Alpine in Le Mans auf Platz drei: "Kein Grund, enttäuscht zu sein"

Nach zwei Ausrutschern am Samstag fährt Alpine beim ersten Einsatz der Hypercar-Klasse in Le Mans auf das Podium und kündigt an, 2022 stärker auftreten zu wollen

Alpine in Le Mans auf Platz drei: "Kein Grund, enttäuscht zu sein"

Bei der ersten Auflage der 24 Stunden von Le Mans der Hypercar-Ära sahen am vergangenen Sonntag auf Anhieb alle fünf in der Hypercar-Klasse gemeldeten Autos die Zielflagge. Alpine trat in dieser Klasse mit einem modifizierten LMP1-Auto an, das von Signatech eingesetzt wurde. Damit erreichte man den dritten Platz hinter den beiden reinrassigen Hypercars von Toyota und vor den beiden reinrassigen Hypercars von Glickenhaus.

Fotos: Alpine bei den 24h Le Mans 2021

Nicolas Lapierre, Matthieu Vaxiviere und Andre Negrao waren die Fahrer, die für Alpine auf das Podium fuhren und damit für den ersten Le-Mans-Podestplatz für ein französisches Team seit zehn Jahren sorgten. Zuletzt war dies Peugeot im Jahr 2011 mit einem zweiten Platz in der damaligen LMP1-Klasse mit Bourdais/Pagenaud/Lamy gelungen.

Für die Alpine-Truppe war es am Wochenende eine Aufholjagd ähnlich jener wie sie die Besatzung des am Ende zweitplatzierten Toyota (Startnummer 8) hinlegte. Während es Buemi/Nakajima/Hartley nach der von Glickenhaus-Fahrer Olivier Pla verursachten Kollision in der erste Kurve noch locker bis auf P2 schafften, waren es im Falle von Lapierre/Vaxiviere/Negrao zwei eigene Fehler, die sie zurückgeworfen hatten.

In der Anfangsphase des Rennens hatte sich Lapierre an zweiter Stelle liegend ausgangs der Indianapolis-Kurve gedreht, als er mit Slicks auf noch feuchter Piste keinen Grip hatte. Und kurz vor Mitternacht kam Vaxiviere in der Mulsanne-Kurve von der Strecke ab, wobei mehr als drei Minuten verlorengingen.

Abgesehen davon aber kamen Lapierre/Vaxiviere/Negrao von der zwischenzeitlichen 17. Position im Rennen sukzessive wieder nach vorn. Am Ende hatten sie einen Rückstand von vier Runden auf den siegreichen Toyota von Conway/Kobayashi/Lopez und zwei Runden auf den zweiten Toyota von Buemi/Nakajima/Hartley.

Unzufrieden ist man bei Alpine keineswegs. "Toyota war einfach stärker als wir", bekennt Lapierre, der einst in der LMP1-Ära selber für Toyota fuhr und es dabei einmal auf das Le-Mans-Podium schaffte (2014 mit Davidson/Buemi). Als Alpine-Pilot kündigt Lapierre nun an: "Wir werden jetzt noch härter arbeiten, um nächstes Jahr stärker zu sein. Platz drei beim ersten Einsatz in der Hypercar-Klasse ist aber schon jetzt ziemlich verblüffend."

Matthieu Vaxiviere, Nicolas Lapierre, Andre Negrao mit Philippe Sinault

Vaxiviere, Lapierre, Negrao mit Philippe Sinault (li.) auf dem Podium

Foto: Paul Foster

Alpines WEC-Teamchef Philippe Sinault kann den Nationalstolz nicht verbergen, indem er sagt: "Als ich in Blau gekleidet auf dem Podium stand, wurde mir klar, dass das eine großartige Geschichte ist. Ein Sieg wäre natürlich fantastisch gewesen, um die Legende von Alpine in Le Mans zu unterstreichen. Wir haben aber keinen Grund, enttäuscht zu sein."

Der dritte Platz sei angesichts der Umstände "ein exzellentes Ergebnis in einem extrem schwierigen Rennen", so Sinault, der anmerkt: "Wir sind ja ein kleines Team mit nur einem Auto. Wir dürfen uns keine Fehler erlauben. In der Nacht waren wir kurz davor, alles zu verlieren."

Spätestens ab diesem Zeitpunkt, als Vaxiviere in der Mulsanne-Kurve von der Piste abkam, verlagerte sich der Fokus bei Alpine "voll und ganz darauf, diesen wichtigen Podestplatz für alle, die uns unterstützen, nach Hause zu fahren", so der Teamchef.

#36 Alpine Elf Matmut Alpine A480 - Gibson Hypercar, André Negrão, Nicolas Lapierre, Matthieu Vaxiviere

#36 Alpine Elf Matmut Alpine A480 - Gibson Hypercar, André Negrão, Nicolas Lapierre, Matthieu Vaxiviere

Foto: Paul Foster

Mit Bildmaterial von Eric Le Galliot.

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