24h Le Mans 2017: Das Geheimnis hinter Porsches schnellen Boxenstopps

Geht es nach Porsches Renningenieur Kyle Wilson-Clarke, dann könnte die Verwendung einer speziellen Radmutter bei den Boxenstopps Porsche den entscheidenden Vorteil im Kampf um die 24h von Le Mans 2017 bringen.

24h Le Mans 2017: Das Geheimnis hinter Porsches schnellen Boxenstopps
#1 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Neel Jani, Andre Lotterer, Nick Tandy
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#1 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Neel Jani, Andre Lotterer, Nick Tandy
#1 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Neel Jani, Andre Lotterer, Nick Tandy
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley
#1 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Neel Jani, Andre Lotterer, Nick Tandy
#2 Porsche Team Porsche 919 Hybrid: Timo Bernhard, Earl Bamber, Brendon Hartley

Wilson-Clarke betreut den Porsche #2 von Brendon Hartley, Timo Bernhard und Earl Bamber. In der vergangenen Saison waren die Zuffenhausener den Japanern in der Box bezüglich der Standzeiten oftmals überlegen und konnten wieder schneller auf die Strecke gehen. Laut Wilson-Clarke hat Porsche deshalb auch in diesem Jahr einen Grund zur Hoffnung, auch wenn Toyota bisher beeindruckend aufgetreten ist.

Der Schlüssel zu Porsches schneller Boxenarbeit ist demnach eine spezielle Radmutter, die sogenannte 'unverlierbare Radmutter'. Gegenüber normalen Ausführungen verbleibt sie stets im Rad und wird nicht im Schlagschrauber mitgeführt. Porsche hatte den neuartigen Radverschluss im Rahmen des Saisonauftakts der WEC in Silverstone eingeführt.

In Großbritannien hatte Porsche dadurch auf Toyota zwischen 3 und 4 Sekunden pro Reifen- und Tankstopp gewonnen. Bei reinen Tankstopps war die Zuffenhausener Truppe ebenfalls im Schnitt um 2,5 Sekunden schneller gewesen als die japanische Konkurrenz.

Beim nächsten Rennen im belgischen Spa war der Vorteil auf 0,6 Sekunden zusammengeschrumpft. 2016 hatte der siegreiche Porsche in Le Mans allerdings auch 30 Boxenstopps absolviert - bei einer solch hohen Anzahl könnte sich der kleine Vorteil immer weiter aufsummieren und letztendlich über Sieg oder Niederlage entscheiden.

"Wir haben dieses Jahr dank ein paar Entwicklungen am Auto einen kleinen Fortschritt bei den Boxenstopps gemacht", erklärte Wilson-Clarke, dessen Fahrzeuge den Klassiker an der Sarthe aus der zweiten Startreihe in Angriff nehmen.

"Normalerweise verbleibt die Radmutter in der Fassung des Schlagschraubers wenn man ein Rad wechselt. Das bedeutet, dass man den Schlagschrauber in dieser Zeit nicht verwenden kann - solange bis man die Mutter herausnimmt und wieder auf den Zentralverschluss setzt."

"Die 'unverlierbare Radmutter' bleibt im Rad selbst fixiert. Somit ist der Schlagschrauber sofort nach dem Absetzten wieder frei und kann eine zweite Aufgabe übernehmen. Es ist vielleicht nur eine Kleinigkeit, aber wir werden sie gerne ausnutzen."

Er fügte hinzu: "Wir hatten einen Vorteil bei den Reifenwechseln. Aber es ist klar, man braucht auch auf der Strecke die Geschwindigkeit. Man kann sich nicht nur auf das verlassen, was man in der Box tut."

Letzte Saison hatte Porsche auch beim Benzinmanagement einen Vorteil gegenüber Toyota gehabt, aber Wilson-Clarke glaubt, dass die Japaner auch dort aufgeschlossen haben.

"In der Vergangenheit waren wir beim Auftanken stark", führte der Brite weiter aus. "Diese Saison ist es viel enger als letztes Jahr, aber wir können noch immer stolz auf unsere Boxenstopps sein."

geteilte inhalte
kommentare
Nach Amputation: Billy Monger vor Motorsport-Comeback – in Le Mans

Vorheriger Artikel

Nach Amputation: Billy Monger vor Motorsport-Comeback – in Le Mans

Nächster Artikel

24h Le Mans 2017: Zwischenstand nach 1 Stunde

24h Le Mans 2017: Zwischenstand nach 1 Stunde
Kommentare laden