24h Le Mans 2026: Toyota holt Führung von BMW zurück
Der Toyota #8 ist klar das stärkste Fahrzeug bei den 24 Stunden von Le Mans 2026 - BMW #20 strategisch vorgespült - Zweiter Toyota und BMW mit Reifen-Dramen
Der Toyota #8 ist das schnellste Auto, aber strategisch noch nicht am BMW vorbei
Foto: Emanuele Emanuele
Die Hackordnung bei der 94. Ausgabe der 24 Stunden von Le Mans (hier im Liveticker!) hat sich überraschend schnell festgelegt: Der Toyota #8 (Buemi/Hartley/Hirakawa) hat das Geschehen speedtechnisch klar im Griff. Es steht bereits fest, dass Toyota bei hohen Asphalttemperaturen klar das Maß der Dinge in diesem Rennen ist.
Der BMW #20 (Frijns/Rast/S. van der Linde) und der Cadillac #12 (Stevens/Nato/Deletraz) können das Tempo einigermaßen mitgehen, scheinen 3:26er- bis 3:28er-Zeiten nicht so leicht aus dem Ärmel schütteln zu können wie der führende Toyota TR010 Hybrid. Dennoch ging der BMW zwischenzeitlich wieder in Führung.
Beide mussten bei einer Full-Course-Yellow für Trümmerteile einen Emergency Service einlegen, der aber mittlerweile keher Vor- als Nachteil ist: Durch den Notfallstopp wurde der reguläre Stopp hinausgezögert, sodass der BMW boxenstoppbereinigt sogar wieder in Führung ging.
Der Toyota liegt nach sechs Stunden fünf Sekunden hinter dem BMW, hat aber 14 Prozent mehr im virtuellen Tank und liegt damit virtuell wieder vorn. Das tatsächliche Überholmanöver ist nur eine Frage der Zeit.
Und Cadillac? "Wir sind im Mix. Soweit, so gut", so der knappe Kommentar von Will Stevens. Cadillac hat aber das Problem, dass der V-Series.R die Michelin-Reifen etwas härter rannimmt. Das wird in der Nacht weniger ein Problem werden, am Sonntagmittag, wenn es in die Schlussphase geht, aber sehr wohl. Denn für den Sonntag sind 29 Grad bei strahlendem Sonnenschein vorhergesagt.
Der Cadillac #38 (Bamber/Bourdais/Aitken) ist ebenfalls noch mit von der Partie und geht mit einer asymmetrischen Strategie hin und wieder in Führung. Das sind die vier Fahrzeuge, die nach aktuellem Stand für den Sieg in Frage kämen. Ein Safety-Car könnte die Lage aber noch ändern und beispielsweise den Toyota #7 (Conway/Kobayashi/de Vries) ins Spiel zurückbringen, der durch einen schleichenden Plattfuß einen unplanmäßigen Stopp einlegen musste und an Boden verlor.
Fünf Marken ohne reelle Siegchance
Sowohl den beiden Ferrari als auch dem BMW #15 (Magnussen/Marciello/D. Vanthoor) fehlt es an Pace. Beim BMW hatte sich das schon in den Longruns abgezeichnet. Kurz vor Ende der sechsten Stunde verlor Dries Vanthoor dann das rechte Vorderrad, was faktisch das Ende aller Chancen für den Polesetter ist.
Die beiden Ferrari stellten sich zusätzlich auch noch selbst ein Bein, da sie beide mit überrundeten LMP2 aneinandergerieten. Antonio Fuoco kam mit einer Verwarnung davon, Alessandro Pier Guidi musste hingegen eine Durchfahrtsstrafe absitzen.
Den Anschluss an die Spitze völlig verloren hat der Alpine #35 (da Costa/Milesi/Habsburg), der in der Anfangsphase noch auf der dritten Position lag. Ein wirklicher Grund dafür war nicht auszumachen, der A424 war nach dem ersten vollen Service schlicht nicht mehr in der Lage, das Tempo mitzugehen.
"Kein einfacher Stint. Die Drücke waren etwas zu hoch und es war nicht einfach, gleichzeitig Lift-and-Coast zu betreiben und die Fahrzeuge hinter mir in Schach zu halten. Das Auto fühlt sich ganz okay an, wir haben ein bisschen gesehen, was wir für die nächsten Stints verbessern können", sagt Charles Milesi. Der Alpine-Einbruch kommt überraschend, denn er hatte sich auch in den Longruns nicht abgezeichnet.
Nach dem anfänglichen Dreifachstint bei Hitze wurde das Tempo nach dem ersten Stopp deutlich angezogen. Mehr und mehr Hypercars waren in der Lage, das Tempo zu fahren, das Buemi an der Spitze schon im ersten Dreifachstint angeschlagen hatte. Alpine gelang das nicht im selben Maße. Die #36 (Makowiecki/Gounon/Martins) hatte derweil ebenfalls einen schleichenden Plattfuß.
Die Genesis balgen sich mit den Aston Martin um den Rang als fünfte Kraft, während Peugeot hinterherhinkt.
Manthey-Porsche verliert zwei Runden
Der Duqueine-Oreca #30 (Pin/Andlauer/Verschoor) schnappte sich die LMP2-Führung, wäre aber fast in besagter Szene von Antonio Fuocos Ferrari #50 (Fuoco/Molina/Nielsen) abgeräumt worden, als es in Tertre Rouge zur Berührung kam. Fuoco drehte sich jedoch selbst ein, der Oreca konnte weiterfahren und hält die Führung vor dem Forestier-Panis-Oreca #29 (Rousset/Masson/Gray).
Die LMGT3-Führung hält bereits seit einiger Zeit der ASP-Lexus #78 (van Rompuy/David/Hawksworth), ebenfalls im Lostopf befinden sich der Heart-of-Racing-Aston-Martin #27 (James/Robichon/Drudi), der ASP-Lexus #87 (Umbrarescu/Schmid/Lopez), der Manthey-Porsche #91 (Cottingham/Boguslawski/Güven) und der Kessel-Ferrari #74 (Blattner/Patrese/Marschall).
Die #91 ist für Manthey die letzte verbliebene Hoffnung im Rennen. Der Manthey-Porsche #92 (Shahin/Pera/Lietz) verlor bereits in der zweiten Stunde durch eine beschädigte Spurstange, offenbar durch Räubern über die Randsteine, zwei Runden und ist damit raus aus der Entscheidung.
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