Weltpremiere am Nürburgring: Der neue Porsche 911 GT3 R

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Weltpremiere am Nürburgring: Der neue Porsche 911 GT3 R
Markus Lüttgens
Autor: Markus Lüttgens
11.05.2018, 08:48

Porsche hat am Rande des 24h-Rennens am Nürburgring die neueste Generation des 911 GT3 R vorgestellt: Neue Sicherheitsausstattung und mehr Komfort für die Fahrer

2019 Porsche 911 GT3 R
2019 Porsche 911 GT3 R detail
2019 Porsche 911 GT3 R
2019 Porsche 911 GT3 R
2019 Porsche 911 GT3 R interior
2019 Porsche 911 GT3 R
2019 Porsche 911 GT3 R interior
2019 Porsche 911 GT3 R
2019 Porsche 911 GT3 R

Im Vorfeld des 24-Stunden-Rennens hat Porsche am Freitag am Nürburgring die neueste Generation des 911 GT3 R vorgestellt. Porsche Motorsportchef Frank-Steffen Walliser und Werksfahrer Jörg Bergmeister enthüllten das neueste Rennfahrzeug von Porsche in Anwesenheit von Medienvertretern und Fans auf dem ring-boulevard.

Der neue GT3-Bolide basiert auf der Serienversion des im März vorgestellten 911 GT3 RS. Besonderes Augenmerk bei der Entwicklung des nunmehr 550 PS starken Renn-Elfers lag auf einer besonders effizienten Aerodynamik einer besseren Fahrbarkeit, nochmals optimierter Sicherheit sowie einer Reduzierung der Service- und Ersatzteilkosten.

Die Leichtbaukarosserie des 911 GT3 RS Seriensportwagens in Aluminium-Stahl-Hybridbauweise bildet die Basis für das Rennauto. Das Dach, Frontdeckel und Bugteil, Kotflügel, Türen, Seiten- und Heckteil sowie der Heckdeckel und die Interieurverkleidungen sind aus besonders leichtem Kohlefaser-Verbundwerkstoff (CFK) gefertigt. Alle Scheiben bestehen aus Polycarbonat.

Angetrieben wird der neue 911 GT3 R von einem Vierliter-Sechszylinder-Boxermotor, der weitgehend identisch mit dem Motor des straßenzugelassenen 911 GT3 RS ist. Überarbeitet wurde im Sinne der Effizienz unter anderem die Benzineinspritzung. Gleichzeitig bietet der Saugmotor eine gegenüber dem Vorgängeraggregat deutlich verbesserte Leistungsentfaltung und ein breiter nutzbares Drehzahlband. Das Ansprechen des Motors lässt sich durch die 6-fach Einzeldrosselklappenanlage präziser dosieren.

Die Kraft des Heckmotors wird mittels eines sequenziellen Porsche-Sechsgang-Klauengetriebes mit elektrischer Schaltwalzenaktuatorik an die 310 Millimeter breiten Hinterräder übertragen. Wie bei den GT-Straßenmodellen betätigt der Fahrer zum Schalten der Gänge Wippen am Lenkrad. Die Kupplung wird elektrohydraulisch gesteuert, was den Entfall des Kupplungspedals und vereinfachte Starts ermöglicht.

Auch bei der Aerodynamik folgt der 911 GT3 R dem Vorbild des Straßenfahrzeugs. Die markanten Radhausentlüftungen auf den vorderen Kotflügeln erhöhen den Abtrieb an der Vorderachse. Der 1900 Millimeter breite und 400 Millimeter tiefe Heckflügel sorgt für aerodynamische Balance. Der Reifenumfang an der Vorderachse wurde von 650 auf 680 Millimeter vergrößert. In Kombination mit der neuen Porsche Doppelquerlenkerachse wird so eine bessere Bremsperformance und Konstanz über den Rennverlauf erreicht.

Das Bremssystem des 911 GT3 R wurde weiter optimiert und bietet nun eine noch bessere Steifigkeit und eine präzisere Regelung des Antiblockiersystems. An der Vorderachse sorgen Sechskolben-Aluminium-Monobloc-Rennbremssättel in Kombination mit innenbelüfteten, geschlitzten Stahlbremsscheiben mit 390 Millimeter Durchmesser für hervorragende Verzögerungswerte. An der Hinterachse sind Vierkolben-Sättel und Scheiben mit 370 Millimeter Durchmesser verbaut. "Man kommt in Monza mit über 270 km/h auf die erste Kurve zu und kann erst bei 110 Metern bremsen. Das ist ziemlich spät", zeigt sich Bergmeister von den Bremsen des neuen 911ers beeindruckt.

Ein weiterer Entwicklungsschwerpunkt lag auf der Sicherheitsausstattung des GT3 R. Der 120-Liter-Sicherheitstank mit geändertem Tankkonzept ermöglicht nun einen streckenindividuellen Umbau von Links- zur Rechtsbetankung zur Verbesserung der Boxenstopp-Performance. Die Türen sowie die Seitenscheiben sind abnehmbar. Der neue Rennschalensitz bietet den Piloten im Falle eines Aufpralls noch besseren Schutz. Der Sitz ist nun sechsfach fest verschraubt. In Kombination mit der verstellbaren Pedaleriebox gewährleistet er eine optimale Schwerpunktlage des Fahrers und erhöht zudem die Sicherheit bei einem Aufprall.

Zusätzlich wird der Fahrer durch ein Seitenaufprallelement im Bereich der Fahrertür geschützt, das aus einer Kohlefaser-Kevlar-Aluminium-Konstruktion mit energieabsorbierendem Kunststoffschaum besteht.

Das Cockpit wurde neu gestaltet. Alle Bedienelemente sind auf den Fahrer ausgerichtet. "Zum ersten Mal haben wir alle wichtigen Schalter am Lenkrad", sagt Bergmeister. Erstmals verfügt der 911 GT3 R nun über eine Klimaanlage. Diese sorgt für eine optimale Innenraumkühlung und ermöglicht durch die direkte Anbindung an Sitz und Fahrerhelm eine besonders effiziente Kühlung des Fahrers um dessen Konzentration und Leistungsfähigkeit über das Rennen konstant zu halten.

Der neue Porsche 911 GT3 R kann ab sofort zu einem Preis von 459.000 Euro zuzüglich länderspezifischer Mehrwertsteuer bestellt werden und wird ab Dezember 2018 ausgeliefert. Der erste Renneinsatz soll 2019 beim 24-Stunden-Rennen von Daytona stattfinden.

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Urheber Markus Lüttgens
Artikelsorte News