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Dramatisches LMP2-Finale in Le Mans: "Dummer Fehler - bin sauer auf mich!"

Nick Yelloly hat in Spa und am Nürburgring gewonnen, wirft in Le Mans den LMP2- Erfolg fast weg - Ein Defekt beim Gegner verhilft Inter-Europol doch noch zum Sieg

Dramatisches LMP2-Finale in Le Mans: "Dummer Fehler - bin sauer auf mich!"

Nick Yelloly (2. v. l.) hätte fast den LMP2-Sieg für Inter-Europol weggeworfen

Foto: Alexander Trienitz

Das ist gerade nochmal gut gegangen für Nick Yelloly. Der erfahrene Brite führte den Inter-Europol-Oreca #43 (Smiechowski/Dillman/Yelloly) zum LMP2-Klassensieg bei den diesjährigen 24h von Le Mans. Doch fast wäre Yelloly zur tragischen Figur in diesem Rennen geworden.

Denn dem erfahrenen Briten passierte in der entscheidenden Schlussphase ein ungewöhnlicher und eigentlich vorentscheidender Fehler: Zu schnelles Fahren in der Boxengasse! So musste Yelloly rund eine halbe Stunde vor Schluss zur fälligen Durchfahrtsstrafe antreten - der LMP2-Sieg schien schon an den Panis-Oreca #48 (Gray/Masson/Perera) zu gehen.

"Ich bin schon eine Weile dabei und habe schon einige Rennen gewonnen, also war ich ziemlich sauer auf mich selbst, dass ich einen dummen Fehler gemacht habe - vor allem zu einem so entscheidenden Zeitpunkt", ärgert sich Yelloly hinterher. "Ich dachte, unser Rennen sei vorbei und wir würden Zweiter werden."

Nick Yelloly hat jetzt in Le Mans, Spa und am Nürburgring gewonnen

Yelloly blockierten bei der Einfahrt in die Boxengasse die Reifen, sodass er mit 64 statt der erlaubten 60 km/h durch die Lichtschranke schlidderte. Dabei macht dem Briten in Sachen 24-Stunden-Rennen keiner so schnell was vor. 2020 gewann er die 24h vom Nürburgring, 2023 legte er den Gesamtsieg bei den 24h von Spa nach.

Jetzt ist er gleich im ersten Anlauf Klassensieger in Le Mans. Eine Premiere, die offenbar auch an seinem Nervenkostüm rüttelte: "Wie bei jedem 24-Stunden-Rennen hatten wir Höhen und Tiefen, aber dieses Mal gab es mehr Tiefen als je zuvor - mit Fehlern, kleinen Strafen und allem." Die Rettung für Inter-Europol, sie kam unverhofft - und von der Konkurrenz.

Denn der Panis-VDS-Oreca #48 (Gray/Masson/Perera), der die Führung nach der Durchfahrtsstrafe erbte und schon wie der sichere Sieger aussah, er bekam es mit der Defekt-Hexe zu tun. Vorne rechts war ein Teil der Aufhängung gebrochen, die Rundenzeiten am LMP2-Prototypen mit der Startnummer 48 brachen dramatisch ein.

Defekt bei Panis-VDS schenkt Inter-Europol den Sieg

"Sie sagten mir, dass der Rückstand in einem Sektor von zwölf auf neun Sekunden schrumpfte. Ich habe trotzdem Vollgas gegeben, weil man bei dem Verkehr nie weiß, wie man die Leute einholen kann", erinnert sich Yelloly. "Und als ich sie dann sah, habe ich erkannt, dass ab und zu etwas geschliffen hat, als sie mit Highspeed unterwegs waren."

Während der Brite nach seiner Strafe Rundenzeiten im Bereich zwischen 3:42 Minuten und 3:44 Minuten drehte, schaffte Esteban Masson keinen Umlauf mehr in unter 3:55 Minuten. Am Ende betrug der Rückstand der #48 auf den Sieger nicht-repräsentative 1:55 Minuten.

Masson war nach dem Rennen verständlicherweise frustriert, gibt sich aber als fairer Verlierer: "Sie haben den Sieg genauso verdient wie wir heute, denke ich. Es war ein guter Kampf, aber leider hatten wir das Glück nicht auf unserer Seite. Wir werden zurückkommen." Yelloly in einen Fehler zu hetzen und so eine Strafe zu provozieren, sei laut Masson der Plan gewesen. Fast wäre er aufgegangen.

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