24h Le Mans: Wasserstoff-Prototypen sollen sofort um Gesamtsiege kämpfen!

Das Debüt der Wasserstoff-Rennfahrzeuge bei den 24h Le Mans mag sich auf 2025 verschoben haben, trotzdem sollen die Wagen gleich ganz vorne mitmischen

24h Le Mans: Wasserstoff-Prototypen sollen sofort um Gesamtsiege kämpfen!

Das Wasserstoff-Zeitalter in Le Mans lässt immer noch ein wenig auf sich warten. 2025 soll es nun soweit sein, wie ACO-Präsident Pierre Fillon in der großen Pressekonferenz im Rahmen der 24h Le Mans 2021 verkündete. Dann sollen die H2-Prototypen aber sofort ganz vorne mitfahren.

"Mit dem Reglement wird es auf dem Papier möglich sein", antwortete ACO-Präsident Pierre Fillon im Gespräch mit 'Autosport' auf die Frage, ob Gesamtsiege in der Wasserstoff-Klasse möglich sind. "Danach wird man mit den Herstellern diskutieren müssen. Vielleicht brauchen sie noch ein weiteres Jahr [um anzutreten; Anm. d. Red.]."

Dabei setzt der ACO mit seiner Wasserstoff-Klasse zumindest teilweise auf ein Spec-Modell, ähnlich zu jenem in der aktuellen LMP2-Klasse. Das Chassis wird von Oreca und Red Bull Advanced Technologies entwickelt, der elektrische Antriebsstrang kommt von Green GT. Einzig die Brennstoffzellen-Technologie selbst ist zur eigenen Entwicklung freigegeben.

Hersteller-Interesse an Wasserstoff ist da, aber ...

Das Interesse an der neuen Klasse jedenfalls ist groß, glaubt man den Worten Fillons. "Wir arbeiten mit acht Herstellern zusammen", erklärt er mit Blick auf den Diskussionsprozess für das Reglement in der Wasserstoff-Kategorie. "Und wir planen, [im ersten Jahr] drei Hersteller zuzulassen."

Welche Hersteller aktuell am Tisch sitzen, das lässt sich Fillon nicht entlocken. Grundsätzlich klingt ein Pool von acht Marken nach einer Menge Interesse an der neuen Klasse und der neuen Technologie. Doch es kann durchaus zu Konfliktsituationen kommen.

Alpine-CEO Laurent Rossi etwa ließ am Freitag im Rahmen einer Präsentation anklingen, dass man bei der Renault-Gruppe durchaus an der Wasserstoff-Technologie interessiert sei. Allerdings sei es schwierig, sowohl in Elektro-, als auch in Wasserstoff-Antriebe parallel zu investieren. Beide Wege sind zum jetzigen Zeitpunkt für die Hersteller mit relativ hohen Kosten verbunden.

WEC/Le Mans: Nachhaltiger Sprit ab 2022 erster Schritt

Einen ersten Schritt in Richtung grünem Rennsport unternimmt der ACO jedoch schon im kommenden Jahr. Dann führt man in Zusammenarbeit mit Spritlieferant Total Energies einen zu 100 Prozent nachhaltigen Kraftstoff ein, der aus landwirtschaftlichen Abfällen unter anderem aus der Wein-Industrie gewonnen werden soll.

FIA-Präsident Jean Todt begrüßt den Weg, der vom ACO gegangen wird: "Es ist das große Ziel der FIA, nachhaltige Energiequellen in ihrem gesamten Portfolio von Motorsportdisziplinen zu implementieren und damit den Weg für die Reduzierung der CO2-Emissionen zu ebnen, was unsere Strategie von der Rennstrecke zur Straße perfekt widerspiegelt."

Im Rahmen der Mission H24 werden gerade Wasserstoff-Prototypen entwickelt und getestet. Ein Fahrzeug soll in diesem Jahr bereits im Le-Mans-Cup an den Start gehen, was bisher allerdings noch nicht realisiert wurde. Bei den 24h Le Mans 2021 wurden mehrere Demo-Runden mit dem Brennstoffzellen-Fahrzeug abgespult.

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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