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24h Le Mans 2020: Toyota setzt sich in Hyperpole gegen Rebellion durch

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Toyota holt sich die Pole-Position bei den 24 Stunden von Le Mans 2020 - Rebellion kommt aber nahe heran - Porsche auf GTE-Pro-Pole

Kein Streckenrekord beim LMP1-Abschied: Toyota hat die erwartete Pole-Position zur 88. Auflage der 24 Stunden von Le Mans dank Kamui Kobayashi in der #7 (Conway/Kobayashi/Lopez) geholt. Der Streckenrekord aus 2017 wurde nicht geschlagen.

Kobayashi kam bei Hälfte der Session auf eine Zeit von 3:15.267 Minuten und damit auf weniger als eine halbe Sekunde an seinen Streckenrekord von 3:14.791 Minuten heran. Dieser wird nun auf lange Zeit Bestand haben, weil die neuen Hypercars, die ab 2021 zum Einsatz kommen werden, deutlich langsamer sein sollen als die LMP1.

Ganz am Ende holte der Ex-Formel-1-Pilot noch einmal zu einem Allzeitrekord aus, hatte bereits fast eine Dreiviertelsekunde Vorsprung nach zwei Sektoren, bekam dann aber die Runde wegen Track Limits gestrichen und brach den Versuch ab, weil er zeitgleich auf Verkehr auflief.

 

Track Limits oder nicht Track Limits?

Die eigentliche Überraschung der Sitzung war jedoch die Zeit von Rebellion Racing: Gustavo Menezes übernahm in 3:15.822 Minuten zwischenzeitlich die Führung. Es gibt jedoch Verwirrung um eine angebliche Strafe wegen Track Limits.

Während der Sitzung wurde vermeldet, dass die Zeit gestrichen werden würde, allerdings verschwand sie nicht von den Bildschirmen wie sonst üblich. Auch lautete die Meldung, dass Runde drei gestrichen werden würde.

Gustavo Menezes fuhr im Rebellion #1 (Senna/Menezes/Nato) die schnellste Runde aller Zeiten eines Nicht-Hybridfahrzeugs auf dem Circuit de la Sarthe allerdings in seiner zweiten Runde. Das bestätigte dann auch das offizielle Resultat, in dem der Rebellion auf dem zweiten Platz geführt wird.

Kazuki Nakajima streckte sich im Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley) nach Leibeskräften, kam aber nicht an die Zeit von Menezes und schon gar nicht an die von Kobayashi heran. Am Ende steht Startplatz drei in 3:16.649 Minuten zu Buche.

"Ehrlich gesagt bin ich ein wenig enttäuscht, weil der zweite Versuch auf Rekordkurs war", sagt der 34-Jährige. "Alles hat sich gut angefühlt. Ich lag schon sieben Zehntel vorn, dann wurde mir leider die Runde gestrichen. Aber es ist ein fanstatisches Gefühl, in der Hyperpole die volle Performance des Autos auszuschöpfen. Es hat sich sehr gut angefühlt."

Streckenrekord in der LMP2

Einen neuen Streckenrekord, der seinerseits für einige Zeit gültig sein dürfte (die LMP2 wird wegen der langsameren Hypercars 2021 ebenfalls eingebremst), gelang Paul di Resta. Er stellte den United-Autosports-Oreca #22 (Hanson/Albuquerque/Di Resta) in 3:24.528 Minuten auf die Pole-Position der "kleinen" Prototypenklasse.

 

Der alte Rekord von Paul-Loup Chatin (3:24.842 Minuten) aus 2018 ist damit gefallen. Di Resta markierte diese Zeit bereits frühzeitig in der Hyperpole-Sitzung. Er kam auf 1,5 Sekunden an den ByKolles-Enso #4 (Dillmann/Spengler/Webb) aus der LMP1 heran.

Jean-Eric Vergne kratzte im G-Drive-Aurus #26 (Russinow/Vergne/Jensen) in 3:24.860 Minuten ebenfalls am alten Rekord, was für Position zwei reichte. Er fuhr diese Zeit ganz am Ende der Sitzung. Damit schob er Nyck de Vries im Racing-Team-Nederland-Oreca #29 (Van Eerd/van der Garde/de Vries) auf P3 zurück, der ihm Rang zwei kurz zuvor abspenstig gemacht hatte.

Überraschend langsame GTE-Pro-Pole

Entgegen aller Klagen im Vorfeld, dass der neue 911 RSR-19 im Qualifying ein Defizit habe, holte der Porsche #91 (Lietz/Bruni/Makowiecki) die Pole-Position in der GTE Pro. Die große Überraschung sind jedoch die Zeiten, die erzielt wurden. Die gesamte GTE Pro war überraschend langsam unterwegs.

3:50.874 Minuten von Gianmaria Bruni sind mehr als drei Sekunden langsamer als sein eigener Streckenrekord von 3:47.504 Minuten aus 2018. Die Bestzeit von Aston Martin aus dem regulären Qualifying war zwei Tausendstelsekunden schneller. Augenscheinlich hatten alle Hersteller Angst vor einer BoP-Keule.

#91 Porsche GT Team Porsche 911 RSR - 19: Gianmaria Bruni, Richard Lietz, Frederic Makowiecki

#91 Porsche GT Team Porsche 911 RSR - 19: Gianmaria Bruni, Richard Lietz, Frederic Makowiecki

Foto: JEP / Motorsport Images

Nur drei GTE-Pro-Boliden schlugen die Bestzeit aus der GTE Am. James Calado stellte den AF-Corse-Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Serra) in 3:51.115 Minuten auf Position zwei, gefolgt von Marco Sörensen im "Dane Train"-Aston-Martin #95 (Thiim/Sörensen/Westbrook) in 3:51.241 Minuten.

Besagte Bestzeit in der GTE Am ging etwas überraschend an Come Ledogar im Luzich-Ferrari #61 (Piovanetti/Negri/Ledogar) in 3:51.266 Minuten. Der Franzose und auch der zweitplatzierte Matt Campbell im Dempsey-Proton-Porsche #77 (Ried/Campbell/Pera; 3:51.322 Minuten ließen drei GTE-Pro-Fahrzeuge hinter sich.

Nach der ersten Hyperpole der Le-Mans-Geschichte geht das Feld nun in eine wohlverdiente Pause, um die Autos auf das Rennen vorzubereiten. Am Samstagvormittag steht um 10 Uhr eine 15-minütige Warm-up-Session auf dem Programm, bevor es um 14:30 Uhr in die 88. Auflage des Rennens geht.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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Artikel-Info

Rennserie 24h Le Mans , WEC
Urheber Heiko Stritzke