Zum Hauptinhalt springen

Kostenlos registrieren

  • Direkt zu Deinen Lieblingsartikeln!

  • Benachrichtigungen für Top-News und Lieblingsfahrer verwalten

  • Artikel kommentieren

Dank Regeländerung: Peugeot bleibt in der WEC doch beim 9X8

Peugeot verschiebt den Fokus auf Weiterentwicklungen des 9X8 - Neue Regeln machen Entwicklung eines neuen Hypercars hinfällig

Dank Regeländerung: Peugeot bleibt in der WEC doch beim 9X8

Der Peugeot 9X8 bleibt der WEC wohl noch länger erhalten

Foto: FIA FIA

Lange deutete alles darauf hin, dass Peugeot den 9X8 bald abstellen und ein komplett neues Hypercar für die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) entwickeln würde. Doch nun ändert sich der Fokus komplett und der 9X8 soll doch weiterentwickelt werden.

Möglich macht dies die Einführung einer neuen Klausel im technischen Reglement für 2026, die es schwächelnden Herstellern erlaubt, zusätzliche Evo-Joker-Upgrades zu beantragen.

Die Regel besagt, dass "zusätzliche Evolutions-Erweiterungen (EVO-Joker) gewährt werden können, wenn gemäß Feststellung des Gremiums [aus FIA und ACO] ein deutlicher Wettbewerbsnachteil vorliegt".

Dies ist besonders bedeutsam für Peugeot, das bei der umfangreichen Weiterentwicklung des 9X8 im Jahr 2024 offenbar sowohl seine Homologationen als auch alle fünf Evo-Joker ausgeschöpft hat, die im Rahmen des ursprünglichen Fünfjahreszyklus des 9X8 bis Ende 2027 zur Verfügung standen.

Das reichte allerdings nicht aus, denn der 9X8 ist trotz der günstigsten Einstufung in der Balance of Performance (520 kW/707 PS bei 1.030 Kilogramm) noch immer nicht in der Lage, aus eigener Kraft Siege einzufahren.

Daher stand lange Zeit eine komplette Neuentwicklung im Raum, die wieder auf LMH-Regeln basiert hätte. Eine Neukonstruktion hätte die Genehmigung der FIA und des ACO (Alle Abkürzungen im Langstrecken-ABC erklärt) erfordert. Mittlerweile aber drehen sich die Gespräche mit den Regelmachern um Weiterentwicklungen des aktuellen Autos.

Alle Joker-basierten Upgrades - ob innerhalb der Zuteilung oder zusätzlich - müssen weiterhin von beiden Verbänden genehmigt werden.

Zweite Generalüberholung möglich

"Die derzeitigen Gespräche eröffnen neue Möglichkeiten für Weiterentwicklungen", sagt der neue Peugeot-Motorsportchef Oliver Jansonnie. "Was noch nicht klar ist, ist der vollständige Umfang der verfügbaren Weiterentwicklungen. Wir diskutieren derzeit weitere Details."

Auf die Frage, ob es bei diesen Gesprächen auch um ein neues Auto gehe, fügt er hinzu: "Im Moment geht es um Weiterentwicklungen an den Autos." Noch einmal nachgehakt, ob eine ähnlich Generalüberholung wie 2024 anstehen könnte, lautet die Antwort: "Das könnte sein. Das ist Gegenstand der Diskussion."

Die aktuelle Perspektive für Peugeot, kein komplett neues Fahrzeug entwickeln zu müssen, ist Resultat zahlreicher Gesprächsrunden zwischen den Herstellern während der Saison 2025. Im Mittelpunkt standen dabei die unbefriedigende BoP-Situation und eine mögliche Vereinheitlichung der Regularien, die allerdings nur schwer zu erreichen scheint.

Für Jansonnie ist die Einführung der "Sonder-Joker" für schwächelnde Fahrzeuge logisch: "Im Rahmen einer BoP-Formel ist es völlig sinnvoll, dass Fahrzeuge zur Angleichung eine Weiterentwicklung erfahren, wenn sie selbst mit der bestmöglichen BoP nicht überleben können. Genau an dem Punkt befinden wir uns."

Ein Opfer der Konvergenz von 2021

Im Zuge des Wegfalls des Sauber-Windkanals und der Umstellung auf den Windshear-Tunnels in den USA haben fast alle in der Hypercar-/GTP-Klasse engagierten Hersteller aerodynamische Updates für die Saison 2026 angekündigt. Einige von diesen waren bereits beim IMSA-Test in Daytona im November zu sehen.

Peugeot bräuchte aber weit mehr als Aero-Updates, da die Kern-Philosophie des Autos immer noch auf ein Reglement zugeschnitten war, das eine Gewichtsverteilung von 50:50 mit vier gleichgroßen Rädern vorsah. Das war noch vor der LMH-LMDh-Konvergenz, die im Jahr 2021 beschlossen wurde, als der heckflügellose 9X8 schon fertig entwickelt war.

Weil im Zuge der Konvergenz bei LMH-Boliden der Allradantrieb erst ab 190 km/h zugeschaltet werden darf, musste der 9X8 auf breitere Hinterräder und schmalere Vorderräder umgerüstet werden. Damit einher geht auch eine Verschiebung der Gewichtsverteilung nach hinten.

Der damalige Motorsportchef Jean-Marc Finot erklärte bei den 6 Stunden von Spa 2025, dass der Bolide auch nach dem großen Update von 2024 noch immer ein Kompromiss sei. Als Beispiel nannte er den leichtgewichtigen Antrieb des 9X8, der extra schwerer gemacht werden musste, um die nötige Gewichtsverteilung zu erzielen, ohne dass Peugeot einen Vorteil daraus ziehen konnte:

"Würden wir heute mit einem weißen Blatt Papier anfangen, würden wir niemals einen 2,6-Liter-V6 nehmen. Wir würden einen größeren Motor einbauen, um das Gewicht stärker nach hinten zu verlagern."

Wann ein Update des 9X8 kommen würde, steht noch in den Sternen. Eine Einführung zur Saison 2026 wäre nur möglich, wenn das Update schon fertig entwickelt wäre. Updates während der Saison

Vorheriger Artikel Der legendäre Dunlop-Bogen in Le Mans hat bald ausgedient!
Nächster Artikel WEC vor Wende: Kommt jetzt die große Offensive aus China?

Aktuelle News