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2:30 Minuten langsamer! BoP-Änderung Auslöser für Hirakawa-Unfall?

BoP-Keule, Temperatur-Alarm, Kollision mit Eichhörnchen, Unfall: Das holprige Rennen des Toyotas #8 erklärt - Musste Toyota wegen der BoP 110 Prozent geben?

2:30 Minuten langsamer! BoP-Änderung Auslöser für Hirakawa-Unfall?

"Der BoP-Effekt betrug mindestens zwei Minuten und 30 Sekunden." Toyota-Technikchef Pascal Vasselon weiß, dass er nach den 24 Stunden von Le Mans 2023 nicht mehr sagen darf. Denn Aussagen zur Balance of Performance (BoP) sind in der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) eigentlich tabu. Toyota hatte sich zuvor schon recht grenzwertig geäußert.

Und im Grunde ist damit alles gesagt, denn am Ende hatte der Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa) nur 90 Sekunden Rückstand auf den siegreichen Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Giovinazzi). Und das nach einem Rennen mit vielen Rückschlägen, von denen viele von außen nicht sichtbar waren.

Sebastien Buemi kommentiert: "Wir waren einfach ein bisschen zu langsam und mussten [das Auto] überfahren, nur um dranzubleiben. Sie waren schneller und konnten es sich leisten, [mit Reserven zu fahren und später aufzudrehen]. Wir haben wirklich alles gegeben."

Brendon Hartley geht sogar noch einen Schritt weiter: "Wir waren hier ganz klar der Underdog." Nach fünf Le-Mans-Siegen in Folge durchaus überraschende Worte.

Hirakawas Unfall: Druck wie nie zuvor

Letztlich kostete der Unfall von Ryo Hirakawa den Sieg. Doch es wäre unfair, dem Japaner die alleinige Schuld zu geben. Teamkollegen und auch Vasselon betonen, dass der Druck auf den 29-Jährigen enorm gewesen ist.

"Es gab Fenster, in denen Ferrari schneller war und andere, in denen wir Vorteile hatten", erklärt Vasselon. Und als die Lufttemperatur wieder sommerliche 30 Grad erreichte, war ein Fenster erreicht, in dem sich das Kräfteverhältnis zugunsten von Toyota zu verschieben begann.

"Wir haben den armen Ryo in eine sehr schwierige Situation gebracht. Das Auto neigte dazu, die Räder zu blockieren. Es war schwierig, damit umzugehen. Und wenn man voll attackieren muss, erhöht man automatisch das Risiko." Hirakawa hatte die Anweisung, den führenden Ferrari so stark wie möglich unter Druck zu setzen.

Auch Brendon Hartley stärkt Hirakawa den Rücken: "Er ist im Moment sehr hart zu sich selbst. Aber jeder hat gesehen, wie schwierig es da draußen mit all den Unfällen war. Er ist sogar nachts unter den schwierigsten Bedingungen gefahren [ohne einen Fehler zu machen]."

"Wir haben ihm am Ende die schwierigste Situation anvertraut, in der er volles Risiko gehen und alles geben musste. Es hat nicht geklappt."

Was sagt der Unglücksrabe selbst? "In den frühen Morgenstunden war klar, dass wir nicht die Pace hatten, aber kurz bevor ich an der Reihe war, wurde die Pace besser", sagt Hirakawa. "Natürlich war der Druck enorm, bevor ich ins Auto stieg. So einen Druck hatte ich noch nie. Aber als ich im Auto saß, fühlte ich mich gut und konnte pushen."

Mit dem, was in der Arnage-Kurve passierte, habe er nicht gerechnet, gibt Hirakawa zu. Vasselon sagt nur: "Die Hinterräder haben blockiert. Dann musste er die Bremsen lösen, hat sich gedreht und ist eingeschlagen."

Der Toyota GR010 Hybrid war von Anfang an anfällig für blockierende Räder auf der Bremse, bisher allerdings eher auf der Vorderachse. Beim Debüt des GR010 bei den 6 Stunden von Spa 2021 rutschte Kamui Kobayashi mit stark blockierenden Vorderreifen von der Strecke. Seitdem ist das Problem zwar kleiner geworden, aber nie ganz verschwunden. Jetzt blockierte plötzlich die Hinterachse.

Drama schon vor dem Unfall

Doch das war bei weitem nicht das einzige Drama, das den Toyota mit der Startnummer 8 ereilte. Beim zweiten Safety-Car versäumte es Toyota, wieder auf Slicks zu wechseln. "Wir hatten damit gerechnet, dass das Feld erst später zusammengeführt wird", gab Vasselon zu. Gerade als die Reifen bereit waren, wurde die Boxengasse geschlossen und das komplizierte Prozedere begann.

Dann ging es weiter: Als Kamui Kobayashi umgedreht wurde, hätte Toyota beinahe auch die #8 verloren. "Im selben Moment schoss die Motortemperatur der #8 ins Unermessliche. Wir wussten nicht, was los war. Von außen war nichts zu sehen. Und die Aero-Werte waren auch gut."

"Wir beschlossen, die Frontpartie auszubauen, zu wechseln und uns das anzusehen. Da war ein riesiges Stück Kevlar, das an der Innenseite der Aufhängung klebte und den Kühler blockierte! Wir entfernten es und fuhren weiter." Das war der Grund, warum die #8 vor dem dritten Safety-Car plötzlich eine Minute Rückstand auf die #7 hatte.

Das dritte Safety-Car brachte die #8 wieder in Schlagdistanz zur Spitze, doch kaum dort angekommen, ereignete sich das nächste Drama, wieder bei Hirakawa: "Ich überfuhr ein Eichhörnchen. Danach ging es nur noch ums Überleben." Der Frontdiffusor war schwer beschädigt, die Frontpartie musste erneut gewechselt werden. Doch Hirakawa verlor Zeit.

Als sich abzeichnete, dass Ferrari die Oberhand zu gewinnen drohte, setzte Toyota alles auf eine Karte, brachte sich mit Dreifachstints immer wieder in Schlagdistanz und hielt den Druck hoch. Tatsächlich geriet Ferrari in Schwierigkeiten - vor allem beim letzten Boxenstopp mit dem nicht anspringenden 499P. Doch Toyota konnte daraus keinen Vorteil mehr ziehen.

Toyota, sportlich immer fair, gratulierte Ferrari. "Gratulation, gut gemacht", sagt Vasselon in Richtung Italien. Die Fahrer schlossen sich bei der Pressekonferenz an.

Mit Bildmaterial von Rainier Ehrhardt.

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