Alpine dementiert Einstellung der Marke, aber WEC-Ausstieg wahrscheinlich
Die Marke Alpine soll Medienberichten zufolge bald eingestellt werden - Renault-Tochter dementiert, aber WEC-Ausstieg wahrscheinlich - Kommt stattdessen Honda?
Alpine steht offenbar vor seiner letzten WEC-Saison
Foto: Alexander Trienitz
Die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) steht offenbar vor dem Verlust eines weiteren Herstellers zum Ende der Saison 2026. Wie mehrere Medien berichten, wird die zum Renault-Konzern gehörende Sportwagenmarke Alpine die Serie zum Ende dieses Jahres verlassen.
Eine Alpine-Sprecherin dementiert zwar nicht einen möglichen WEC-Ausstieg, bestätigt jedoch, dass die derzeit in den Medien genannten Gründe nicht korrekt seien. Diese sprechen von einer kompletten Einstellung der Marke Alpine.
"Nein, die Marke wird nicht gestrichen", erklärt die Sprecherin gegenüber Motorsport-Total.com. Noch im Sommer 2025 bestätigte der damalige Renault-CEO Luca de Meo, dass Alpine etwa 20 Jahre benötigen werde, um ein echter Porsche-Rivale zu werden, was auf einen langfristigen Plan für die Marke hindeutete.
Vor seinem Wechsel zur Renault-Gruppe im Jahr 2020 baute de Meo bei Volkswagen die Marke Cupra auf. Dies diente als Blaupause, um Alpine als margenstarke Premiummarke für Renault zu etablieren.
De Meo, ein bekennender Motorsport-Enthusiast, wurde inzwischen als Vorstandsvorsitzender durch Francois Provost ersetzt. Dieser galt beim Amtsantritt als de Meos rechte Hand, scheint nun aber seine eigenen strategischen Akzente zu setzen.
Das ist der Grund, warum ein WEC-Ausstieg immer wahrscheinlicher erscheint. Die Sprecherin bezeichnete die Berichte als "Gerüchte" - eine im PR-Bereich übliche Formulierung, wenn eine Entwicklung noch nicht bereit für eine Bestätigung ist, aber auch nicht dementiert werden kann.

Mick Schumachers Abschied von Alpine könnte mit den nun ans Licht getretenen Gerüchten zu tun haben
Foto: Alexander Trienitz
Da Bruno Famin vor dem Ruhestand steht, gibt es erhebliche Fragen zur Zukunft des Renault-Motorsportstandorts in Viry Chatillon.
Nach dem Verlust des F1-Motorenvertrags wurde der Standort in "Hypertech" umbenannt, soll aber Berichten zufolge vor dem endgültigen Aus stehen. Das würde auch den Abschied von Mick Schumacher nochmal in einem neuen Licht erscheinen lassen.
Obwohl die Renault-Gruppe mit ihrer Kernmarke weiterhin profitabel ist, meldete sie für die erste Hälfte des Jahres 2025 einen erheblichen operativen Verlust durch eine Abschreibung in Höhe von 9,5 Milliarden Euro beim schwächelnden Partner Nissan.
Alpine ist seit 2013 zusammen mit seinem Partner Signatech ein langjähriger Teilnehmer im Langstreckensport. Die Marke trat acht Jahre lang in der LMP2-Klasse an, bevor sie zur Saison 2021 in die Hypercar-Klasse aufstieg.
Nach zwei Jahren mit einem "Grandfathered" LMP1-Chassis legte die Marke 2023 eine Pause ein, um 2024 mit einem Low-Drag-Auto zurückzukehren. Ein möglicher Überraschungssieg in Le Mans wurde 2024 durch technische Probleme am Motor und die Einführung der zweistufigen BoP durch die Regelhüter verhindert.
Der Alpine A424 hat seitdem den Vorteil verloren, für den er entwickelt wurde, und wurde für die Saison 2026 mit einer neuen Aerodynamik für mehr Abtrieb versehen. Das überarbeitete Fahrzeug wurde kürzlich in Portimao getestet und spulte dabei 1.250 Kilometer ab.
Springt Honda in die Bresche?
Mehrere Berichte deuten darauf hin, dass Honda endlich in die WEC einsteigen konnte, nachdem man jahrelang gezögert hatte, den Acura ARX-06 nach Europa zu bringen.
Die Berichte sind weiterhin widersprüchlich: Während Motorsport aktuell von einem durch ein Privatteam finanzierten Einsatz spricht, deutet Daily Sportscar ein vollständiges Werksprojekt in Zusammenarbeit mit Inter Europol Competition an.

Der Acura ARX-06 ist derzeit ausschließlich in der IMSA SportsCar Championship aktiv
Foto: Lumen via Getty Images
Das polnische Team, das seinen Namen von Polens größter Industriebäckerei hat und 2010 gegründet wurde, stieg 2016 in die European Le Mans Series ein. Seitdem hat es sich zu einer festen Größe sowohl in der LMP2 als auch in der LMP3 entwickelt.
Das IMSA-Programm, das derzeit von Meyer Shank Racing betrieben wird, bliebe von diesen Entwicklungen unberührt.
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