Marquardt: Kosten machen Motorsport zu schaffen, nicht Elektro

Bedroht die Elektromobilität den konventionellen Motorsport? Jens Marquardt glaubt nein: Das Problem sei eher an ganz anderer Stelle zu suchen

Marquardt: Kosten machen Motorsport zu schaffen, nicht Elektro

Dem (konventionellen) Motorsport ging es schon einmal besser: Der Langstrecken-Weltmeisterschaft (WEC) laufen die Hersteller in Scharen weg, die Rallycross-WM (WRX) konnte nur in einer Last-Minute-Aktion gerettet werden, selbst die im Aufschwung befindliche IndyCar-Serie findet keinen dritten Hersteller.

Sorgen greifen bei den Fans um sich, weil Automobilhersteller scheinbar nur noch Elektro-Motorsport machen wollen. Die Formel E ist mit bald zehn involvierten Herstellern die Boom-Serie schlechthin, doch nicht alle Motorsportfans können sich für diese Art des Racings begeistern. Liegt der Hersteller-basierte Motorsport mit Verbrennungsmotoren auf dem Sterbebett?

BMW-Motorsportchef Jens Marquardt glaubt das nicht. Seines Erachtens trägt nicht der Elektro-Motorsport Schuld an den Schwierigkeiten, zu denen man selbst in der WEC mit dem Ausstieg derzeit beiträgt. Seines Erachtens sind es die enormen Kosten, die Rennserien mit Verbrennungsmotoren derzeit behindern.

Bruno Spengler

Bei der Class-1-Philosophie passt für Marquardt die Kosten-Nutzen-Rechnung

Foto: LAT

"Die Formel E ist zu 80 Prozent Spec Racing. Dasselbe gilt für die 'Class One'. 80% des Autos sind gleich für alle. Man selbst liefert nur den Antrieb", sagt er. "Die Serien, die derzeit Schwierigkeiten haben, sind diejenigen, die viel freigeben und zu viele Investitionen erfordern." BMW ist in beiden Serien aktiv.

Dass es mit Verbrennungsmotoren durchaus noch funktioniert, zeigt für den 52-Jährigen die "Class One", auf die die DTM und ab 2020 die Super GT setzen: "Wir haben drei Herstellerin Deutschland und drei in Japan in dieser Kategorie, also sechs Hersteller."

Ein Return of Investment ließe sich aber auch anders erwirtschaften: Über Kundensport. Dieser ist in diesem Jahrzehnt wieder völlig neu aufgeblüht. "GT3 und GT4 erfordern ein komplett eigenes Auto. Aber man baut dieses einmal und kann es dann überall auf der Welt einsetzen. Wir haben vergangenes Jahr 80 GT4-Fahrzeuge in die ganze Welt verkauft."

Eine Ausnahme im BMW-Programm bildet nun nur noch der Einsatz des BMW M8 GTE in der IMSA SportsCar Championship. "Der US-Markt ist für unsere M-Sparte der wichtigste überhaupt", begründet Marquardt die weitere Teilnahme mit Rahal-Letterman-Lanigan Racing.

Mit Bildmaterial von BMW.

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