Audi-Plan: LMDh mit ähnlichem Kundensport-Ansatz wie im GT3-Sport

Audi hat vor, mit seinem LMDh-Prototypen eine ähnliche Philosophie wie im GT3-Sport zu verfolgen - Chris Reinke kündigt Evo-Paket für den R8 LMS an

Audi-Plan: LMDh mit ähnlichem Kundensport-Ansatz wie im GT3-Sport

Audi hat eine Rückkehr auf die Langstrecke mit einem LMDh-Prototyp für das Jahr 2023 anvisiert. Das Engagement wird sich allerdings vom alten Werkseinsatz in der LMP1-Klasse ein wenig unterscheiden. Das verrät Kundensport-Leiter Chris Reinke im Gespräch mit 'Sportscar365'.

Demnach ist geplant, neben einem Werkseinsatz das Fahrzeug auch an interessierte Kunden weiter zu verkaufen. Das Ziel ist es für Audi, einen ähnlichen Kunden-Sektor aufzubauen, wie er bereits im GT3-Sport vorherrscht. Reinke spricht von einem "werkssport-getriebenen Ansatz mit dem klaren Ziel, es [das Auto; Anm. d. Red.] für Kunden zur Verfügung zu stellen".

"Wenn ich mir alle meine GT3-Autos da draußen ansehe, dann würde ich sagen, dass jedes einzelne Team in der Lage ist, es einzusetzen. Das wäre dann auch in der LMDh-Klasse unser Ziel. Es könnte zwar eine schwierige Aufgabe sein, aber um das zu erreichen, werden sie von uns auch Unterstützung bekommen", stellt Reinke klar.

Audi: Chris Reinke hat LMP2-Teams im Blick

Aufgrund dieser Aussichten ist klar, dass sich derzeit viele Teams in der LMP2-Klasse für ein mögliches, zukünftiges LMDh-Kunden-Engagement in Position bringen. Unter anderem gehen in diesem Jahr Audis langjährige Kunden im GT-Sport, WRT und Phoenix Racing, den Weg in den Prototypen-Sport. Phoenix hat im Winter einen Oreca in der AsLMS eingesetzt, WRT geht mit dem gleichen Fahrzeug in der WEC und in der ELMS an den Start.

Reinke hat die Entwicklung hier im Blick: "Für uns ist es interessant zu sehen, welche Kunden mit welchen Engagements, Möglichkeiten und Kompetenzen sich in dieser LMP2-Klasse positionieren. Wenn es um ein künftiges LMDh-Kundensport-Szenario bei Audi geht: Es wäre keine Überraschung, wenn die Mehrheit unserer künftigen Kundenteams aus jenem Pool von LMP2-Teams käme."

Audi befindet sich in diesem sich bildenden LMDh-Kundenmarkt also in einer äußerst komfortablen Position und kann abwarten, wie sich die Dinge entwickeln. Ähnlich ist es auch im GT3-Sport, wo man mit dem R8 LMS über ein schlagkräftiges und erfolgreiches Paket verfügt. Auch hierzu gibt es Neuigkeiten, wie Reinke ebenfalls gegenüber 'Sportscar365' ankündigt.

Audi entwickelt Evo-Kit für den R8 LMS GT3

"Wir planen, ein neues Evo-Kit ans aktuelle Auto zu bauen. Das soll homologiert werden und für die Rennsaison 2022 bereit sein", so Reinke. Das Motto lautet hier für Audi: Evolution statt Revolution. Große Veränderungen am R8 sind nicht geplant. Für diesen Weg entscheidet sich Audi mit Blick auf seine Kundenteams ganz bewusst.

"Wir wollen nicht nur verzweifelt versuchen, der erfolgreichste GT3-Hersteller zu sein, sondern auch einer derjenigen mit den vernünftigsten laufenden Kosten. Und deshalb kann man nicht einen kompletten Neuaufbau von uns erwarten, denn das würde die finanziellen Ressourcen unserer Teams zu sehr binden", verrät Reinke.

Audi war im vergangenen Jahr im Kundensport äußerst erfolgreich unterwegs. 2020 feierten Audi-Kunden weltweit 34 Meisterschaftsgewinne und 122 Rennsiege. Dazu gehörte unter anderem der Titelgewinn im Sprint-Cup der GTWC Europe durch das WRT-Team mit dem Fahrer-Duo Dries Vanthoor und Charles Weerts. An diese Erfolge sollen wohl auch LMDh-Kunden mittelfristig anknüpfen.

Mit Bildmaterial von LAT.

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