Genesis: Warum das Magma-Design erst in Le Mans debütiert
Magma-Farbe als Belohnung: Luc Donckerwolke erklärt, warum die beiden Genesis GMR-001 erst bei den 24 Stunden von Le Mans im Magma-Kleid auftreten
Genesis tritt bei den 24h Le Mans 2026 erstmals in den Farben an, die bereits erwartet worden waren
Foto: Emanuele Clivati | AG Photo
In Le Mans fährt der Genesis GMR-001 in einem besonderen Design - dem markanten orangefarbenen Farbverlauf, den die Welt erstmals im April 2026 auf der New York Motor Show zu sehen bekam. Projektchef Luc Donckerwolke erklärt, warum genau jetzt der richtige Moment für dieses Statement ist.
Wer die bisherige WEC-Saison verfolgt hat, kennt die beiden Genesis-Hypercars eher dunkel: Der #17 trat in Schwarz mit orangem Schriftzug an, der #19 in Grau mit orangem Schriftzug. Etwas funktional und zurückhaltend wirkte das - fast schon bescheiden für ein Programm, das den Anspruch hat, Korea erstmals auf dem höchstem Motorsportniveau zu repräsentieren. Intern sprach man von der "Ghost Livery", dem Geister-Design.
Ein sattes Orange zieht sich nun über die Karosserie wie erkaltende Lava - und genau das ist der Gedanke dahinter. "Der Farbverlauf symbolisiert Geschwindigkeit", erklärt Luc Donckerwolke, Projektchef von Genesis Magma Racing. "Es ist ein optischer Doppler-Effekt, der gleichzeitig Hitze symbolisiert."

Das unscheinbare Design bei den ersten beiden WEC-Rennen: Hier die graue Variante
Foto: Speedpictures
Kontrastiert wird das Design durch den Schriftzug "Magma" in koreanischer Schrift, in Hangul. Aus diesem Wort leitet sich auch das Logo des Teams ab - MGM in koreanischer Schrift, ausgesprochen "Magma". Ein Detail, das mehr ist als Dekoration. "Es fügt diesen aggressiven Touch hinzu", so Donckerwolke.
Hinter dem Farbwechsel steckt mehr als Ästhetik. Er ist Ausdruck eines gewachsenen Selbstbewusstseins - gespeist aus den ersten Erfolgen des Programms. Beim 6-Stunden-Rennen von Spa-Francorchamps holte der Genesis #17 (Lotterer/Derani/Jaubert) mit Platz acht die ersten WM-Punkte für Genesis überhaupt - bei der erst zweiten Teilnahme in der Weltmeisterschaft. Der Genesis #19 (Jaminet/Chatin/Juncadella) kämpfte mit einem Elektronikproblem und wurde 13.
"Wir haben nach den großen Erfolgen in Francorchamps entschieden, dass es Zeit war, Farbe zu zeigen. Die Fahrer haben das Magma-Design verdient", sagt der belgische Auto-Stardesigner.
Das Design trägt eine tiefere Bedeutung. Korea ist eine vulkanische Halbinsel. Magma als Programmname ist daher kein Zufall, sondern Identität. "Wir sind hier als Botschafter Koreas", betont Donckerwolke. "Es ist das erste Mal, dass Korea auf diesem Niveau im Motorsport vertreten ist."
Le Mans als Plattform, nicht nur als Rennen
Für Donckerwolke ist Le Mans mehr als ein Wettbewerb. "Le Mans ist die Plattform für die Fans. Sie erlaubt uns, nah an unseren Fans und Kunden zu sein, aber auch eine unglaubliche Plattform zu nutzen, um zu experimentieren und zu zeigen, was wir tun", sagt er. Und Genesis tue "eine Menge Dinge."
Dass diese Worte begündet sind, unterstrich das Team unmittelbar zuvor in der Hyperpole: Beide Genesis-Hypercars qualifizierten sich überraschend stark für die Hyperpole 2 - die entscheidende Runde der besten zehn Fahrzeuge. Die #19 sicherte sich am Ende Startplatz sechs, die #17 Startplatz neun.
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