Doppelter Reifenschaden bringt TF Sport um möglichen GTE Am-Sieg in Le Mans

Die Aston-Martin-Mannschaft TF Sport führet die GTE Am bei den 24h Le Mans 2021 in der Startphase lange an - bis Trümmer beide Hinterreifen aufschlitzten

Doppelter Reifenschaden bringt TF Sport um möglichen GTE Am-Sieg in Le Mans

Ein doppelter Reifenschaden am Aston Martin Vantage #33 von TF Sport (Felipe Fraga, Dylan Pereira und Ben Keating) war nach Ansicht von Teamchef Tom Ferrier "der Wendepunkt" im Kampf um den Klassensieg in der GTE Am bei den 24 Stunden von Le Mans 2021.

Nachdem das Auto in der chaotischen Anfangsphase umgedreht worden war, hatte Startfahrer Frage bis zum Ende seines Dreifach-Stints die Führung in der Klasse übernommen. Pereira hatte diese mit etwas Glück dann auf deutlich über eine Minute ausgebaut, weil er bei einer Safety-Car-Phase in eine andere Gruppe als die Verfolger geraten war.

Doch nach gut sieben Rennstunden wurde das Team dann vom Glück verlassen. Keating fuhr vor der ersten Schikane auf der Hunaudieres-Geraden über Trümmerteile, wobei beide Hinterreifen des Autos aufgeschlitzt wurden.

Reifenschaden "der Wendepunkt"

Der US-Amerikaner schleppte das Auto in sehr langsamer Fahrt zurück an die Box. Dieser Zeitverlust und ein weiterer außerplanmäßiger Stopp, bei dem das Team vorsichtshalber den Diffusor wechselte, brachte den AF-Corse-Ferrari #83 (Perrodo/Nielsen/Rovera) in Front, der letztlich die GTE Am gewann, während TF Sport mit Klassenrang zwei vorliebnehmen musste.

"Ich glaube nicht, dass man jemals sagen kann, dass man ein 24-Stunden-Rennen hätte gewinnen sollen, aber wir hatten das Paket, um es zu gewinnen, und wir waren in der richtigen Position, um es zu schaffen", trauert Teamchef Ferrier im Gespräch mit der englischsprachigen Ausgabe von 'Motorsport.com' dem verpassten Klassensieg hinterher.

"Wir waren enttäuscht, dass wir gegen Ende des Rennens nicht mehr kämpfen und sie überholen konnten, und ich denke, das hätten wir auch geschafft, wenn der Reifenschaden nicht gewesen wäre", so Ferrier weiter. "Ich denke, das war der Wendepunkt für uns im Rennen, der Reifenschaden und der Zeitverlust bei dem Versuch, ganz langsam zurückzukommen."

Sonderlob für Dylan Pereira

Doch nur auf den Reifenschaden will Ferrier die Niederlage nicht schieben. Auch ohne diesen wäre es seiner Ansicht nach eng geworden, da der AF-Corse-Ferrari gegenüber dem Aston Martin einen Verbrauchsvorteil hatte.

Dylan Pereira

Le-Mans-Rookie Dylan Pereira fuhr die schnellste Rennrunde der GTE Am

Foto: Motorsport Images

"Sie konnten immer 15 Runden mit Sprit fahren, wir nur 14. Das machte einen großen Unterschied in der Strategie aus", sagt er. Und nicht nur das: "Die Jungs in der #83 hatten in der Nacht eine Menge Pace, sodass ich denke, dass sie recht einfach wieder aufgeholt hätten", meint Ferrier.

Besonders beeindruckt war Ferrier vom Luxemburger Pereira, der in Deutschland aus dem ADAC GT Masters bekannt ist. Bei seinem ersten Start in Le Mans fuhr der 24-Jährige in 3:49.707 Minuten die schnellste Rennrunde aller GTE Am-Fahrzeuge.

"Für einen jungen Fahrer, der noch keine große Langstreckenerfahrung hat, hat er sich wirklich gut geschlagen", sagt Ferrier. "Wenn man in Le Mans jung und mutig ist und bereit ist, viel zu riskieren, kann man eine sehr schnelle Rundenzeit fahren, wenn die Strecke eine gute Temperatur hat, die Reifen noch in gutem Zustand sind und der Sprit knapp ist. Aber man muss ehrlich sein: Er hat keine Fehler gemacht."

Mit Bildmaterial von Motorsport Images.

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