Jack Aitken erklärt: Warum gute GT3-Fahrer auch gut im Hypercar sind
Jahrelang fuhr Jack Aitken wie so viele Fahrer ein Parallel-Programm in GT3-Fahrzeugen und Hypercars - Er erklärt, warum das so ist
Schnell in beiden Kategorien: Jack Aitken zufolge sind sich LMDh und GT3 ähnlicher als man glaubt
Foto: Alexander Trienitz
"Die fundamentalen Dinge sind in beiden Kategorien gleich." - Seit Einführung der Hypercar-Klasse im Jahr 2021 gibt es immer mehr Fahrer, die sich eine duale Karriere mit Einsätzen in GT3-Fahrzeugen und LMH- beziehungsweise LMDh-Boliden aufbauen. Oft springen sie während der Saison immer wieder vom einen ins andere Auto. Einer dieser Fahrer ist Jack Aitken.
Der 30-Jährige mit britischen und koreanischen Wurzeln, der im Jahr 2020 ein Formel-1-Rennen bestritt, gehört zum festen Inventar bei den Sportwagen und genießt in der Szene einen guten Ruf.
Er trat in den vergangenen Jahren sowohl in der DTM für Emil Frey Racing als auch der IMSA SportsCar Championship für Action Express Racing an. 2026 wird er sich jedoch voll auf sein Hypercar-Programm konzentrieren und sowohl die IMSA als auch die Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) bestreiten.
Motorsport-Total.com sprach exklusiv mit dem Cadillac-Werksfahrer über die beiden Fahrzeugklassen, die so verschieden und doch so ähnlich sind.
Gleiches Gefühl trotz unterschiedlicher Technik
Obwohl sich die Fahrzeugkonzepte technisch deutlich voneinander unterscheiden, sieht Aitken große Parallelen in der Herangehensweise. "Die Herausforderungen sind dieselben. Die gute Zusammenarbeit mit den Teamkollegen ist genauso wichtig wie eh und je, und die fundamentalen Dinge bleiben gleich", erklärt er gegenüber Motorsport-Total.com.
Aitken, der in seiner Karriere bereits Formel-Fahrzeuge, LMP2-Boliden und GT3-Autos pilotiert hat, fiel die Umstellung auf den Cadillac V-Series.R nicht schwer. Er beschreibt die Charakteristik der LMDh-Plattform als überraschend nah am GT-Sport:
"Tatsächlich sind sich die LMDh-Autos, der Cadillac und die GT3, ziemlich ähnlich. Sie fühlen sich beide ziemlich schwer an. Bei beiden hat man das Gefühl, dass man auf der Strecke mit den Randsteinen und der Art, wie man das Auto fährt, sehr attackieren kann."

Knapp vorbei: Bei den 24 Stunden von Daytona wurde der Action-Express-Cadillac vom Penske-Porsche #7 geschlagen
Foto: Lumen via Getty Images
"Man kann aggressiv zum Reifen sein und muss nicht so feinfühlig agieren. Ein LMDh hat nur etwas mehr Leistung und mehr Abtrieb. Deshalb fühlte es sich immer recht natürlich an."
Strategie als größter Differenzfaktor
Viel größer als die Kluft zwischen den Fahrzeugen ist für Aitken der Unterschied zwischen den Rennformaten. Während er in der DTM im reinen Sprintmodus unterwegs war, erfordert die Langstrecke in der IMSA oder WEC ein völlig anderes Mindset.
"In der DTM muss ich nicht über das Spritsparen nachdenken, aber bei den Hypercars ist es ein riesiges Thema. Man muss wesentlich langfristiger denken", so Aitken. Die strategische Komplexität sei die eigentliche Umstellung, nicht das Fahren an sich.
Lernen vom "Qualifying-König"
Aitken kam als Hypercar-Novize 2023 zu Cadillac, seit 2024 ist er IMSA-Vollzeitfahrer. Dabei traf er auf Alex Lynn, der bereits mehr Erfahrung hatte. Von ihm schaute er sich viel ab: "Alex war im Qualifying der Maßstab für alle. Es ist wirklich beeindruckend, was er da geleistet hat." Allein in der WEC-Saison 2025 stellte Lynn den Cadillac V-Series.R dreimal in acht Rennen auf Pole.
Doch nicht nur beim Tempo auf einer Runde schaut er genau hin. Aitken betont, dass man in diesem Umfeld nie auslernt: "Wenn man sich die Rennperformance aller Cadillac-Jungs ansieht, ist das extrem stark. Egal ob es um das Reifenmanagement, den Spritverbrauch oder die Tricks im Zweikampf geht - es gibt im Cadillac-Lager keinen Fahrer, von dem man nicht etwas lernen kann."
Bei den 24 Stunden von Daytona 2026 hätte es sich fast ausgezahlt. Aitken schrammte jedoch mit dem Action-Express-Cadillac #31 (Aitken/Bamber/Vesti/Zilisch) knapp am Sieg vorbei.
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