidens und der Tatsache, dass er seinem Team Dörr Motorsport und den Fahrerkollegen auf der Strecke nicht mehr helfen konnte, verteidigt Glock das System ausdrücklich. Es gehe gar nicht darum, ob er sich vorsätzlich einen Vorteil verschaffen wollte.
"Das ist Teil der Nordschleife, das ist Teil des 24-Stunden-Rennens. Es tut natürlich weh, aber Fehler müssen bestraft werden. Und es hat einen Grund, wieso man das so tut - weil das hier eben die gefährlichste Rennstrecke der Welt ist. Das Schöne daran ist, dass das Team nicht bestraft wird, sondern ich werde für meinen Fehler bestraft. Das ist völlig zu Recht, da muss man dann auch zu stehen."
Der bürokratische Rattenschwanz hält sich für den Routinier immerhin in Grenzen, auch wenn er den Führerschein für die Grüne Hölle nun theoretisch neu machen muss. Glock muss nach dem Permit-Entzug lediglich ein neues E-Learning absolvieren und ein NLS-Wochenende zwingend aussetzen.
Beim übernächsten Lauf der Nürburgring-Langstrecken-Serie dürfte er dann bereits wieder startberechtigt sein. Ob er sich noch einmal antut, ist natürlich eine andere Frage.
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