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"Frustration in Stärke umwandeln": Toyota in Le Mans bitter geschlagen

Lange führender Toyota #8 spät im Rennen von Ferrari umgedreht und "nur" Fünfter - Toyota #7 mit zahlreichen Stolpersteinen auf dem Weg zu Platz zwei

"Frustration in Stärke umwandeln": Toyota in Le Mans bitter geschlagen

Bei Toyota weiß man nach den 24 Stunden von Le Mans 2024 nicht so recht, ob man traurig oder glücklich sein soll. Bei der stark vom Wetter beeinflussten 92. Auflage des Langstreckenklassikers an der Sarthe in Frankreich kamen die beiden Toyota GR010 Hybrid nach den 311 zurückgelegten Runden auf den Plätzen zwei und fünf ins Ziel.

Zuvor hatte man das Rennen vor allem in der Nacht stundenlang angeführt. Letzten Endes aber war das lange in Führung gelegene Auto - der Toyota #8 von Sebastien Buemi, Brendon Hartley und Ryo Hirakawa - im Ziel das schlechter platzierte der beiden Hypercars von Toyota Gazoo Racing.

FOTOS: Toyota bei den 24h Le Mans 2024

Grund dafür, dass es für den GR010 Hybrid mit der #8 am Ende "nur" der fünfte Platz wurde, war ein unverschuldeter Dreher von Hartley zwei Stunden vor Schluss in der Mulsanne-Kurve. Auslöser für den Dreher war eine Kollision mit dem Ferrari #51 der Vorjahressieger Alessandro Pier Guidi, James Calado, Antonio Giovinazzi. Zum Zeitpunkt, als es den Kontakt mit dem Toyota gab, saß Pier Guidi am Steuer.

"Das war Kacke!": Toyotas Ärger über Dreher durch Ferrari

Während der Toyota #8 mit dem Dreher zunächst vom zweiten auf den sechsten Rang zurückfiel, bevor er schließlich als Fünfter ins Ziel kam, bekam der Ferrari #51 eine Strafe in Höhe von lediglich fünf Sekunden aufgebrummt und fuhr als Dritter auf das Podium.

 

"Viele Umstände, viele verändernde Umstände, viel Pech gehabt. Sehr gut liegend gedreht worden und dabei 35 Sekunden verloren. Und der, der gedreht hat, hat fünf Sekunden Penalty gekriegt. Das war Kacke!", sagt Rob Leupen, Geschäftsführer des Langstreckenprogramms im Hause Toyota, im Gespräch mit Motorsport-Total.com und gibt zu: "Das hat uns geärgert."

Von da an lagen die Siegeshoffnungen von Toyota auf dem Schwesterauto - dem Toyota #7 von Jose Maria Lopez, Kamui Kobayashi und Nyck de Vries. Der wurde letztlich Zweiter hinter dem siegreichen Ferrari #50 (Fuoco/Molina/Nielsen), nachdem man durch unterschiedliche Schwierigkeiten immer wieder zurückgefallen war.

Zwei Reifenschäden, ein vorübergehender Leistungsabfall des Motors, der laut Leupen "fünf bis sechs Sekunden" gekostet hat sowie ein Dreher von Lopez eine Stunde vor Schuss hatten zur Folge, dass letztlich 14 Sekunden auf den siegreichen Ferrari fehlten.

Conway-Ersatz Jose Maria Lopez "super", aber nicht ganz fehlerfrei

Abgesehen von den Problemen im Rennen hatte die Crew des Toyota #7 noch mit einer anderen Herausforderung zu kämpfen. Eine Woche vor dem Rennen musste man umdisponieren. Weil sich Stammfahrer Mike Conway bei einem Radunfall verletzt hat und nicht zur Verfügung stand, brauchte man einen Ersatz-Teamkollegen für de Vries und für Kobayashi, der nicht nur Fahrer, sondern auch Teamchef ist.

Die Wahl für den Ersatz fiel auf Lopez, nicht etwa auf den offiziellen Toyota-Ersatzfahrer Ritomo Myata. Der im Rennen erzielte zweite Platz ist sowohl für Rob Leupen als auch für Akio Toyoda, Gründer von Toyota Gazoo Racing, die Bestätigung, dass Lopez die richtige Wahl war.

Siegerehrung nach den 24h Le Mans 2024

Am Ende blieb Toyota nur die Gratulation an Ferrari zum erneuten Le-Mans-Sieg

Foto: Marc Fleury

"Super!", beschreibt Leupen die Leistung von Lopez. "Deshalb haben wir ihn auf das Auto gesetzt. Mike hätte natürlich die Erfahrung der vergangenen Rennen, der vergangenen Monate gehabt. Aber Jose war ein sehr guter Ersatz." Und Teamgründer Toyoda lässt ausrichten: "Ich bin froh, dass Jose dabei war. Danke! Und dir Mike möchte ich sagen: Ich freue mich schon, dich wieder im Auto zu sehen. Ich ziehe es vor, dich auf vier Rädern zu sehen."

Was Mike Conways Ersatzfahrer Jose Maria Lopez betrifft, so war dessen Rennen nach der kurzfristigen Nominierung in den Toyota #7 nicht ganz fehlerfrei. Eine Stunde vor Schluss unterlief dem Le-Mans-Sieger von 2021 der Fauxpas in Form des Drehers in der Dunlop-Schikane, wobei einige (weitere) Sekunden auf den führenden Ferrari verlorengingen.

 

"Ja, er hat einen Fehler gemacht", spricht Rob Leupen auf den Dreher an. "Aber er hatte auch zweimal Pech. Er hatte vorne einen schleichenden Platten, womit er extra an die Box kommen musste. Es gab kurzzeitig mal einen Leistungsabfall. Hätte, hätte, Fahrradkette in dem Falle. Alles in allem war es ein sehr intensives Rennen und ich glaube, er war sehr intensiv dabei. Es war schön, ihn wieder dabei zu haben."

Lopez' Dreher ausschlaggebend für Niederlage gegen Ferrari?

Dass der Dreher von Lopez unterm Strich den Ausschlag zu Gunsten von Ferrari gab, das glaubt Leupen nicht unbedingt: "Der Dreher war natürlich nicht gerade günstig, aber ob er es noch geschafft hätte, das ist eine andere Frage. Der Ferrari #50 ist natürlich auch gut unterwegs gewesen. Die waren schnell, hatten eine gute Strategie und haben es hingebogen bekommen."

Lopez selber sieht es genauso. "Ich glaube nicht, dass uns mein Dreher den Sieg gekostet hat", sagt der Argentinier nach P2 im Gespräch mit Motorsport-Total.com. Seine Erklärung: "Mit dem Dreher habe ich gerade mal zehn Sekunden verloren. Am Ende haben uns aber 20 Sekunden gefehlt."

20 Sekunden waren es de facto nicht ganz, sondern 14 Sekunden. "Natürlich schmerzt es ein bisschen. Schließlich willst du gewinnen", so Lopez. "Aber wir hatten so viele Schwierigkeiten und haben uns immer wieder zurückgekämpft. Wir hatten ein Problem mit den Schaltern im Cockpit und wir hatten mehrere Reifenschäden. Das Rennen war insgesamt nicht das sauberste. Trotzdem waren wir am Schluss vorne dabei. Ich denke, unter diesen Umständen müssen wir zufrieden sein."

Nyck de Vries, dritter Fahrer des Toyota #7 neben Lopez und Kobayashi, sieht es ein bisschen anders. "Ich glaube, für uns alle hat es ein bisschen Beigeschmack", sagt er im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Es war ein unglaublich schwieriges Rennen. Das Team hat fantastisch gearbeitet."

"Dass wir so knapp dran waren", so de Vries, "und es uns sozusagen durch die Finger gerutscht ist, das tut schon ein bisschen weh. Es ist ein so langes Rennen. Wir hatten es mit so vielen Hürden und Hindernissen zu tun, aber so ist das nun mal hier". Und er verrät noch, was er als erstes zu Lopez gesagt hat, nachdem dieser aus dem Auto ausgestiegen ist: "Ich habe zu ihm gesagt: 'Du bist ein Monster.' Denn ich finde einfach, er ist großartig gefahren."

Laut Kamui Kobayashi, den Fahrer und Teamchef in Personalunion, war es "natürlich ein sehr schwieriges Rennen für uns. Wir hätten gewinnen können, aber wir hatten ein paar Schwierigkeiten. Es waren keine reibungslosen 24 Stunden für das Auto mit der Startnummer 7".

Große Enttäuschung bei Brendon Hartley und Sebastien Buemi

Noch größer ist die Enttäuschung bei den Fahrern des Toyota #8. Brendon Hartley, der zwei Stunden vor Schluss von Ferrari-Pilot Alessandro Pier Guidi umgedreht wurde, sagt: "Für die Fans war es ein tolles Rennen, aber für uns war es am Schluss herzzerreißend. Wir lagen lange Zeit in einer Position, um gewinnen können."

"Nach einer der Safety-Car-Phasen mussten wir uns zurückkämpfen und dann wurden wir gedreht. Das hat uns für die letzten zwei Stunden aus dem Kampf um den Sieg herausgenommen", sagt der Neuseeländer.

"Es fühlt sich so an", so Hartley weiter, "als sei uns der Sieg durch die Finger geglitten. Ich freue mich für das Team, dass eines unserer Autos auf das Podium gefahren ist, aber es hat nicht ganz gereicht. Bis wir das verarbeitet haben, werden ein paar Tage vergehen".

Sebastien Buemi

Sebastien Buemi ist ein möglicher fünfter Le-Mans-Sieg durch die Finger geglitten

Foto: Rainier Ehrhardt

Ähnlich sieht es Sebastien Buemi. Für den Schweizer wäre es im Erfolgsfall der fünfte Le-Mans-Sieg geworden. Stattdessen wurde es "nur" der fünfte Platz. "Ehrlich gesagt bin ich ein bisschen enttäuscht. Wir haben das Rennen lange Zeit angeführt. Ich glaube, ohne den späten Zwischenfall hätten wir gewinnen können. Wir hatten eine starke Pace und haben keine Fehler gemacht. Deshalb ist es frustrierend, wie es ausgegangen ist", so Buemi.

Aufmunternde Worte von Akio Toyoda

Ferdinando Cannizzo, Technikchef des siegreichen Ferrari-Teams, sagte im Jubel nach dem Rennen: "Als es richtig nass war, da war der Toyota ganz eindeutig das schnellste Auto. Sie hatten ganz klar eine Menge Downforce und haben da wirklich einen exzellenten Job gemacht."

"Im Trockenen", so der Ferrari-Technikchef, "waren wir konkurrenzfähiger, wahrscheinlich ein bisschen konkurrenzfähiger als sie es waren. Was uns betrifft, so konnten wir vor allem auf den Medium-Reifen unsere Stärken am besten ausspielen".

Für Akio Toyoda, den Teamgründer von Toyota Gazoo Racing, war es "ein wirklich großartiges 24-Stunden-Rennen der Athleten" und er lässt ausrichten: "Glückwunsch an alle bei Ferrari! Vielen Dank auch an Porsche und Cadillac, die bis zum Schluss wirklich schwer gekämpft haben."

"Insgesamt war es ein großartiges Rennen, aber für uns war das Ergebnis wirklich frustrierend. Lasst uns jetzt dieses Frustration in Stärke umwandeln!" richtet Toyota aufmunternde Worte an das gesamte Toyota-Team.

Akio Toyoda

Akio Toyoda

Foto: Toyota

Mit Bildmaterial von Alexander Trienitz.

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