"Verhältnis absolut top": Maro Engel räumt mit Verstappen-Gerücht auf
Maro Engel und Max Verstappen lieferten sich ein hitziges Duell auf der Nordschleife, aber "das Verhältnis ist absolut top": Wie sich AMG-Pilot und Formel-1-Star verstehen
Engel und Verstappen fuhren bei den 24h Nürburgring gegeneinander
Foto: Mercedes-AMG Mercedes-AMG
Das Verhältnis zwischen AMG-Werksfahrer Maro Engel und Formel-1-Weltmeister Max Verstappen galt lange Zeit als angespannt, vor allem wegen eines verbalen Schlagabtauschs in den sozialen Netzwerken und der Tatsache, dass die beiden Vollprofis die 24h Nürburgring nicht gemeinsam auf einem Auto bestritten.
Nach seinem Sieg beim diesjährigen Langstreckenklassiker, der auch durch den Ausfall des Verstappen-AMG #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella) begünstigt wurde, räumt Engel nun allerdings mit den Gerüchten über mögliche Spannungen auf. "Das Verhältnis zwischen Max und mir war absolut top", betont der AMG-Pilot.
"Ich glaube, da reden vor allen Dingen die Medien und externe Leute drüber", grübelt Engel über den Ursprung der Gerüchte, die sich inzwischen seit einem Jahr hartnäckig halten. "Es hat wahnsinnig Spaß gemacht, mit ihm zu arbeiten und mit ihm zu fahren."
Besonders beeindruckt zeigte sich Engel davon, wie Verstappen "an dieses Rennen herangegangen ist", sowohl auf als auch neben der Strecke: "Er ist sehr schnell gewesen, keine Frage, und er hat sich integriert wie einer der anderen sieben Jungs", erklärt der Deutsche und macht deutlich, dass Verstappen keinerlei Sonderbehandlung genoss.
Maro Engel hofft auf Treffen mit Verstappen in Monaco
Eine spezielle Aussprache zwischen Engel und Verstappen habe es allerdings nicht gegeben. Der AMG-Werksfahrer hatte im Vorjahr behauptet, dass der Formel-1-Star seinen inoffiziellen Rundenrekord auf der Nordschleife, den er bei Testfahrten im Emil-Frey-Ferrari aufgestellt hatte, mit einer anderen Balance of Performance (BoP) gefahren sei.
"Wir hatten schon letztes Jahr kurz Kontakt dazu, wo ich ihm erklärt habe, dass ich die Informationen von einem Teammitglied bekommen habe, weil ich mich eben nicht auf die Gerüchte verlassen wollte", verrät Engel rückblickend. "Und leider war dieses Teammitglied falsch informiert."
Damit sei die Angelegenheit für ihn "auch schon erledigt" gewesen, ergänzt der 40-Jährige. Gleichzeitig räumt er ein, dass das Thema im Anschluss "viel mediale Präsenz" erhalten habe, was jedoch "absolut in Ordnung" gewesen sei. Einen echten Konflikt oder gar Streitigkeiten mit dem Formel-1-Star habe es aber nie gegeben.
"Ich hoffe, dass wir auch bald in Monaco die Gelegenheit kriegen, uns nochmal auf einen Kaffee zu treffen oder mit den Kindern auf dem Spielplatz, um auch nochmal ein bisschen über unser Duell auf der Strecke zu sprechen, das hat wahnsinnig viel Spaß gemacht."
Engel: Duell mit Max Verstappen hat "viel Spaß gemacht"
Damit spielt Engel auf den intensiven Zweikampf gegen Verstappen in der Nacht an, als sich die beiden Winward-Mercedes-Teamkollegen sogar einmal berührten und Engel durch die Wiese ausweichen musste. Dabei habe es sich allerdings um ein "Missverständnis im Überrundungsverkehr" gehandelt, betont der Mercedes-Pilot.
Das Duell "hat uns beiden viel Spaß gemacht", freut sich Engel. "Es gab auch noch eine Rallye-Episode, als im Hatzenbach wahnsinnig viel Bindemittel gestreut wurde. Das sah aus, als wenn ich am Strand gewesen wäre. Max war vor mir am Driften, deutlich langsamer, weil der Grip natürlich nicht da war, und ich dahinter am Driften."
"Es war schon sehr lustig", ergänzt der AMG-Werksfahrer grinsend, wohl wissend, dass sein Winward-Team das heiße Duell mit wachsender Nervosität verfolgte. Es war deshalb "verständlich, dass das Team uns gebeten hat, das Ganze ein bisschen herunterzufahren."
"Ich habe wirklich tolle Rennaction gesehen", sagt Christoph Sagemüller, Leiter bei Mercedes-AMG Motorsport, und ergänzt: "Manchmal vielleicht ein bisschen zu viel für meinen Geschmack, aber das ist schon in Ordnung. Wir wollten eine Show bieten und den Fans auch etwas zurückgeben."
Mercedes-AMG versuchte "die Jungs ein wenig zu beruhigen"
Dennoch habe der AMG-Verantwortliche den harten Zweikampf zwischen Maro Engel und Max Verstappen mit "gemischten Gefühlen" verfolgt: "Wir alle lieben Rennaction, aber letztendlich muss man sich immer fragen, welches Risiko man in welcher Phase des Rennens eingeht."

Max Verstappen und Maro Engel lieferten sich in der Nacht ein heißes Duell
Foto: Mercedes-AMG
"Also habe ich einfach versucht, die Jungs ein wenig zu beruhigen und ihnen zu sagen: 'Hey, bis zur Ziellinie ist es noch ein langer Weg!'", verrät Sagemüller. "In der Hitze des Gefechts ist es manchmal auch schwer einzuschätzen. Wenn man nachts mit diesen Geschwindigkeiten durch die 'Grüne Hölle' rast, bleibt am Ende nicht allzu viel Spielraum."
"Deshalb denke ich, dass es manchmal einfach schwierig ist, die Situation richtig zu beurteilen. Wir haben die besten Fahrer des GT3-Feldes in diesem Auto sitzen. Und damit meine ich nicht nur Maro, sondern beziehe auch Max mit ein. Er hat schließlich eindrucksvoll bewiesen, dass auch er zu den besten GT3-Fahrern der Welt gehört."
Eine defekte Antriebswelle bringt endgültige Entscheidung
"Ich war also zuversichtlich, dass sie die Sache meistern würden", sagt der Mercedes-AMG-Leiter, allerdings nicht ganz ohne Kritik. "Aber dennoch: Muss man in dieser Phase des Rennens ein solches Risiko eingehen? Vielleicht nicht, aber so ist es nun mal."
Im weiteren Verlauf des Rennens baute der Winward-Mercedes #3 (Verstappen/Auer/Gounon/Juncadella) seine Führung am Sonntagmorgen zeitweise auf mehr als 30 Sekunden aus. Für den Winward-Mercedes #80 (Engel/Schiller/Stolz/Martin) wäre es daher aus eigener Kraft schwierig geworden, noch einmal an die Spitze zurückzukehren.
Erst eine defekte Antriebswelle sorgte rund dreieinhalb Stunden vor Rennende für die finale Entscheidung: Weil der Verstappen-AMG zu einem Reparaturstopp an die Box musste, sicherte sich Maro Engel gemeinsam mit Fabian Schiller, Luca Stolz und Maxime Martin den Sieg beim 24-Stunden-Rennen am Nürburgring 2026.
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