24h Le Mans 2021: Daniel Serra fährt GTE-Streckenrekord im Qualifying

Toyota holt die Bestzeit im Qualifying zu den 24 Stunden von Le Mans 2021, steht aber noch nicht auf Pole - Derweil fällt der GTE-Streckenrekord mehrfach

24h Le Mans 2021: Daniel Serra fährt GTE-Streckenrekord im Qualifying

Die GTE Pro stahl im Qualifying zur 89. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans die Show. Während Kamui Kobayashi in 3:26.279 Minuten eine weitere Bestzeit für den Toyota #7 (Conway/Kobayashi/Lopez; 1. H) einfuhr, purzelte in der GTE Pro der Streckenrekord gleich mehrmals.

Die Marke von Gianmaria Bruni aus 2018 von 3:47.504 Minuten wurde pulverisiert. Gleich zu Beginn der Session markierte Kevin Estre im Porsche #92 (Estre/Jani/Christensen; 3. GTE Pro) in 3:46.779 Minuten die neue Bestmarke für Fahrzeuge nach GTE-Reglement.

Ergebnis Qualifying 24h Le Mans 2021

Doch dabei blieb es nicht. Daniel Serra, der schon die Bestzeit im ersten Freien Training markiert hatte, ließ im AF-Corse-Ferrari #52 (Serra/Molina/Bird; 1. GTE Pro) einen absoluten Kracher folgen: 3:46.011 Minuten sind die neue Bestmarke auf dem Circuit de la Sarthe in der LMGTE Pro.

Auch James Calado im AF-Corse-Ferrari #51 (Pier Guidi/Calado/Ledogar; 2. GTE Pro) sowie Nick Tandy in der Corvette #64 (Tandy/Milner/Sims; 4. GTE Pro) blieben in 3:46.581 und 3:47.074 Minuten unter der alten Rekordmarke. Sie verbesserten sich in den letzten Minuten der Sitzung.

Bilder 24h Le Mans 2021

Es ging im Qualifying lediglich darum, unter die Top 6 in der jeweiligen Klasse zu kommen, um an der Hyperpole am Freitagabend teilnehmen zu können. Das bedeutet, dass in der GTE Pro zwei Fahrzeuge ausscheiden mussten.

Es erwischte den Proton-Porsche #79 (MacNeil/L. Vanthoor/Bamber; 7. GTE Pro) und die Corvette #63 (A. Garcia/Taylor/Catsburg; 8. GTE Pro). Beide Ferraris, drei Porsche inklusive dem privat eingesetzten Proton-RSR und eine Corvette zogen in die nächste Runde ein.

Toyota und Alpine weiter eng zusammen

Solche Sorgen gab es in der Hypercar-Klasse nicht. Da nur fünf Boliden am Start stehen, sind ohnehin alle qualifiziert. Für die Galerie fuhr der Toyota #7 auf Platz eins, gefolgt vom Alpine #36 (Negrao/Lapierre/Vaxiviere; 2. H) mit 0,816 Sekunden Rückstand und dem Toyota #8 (Buemi/Nakajima/Hartley; 3. H) mit deren 1,392.

Der Glickenhaus #708 (Derani/Mailleux/Pla; 4. H) kam noch vor die LMP2-Meute, das Schwesterfahrzeug #709 (Dumas/Briscoe/Westbrook; 5. H) musste sich hingegen mit der gesamtsiebten Position zufriedengeben.

 

Stunk in der LMP2

Dass es in der LMP2 haarig werden würde, lag schon im Vorfeld auf der Hand. 25 Fahrzeuge kämpften um sechs Plätze in der Hyperpole. Es gab mindestens doppelt so viele Anwärter wie Startplätze. Jede Tausendstelsekunde zählte.

Antonio Felix da Costa brachte den Jota-Oreca #38 (Gonzalez/Felix da Costa/Davidson; 1. LMP2) souverän durch und auf Position fünf des Gesamtklassements. Das Fahrzeug hatte noch im Freien Training eine Kollision mit einem GTE-Am-Ferrari. Auch der G-Drive-Aurus #26 (Russinow/Colapinto/de Vries; 2. LMP2) blieb vor dem Glickenhaus #709.

Außerdem gelang der Einzug dem WRT-Oreca #41 (Kubica/Deletraz/Ye; 3. LMP2), dem Panis-Oreca #65 (Canal/Stevens/Allen; 4. LMP2), dem United-Autosports-Oreca #32 (Jamin/Aberdein/Maldonado; 5. LMP2) und dem United-Autosports-Oreca #23 (di Resta/Lynn/Boyd; 6. LMP2) der Einzug in die Hyperpole.

Spannender ist natürlich, wer es nicht geschafft hat. Der Jota-Oreca #28 (Gelael/Vandoorne/Blomqvist; 7. LMP2) scheiterte um 0,005 Sekunden an der Hyperpole, der Realteam-Oreca #70 (E. Garcia/Duval/Nato; 8. LMP2) um 0,031.

Die größte Überraschung dürfte aber das Abschneiden des bisher so dominanten United-Autosports-Orecas #22 (Hanson/Scherer/Albuquerque; 12. LMP2) sein. Unterbrechungen (s.u.) und Verkehr vereitelten eine schnelle Runde nach der anderen. Filipe Albuquerque war mehrfach auf Bestzeitkurs unterwegs, musste aber jedes Mal im dritten Sektor abbrechen.

Das sorgte dafür, dass die Teamführung von United Autosports der G-Drive-Garage einen Besuch abstattete, um ihrem Frust Luft zu verschaffen. Offenbar fühlte man sich mutwillig blockiert. Auch Albuquerque war sichtlich verärgert. Ebenfalls unter den Erwartungen blieb der WRT-Oreca #31 (Frijns/Habsburg/Milesi; 11. LMP2).

 

Heftiger Abflug von Chatin

In der GTE Am zogen drei Porsches, zwei Ferraris und ein Aston Martin das Ticket für die Hyperpole. Die Bestzeit kam von Julien Andlauer im Proton-Porsche #88 (Andlauer/Bastien/Arnold; 1. GTE Am) in 3:48.620 Minuten.

Das brachte ihm einen deutlichen Vorsprung von 0,480 Sekunden auf den GR-Porsche #86 (Wainwright/Barker/Gamble; 2. GTE Am) ein. Die drittschnellste Zeit ging an den Cetilar-Ferrari #47 (Lacorte/Sernagiotto/Fuoco). So kam auch das zweite in den Unfall mit der #38 im ersten Freien Training verwickelte Bolide in die Hyperpole.

Überraschend nicht reingekommen sind der AF-Corse-Ferrari #83 (Perrodo/Nielsen/Rovera; 11. GTE Am) und der Prodrive-Aston-Martin #98 (Dalla Lana/Thiim/Gomes; 16. GTE Am).

Paul Dalla Lana sorgte für einen von zwei Zwischenfällen im Qualifying, als er sich in den Esses rausdrehte und geborgen werden musste. Dadurch entstand eine Slow Zone im ersten Sektor, wodurch mehrere Minuten ohne Chance auf Zeitenverbesserungen verstrichen.

Noch mehr Zeit ging gleich zu Beginn verloren, als Paul-Loup Chatin mit dem Idec-Oreca #48 (Lafargue/Chatin/Pilet; 10. LMP2) in Tertre Rouge verunfallte. Er war mit den linken Reifen beim Einlenken ins Gras geraten. Zu seinem Glück hatte er zuvor schon eine konkurrenzfähige Zeit gesetzt. Das Team wird aber einiges zu reparieren haben.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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